Luftwaffe Erkennungsmarke 65062 " 1.Staffel/Kampfgruppe 21 7./Kampf-Geschwader 100 "
Die vorliegende Luftwaffe Erkennungsmarke aus Eisenblech stammt aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs und dokumentiert die Zugehörigkeit eines Soldaten zur 1. Staffel der Kampfgruppe 21 sowie später zur 7. Staffel des Kampfgeschwaders 100. Die Erkennungsnummer 65062 identifizierte den Träger eindeutig innerhalb seiner Einheit.
Erkennungsmarken in der Wehrmacht
Erkennungsmarken, umgangssprachlich auch "Hundemarken“ genannt, waren seit dem Ersten Weltkrieg ein unverzichtbarer Bestandteil der militärischen Ausrüstung. Die Heeresdienstvorschrift (H.Dv.) 49/1 aus dem Jahr 1937 regelte die Ausgabe und das Tragen von Erkennungsmarken in der Wehrmacht. Jeder Soldat musste seine Erkennungsmarke ständig am Körper tragen, üblicherweise an einer Schnur um den Hals.
Die Marken bestanden typischerweise aus verzinktem Eisenblech oder Aluminium und waren oval geformt mit einer Sollbruchstelle in der Mitte. Dies ermöglichte es, im Todesfall eine Hälfte beim Gefallenen zu belassen, während die andere Hälfte zur Registrierung und Meldung verwendet wurde. Die Prägung enthielt die Truppenteilbezeichnung und die individuelle Erkennungsnummer des Soldaten.
Die Kampfgruppe 21 und ihre Geschichte
Die Bezeichnung Kampfgruppe 21 verweist auf eine temporäre taktische Formation, wie sie in der Luftwaffe häufig gebildet wurden. Kampfgruppen waren flexible Verbandseinheiten, die je nach operativer Notwendigkeit zusammengestellt und aufgelöst wurden. Sie bestanden üblicherweise aus mehreren Staffeln mit jeweils etwa 9-12 einsatzbereiten Flugzeugen.
Die 1. Staffel bildete traditionell die führende Einheit einer Gruppe und wurde häufig mit erfahrenen Besatzungen besetzt. Kampfgruppen waren mit verschiedenen Flugzeugtypen ausgerüstet, je nach ihrer spezifischen Aufgabe – von mittleren Bombern wie der Heinkel He 111 oder Junkers Ju 88 bis zu schweren Kampfflugzeugen.
Das Kampfgeschwader 100
Das Kampfgeschwader 100 (KG 100), zu dessen 7. Staffel der Träger dieser Marke später gehörte, war eine besonders bedeutende Einheit der Luftwaffe. Das KG 100 wurde bereits in den 1930er Jahren aufgestellt und entwickelte sich zu einer Spezialeinheit für elektronische Kampfführung und Zielmarkierung.
Ab 1940 wurde das KG 100 zur Pioniereinheit für das X-Verfahren, ein hochentwickeltes Funknavigationssystem, das präzise Nachtangriffe ermöglichte. Das Geschwader war hauptsächlich mit Heinkel He 111-Bombern ausgerüstet, die mit speziellen Funkempfängern für das X-Gerät versehen waren. Diese Technologie erlaubte es den Besatzungen, auch bei schlechter Sicht und nachts präzise Ziele anzufliegen.
Das KG 100 war an mehreren bedeutenden Operationen beteiligt, insbesondere während der Luftschlacht um England 1940-1941 und den strategischen Bombenangriffen auf britische Städte. Die Einheit führte häufig Pfadfinder-Missionen durch, bei denen sie Ziele für nachfolgende Bomberverbände markierte.
Später wurde das Geschwader auch im Mittelmeerraum und an der Ostfront eingesetzt. Ab 1943 wurde das KG 100 zunehmend für Angriffe mit gelenkten Waffen verwendet, insbesondere mit der Fritz-X-Gleitbombe und der Henschel Hs 293-Lenkbombe, die gegen Seeziele eingesetzt wurden.
Materialzustand und Authentizität
Die beschriebene Erkennungsmarke aus Eisenblech zeigt die typischen Alterungsspuren eines über 75 Jahre alten militärischen Gegenstands. Die leichte Oxidation ist charakteristisch für Eisenmarken dieser Periode, die nicht aus korrosionsbeständigeren Materialien wie Aluminium gefertigt wurden. Der angegebene Zustand 2-3 entspricht einer gut erhaltenen Marke mit sichtbaren Gebrauchsspuren, aber noch gut lesbarer Prägung.
Historische Bedeutung
Erkennungsmarken wie diese sind wichtige historische Dokumente, die das Schicksal einzelner Soldaten mit größeren militärischen Strukturen verbinden. Sie dokumentieren die Zugehörigkeit zu spezifischen Einheiten und ermöglichen oft die Rekonstruktion von Militärkarrieren. Die doppelte Einheitenangabe auf dieser Marke – Kampfgruppe 21 und KG 100 – deutet auf eine Reorganisation oder Versetzung hin, wie sie in der Luftwaffe während des Krieges häufig vorkamen.
Solche Objekte sind heute wichtige Quellen für die militärgeschichtliche Forschung und helfen, die komplexen Organisationsstrukturen der Wehrmacht und die Erfahrungen einzelner Soldaten zu verstehen.