Luftwaffe Stahlhelm M 38 für Fallschirmjäger mit 1 Emblem und Italien-Tarnlackierung aus dem Besitz Unteroffizier Karl-Hein Grunert, Fallschirmjäger-Regiment Nr. 4, Teilnehmer an der Schlacht von Monte Cassino

um 1944. Die besondere Tarnlackierung in Sandfarben, die Lackierung zu ca. 95% vorhanden, seitlich wurde der Lw-Adler überlackiert, jedoch unter der Lackierung deutlich zu erkennen. Innen seitlich mit Stempel "ET68" und hinten am Nacken "4879". Komplett mit Futter am Blechring, innen im Lederfutter mit schöner Stempelung "Baumuster: Heisler, Berlin C2, Hersteller: Schubert-Werk Braunschweig", darunter "Kopfweite Gr. 57, Stahlhelmgröße Gr. 68", komplett mit dem original Kinnriemen. Der Helm ist nur leicht getragen, Zustand 2+. Dazu ein original Foto des Trägers Unteroffizier Grunert in Feldbluse mit EK 2 und Fallschirmjägerabzeichen, Foto in Postkartengröße, rückseitig vom Sohn beschriftet "Mein Vater Unteroffizier Karl-Heinz Grunert 25.1.2022 - Hans-Werner Grunert". Unteroffizier Grunert hat im Mai/Juni 1941 am Unternehmen Merkur, Kampf um Kreta teilgenommen, 1942 Versetzung zum Fallschirmjäger-Regiment 4, ab 1943 Einsatz in Italien, Teilnahme an der Schlacht um Monte Cassino, danach Rückzugskämpfe bis zur Po Ebene, am 10. April 1945 in US Gefangenschaft gegangen. Herr Grunert starb im Jahr 2001. Wir konnten den Helm mit dem Foto direkt von seinem Sohn erwerben, der uns auch die Geschichte seines Vaters erzählt hat und das Foto beschriftet hat.
Ein historisch einmaliges Stück.

419652

Luftwaffe Stahlhelm M 38 für Fallschirmjäger mit 1 Emblem und Italien-Tarnlackierung aus dem Besitz Unteroffizier Karl-Hein Grunert, Fallschirmjäger-Regiment Nr. 4, Teilnehmer an der Schlacht von Monte Cassino

Der Fallschirmjägerhelm M38 stellt eine der bedeutendsten technischen Entwicklungen in der Geschichte der deutschen Luftstreitkräfte dar. Zwischen 1936 und 1938 von dem Ingenieur Karl Heisler entworfen, wurde dieser Stahlhelm speziell für die Anforderungen der Fallschirmjäger konzipiert, nachdem sich der Standard-M35-Stahlhelm als ungeeignet für Luftlandeoperationen erwiesen hatte. Die Luftwaffe übernahm das Design unter der Bezeichnung M38, und die Produktion begann 1938 in den Eisenhüttenwerken AG in Thale im Harz, die bis Kriegsende 1945 als einziger Hersteller alle Fallschirmjägerhelme fertigten.

Die revolutionäre Konstruktion des M38 zeichnete sich durch ein deutlich reduziertes Profil aus, das kleiner und stromlinienförmiger war als der Standard-Stahlhelm. Der hintere Nackenschutz wurde auf lediglich 1,8 Zentimeter verkürzt, um den Luftwiderstand beim Fallschirmabsprung zu minimieren und eine bessere Kopfbeweglichkeit zu gewährleisten. Der Standard-M35 hatte sich als gefährlich erwiesen, da er während des Sprungs abgerissen werden oder zu Erstickungsgefahr führen konnte. Der M38 verfügte über gerollte Ränder an der Helmglocke und vier belüftete Spannbolzen zur Befestigung des Innenfutters. Die Helmschale bestand aus 1,5 Millimeter dickem magnetischem Stahlblech und wurde in drei Größen produziert: 66, 68 und 71 Zentimeter Außenumfang.

