Reichsführer SS: kompletter Satz Effekten für den Dienstrock sowie Besitzzeugnis zum Ehrenzeichen der Alten Garde aus dem persönlichen Besitz von Heinrich Himmler

um 1938/39. Paar Kragenspiegel, Ärmelband und Schulterstück für den schwarzen bzw. feldgrauen offenen Dienstrock. Die Kragenspiegel mit der besonderen Stickerei für den Reichsführer SS: je 3 Eichenblätter in einem offenen Lorbeerkranz. Metallfaden handgestickte Ausführung, auf dem Lorbeerkranz zusätzlich kleine aufgenähte Metallperlen, auf schwarzem Samttuch mit umlaufender Silberkordel. Anbei eine RZM-Plombe, mit denen die Kragenspiegel wohl zusammen befestigt waren. Die Kragenspiegel sind ungetragen, komplett in der original Pappschachtel des Lieferanten, seitlich mit schwarzem Aufdruck "Reichsführer SS - Alu." . Das Schulterstücke mit dem schweren 2-farbigen Silbergeflecht auf schwarzer Tuchunterlage mit der besonderen Metallauflage für den Reichsführer SS: 3 übereinander liegende Eichenblätter. Ausführung zum einnähen, auf der Unterseite mit gewebtem Stoffetikett "RZM 38/36 SS". Komplett mit vernickeltem Schulterknopf, rückseitig gestempelt "SS RZM 63". Dazu das Ärmelband für SS-Hauptamtschefs in Aluminium gewebter Tresse mit schwarzen Randstreifen. Volle Länge 44 cm mit umgenähten Enden, auf der linken Seite mit RZM/SS-Papieretikett. Alle Effekten ungetragen, in gutem Zustand. Weiterhin das Besitzzeugnis für das "Ehrenzeichen der Alten Garde", verliehen vom Gauleiter des Gaues Bayerische Ostmark der NSDAP, ausgestellt auf "Himmler, Heinrich München". Die Urkunde ist datiert "Bayreuth, den 10. September 1933", mit original Unterschrift "Schemm" Gauleiter. Zustand 2.
Ein historisch einmaliges Ensemble von musealer Bedeutung. 

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Reichsführer SS: kompletter Satz Effekten für den Dienstrock sowie Besitzzeugnis zum Ehrenzeichen der Alten Garde aus dem persönlichen Besitz von Heinrich Himmler

Dieses außergewöhnliche Ensemble von Uniformeffekten und einem Besitzzeugnis bildet ein historisch bedeutsames Konvolut, das unmittelbar mit der höchsten Rangstruktur der Schutzstaffel (SS) verbunden ist. Die Zusammenstellung umfasst ein Paar Kragenspiegel, ein Schulterstück, ein Ärmelband sowie ein Besitzzeugnis zum Ehrenzeichen der Alten Garde – sämtlich dem Rang des Reichsführers SS zugeordnet und auf Heinrich Himmler bezogen.

Der Rang des Reichsführers SS

Der Titel Reichsführer SS fungierte von 1925 bis 1934 zunächst als Amtsbezeichnung und wurde ab 1934 zum höchsten Dienstgrad der SS erhoben. Heinrich Himmler (1900–1945) bekleidete diese Position von 1929 bis zu seinem Tod im Mai 1945. Er war eine der mächtigsten Figuren des nationalsozialistischen Deutschlands und kontrollierte die SS, die Gestapo sowie das Konzentrationslagersystem. Ab 1943 amtierte er zusätzlich als Reichsminister des Innern. Seine NSDAP-Mitgliedsnummer lautete 14.303, und er war Träger des Goldenen Parteiabzeichens. Von 1934 bis 1945 war Himmler der einzige Inhaber dieses Rangs.

Die Kragenspiegel

Die Kragenspiegel zeigen das einzigartige Muster des Reichsführers SS: drei Eichenblätter in einem offenen Lorbeerkranz. Es handelt sich um eine handgestickte Ausführung in Metallfaden, ergänzt durch kleine aufgenähte Metallperlen auf dem Lorbeerkranz. Die Basis besteht aus schwarzem Samt mit umlaufender Silberkordel. Ab dem 1. Dezember 1933 wurde vorgeschrieben, dass Kragenspiegel für Ränge ab SS-Standartenführer auf schwarzem Samt statt auf schwarzer Wolle gefertigt werden mussten. Ab 1934 erfolgte die Stickerei der Offiziers-Kragenspiegel in Aluminiumdraht mit massiver Aluminiumkordel als Einfassung. Die Kragenspiegel befinden sich in ihrer originalen Pappschachtel mit dem schwarzen Aufdruck „Reichsführer SS – Alu.“ und sind mit einer RZM-Plombe versehen.

Das Schulterstück

Das einzelne Schulterstück weist das schwere, zweifarbige Silbergeflecht auf schwarzer Tuchunterlage auf, mit der für den Reichsführer SS charakteristischen Metallauflage aus drei übereinander liegenden Eichenblättern. Es handelt sich um eine Ausführung zum Einnähen, versehen mit einem vernickelten Schulterknopf. Auf dem schwarzen M32 Dienstrock wurde nur ein Schulterstück auf der rechten Schulter getragen, während auf dem feldgrauen Rock zwei getragen wurden. Bemerkenswert ist, dass Heinrich Himmler als einziger unter den SS-Generälen nach April 1942 weiterhin silberne geflochtene Schulterstücke mit Eichenblättern trug, während alle anderen SS-Generäle auf das Muster der Wehrmacht in Gold wechselten.

Das Ärmelband

Das Ärmelband entspricht dem Hauptamtschef-Muster in aluminiumgewebter Tresse mit schwarzen Randstreifen und einer Gesamtlänge von 44 cm. Diese rangbezeichnenden Ärmelbänder wurden vom Reichsführer SS, von Amtschefs und Hauptamtschefs der drei SS-Hauptämter getragen. Es gab laut Museumsquellen nur zwanzig Hauptamtschefs in der gesamten SS-Hierarchie. Diese Art der rangbezeichnenden Ärmelbänder wurde 1939/1940 zugunsten der standardmäßigen Inschrift „Reichsführung-SS“ eingestellt.

Das RZM-System

Sämtliche Effekten tragen Markierungen der Reichszeugmeisterei (RZM), der zentralen Beschaffungs- und Qualitätskontrollbehörde der NSDAP mit Sitz in München. Ab 1934 lizenzierte die RZM alle Hersteller und verlangte die Kennzeichnung aller Partei- und SS-Uniformen und Abzeichen. Bis Mitte 1934 waren etwa 15.000 lizenzierte Hersteller registriert. Das Schulterstück trägt die Kennzeichnung „RZM 38/36 SS“, wobei 38 den