Das Innenfutter kombinierte eine Lederkappe mit einem Aluminium- oder Stahlband sowie stoßdämpfenden Mikrogummi-Einsätzen, die in sieben “Arme” mit einer Dicke von 10 bis 13 Millimetern geschnitten waren. Ein vierpunktiges Y-förmiges Aufhängungssystem verteilte den Aufprall gleichmäßig. Für dieses Exemplar fertigte das Schuberth-Werk in Braunschweig das Innenfutter an, wie die Stempelung im Lederinnenfutter belegt: “Baumuster: Heisler, Berlin C2, Hersteller: Schubert-Werk Braunschweig”.

Die Herstellermarkierung ET68 im Helminneren identifiziert die Eisenhüttenwerke Thale als Produzenten, wobei die 68 die Schalengröße angibt. Diese Kennzeichnung wurde bis etwa 1942 verwendet, bevor sie durch den Code CKL ersetzt wurde. Die frühe Produktion kennzeichnete Helme in grau-blauer Farbe mit zwei Abzeichen: dem Luftwaffenadler auf der linken und dem Nationalschild auf der rechten Seite. Im mittleren bis späten Kriegsverlauf wurden die Helme grau-grün oder feldgrau lackiert und trugen nur ein einzelnes Abzeichen oder gar keine Abzeichen mehr. Gegen Kriegsende erhielten viele Helme im Feld aufgetragene Tarnlackierungen in verschiedenen Mustern, darunter Sandfarben für die Einsatzgebiete im Mittelmeerraum und in Italien.

Der M38 kam in allen großen Fallschirmjägeroperationen zum Einsatz: Norwegen und Dänemark 1940, die Niederlande und Belgien 1940, Kreta im Mai 1941, die Ostfront, Nordafrika, Sizilien und Italien. Die Schlacht um Monte Cassino von Januar bis Mai 1944 stellte einen der härtesten Kampfeinsätze dar. Die 1. Fallschirmjäger-Division, zu der das Fallschirmjäger-Regiment 4 gehörte, verteidigte Monte Cassino in erbitterten Abwehrkämpfen gegen die alliierten Streitkräfte. Das Regiment 4 kämpfte an dem strategischen Höhenpunkt 593 und erlitt unter massivem Bombardement extreme Verluste. Etwa 20.000 deutsche Soldaten fielen oder wurden verwundet, während die Alliierten etwa 55.000 Verluste hinnehmen mussten. Die Fallschirmjäger verdienten sich den Beinamen “Grüne Teufel” für ihre entschlossene Verteidigung.

Nach den schweren Verlusten auf Kreta, wo 3.600 von 22.000 eingesetzten deutschen Fallschirmjägern fielen, verbot Hitler weitere große Luftlandeoperationen. Die Fallschirmjäger dienten für den Rest des Krieges hauptsächlich als Elite-Infanterie. Bis 1945 waren zehn Fallschirmjäger-Divisionen aufgestellt worden.

Dieses spezielle Exemplar wurde von Unteroffizier Karl-Heinz Grunert getragen, der im Mai und Juni 1941 am Unternehmen Merkur, der Schlacht um Kreta, teilnahm. 1942 wurde er zum Fallschirmjäger-Regiment 4 versetzt und ab 1943 in Italien eingesetzt, wo er an der Schlacht um Monte Cassino teilnahm. Er kämpfte in den Rückzugsgefechten bis zur Po-Ebene und geriet am 10. April 1945 in US-amerikanische Kriegsgefangenschaft. Grunert wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse und dem Fallschirmjägerabzeichen ausgezeichnet. Er verstarb im Jahr 2001.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden M38-Fallschirmjägerhelme aufgrund ihrer Seltenheit und des legendären Status der Einheiten zu begehrten Sammlerstücken. Viele Originalhelme wurden von alliierten Soldaten als Kriegstrophäen mitgenommen. Dieser spezielle Helm verblieb im Besitz der Familie Grunert, bis er 2022 direkt von seinem Sohn zusammen mit einem Originalfoto und der dokumentierten Familiengeschichte erworben wurde.

r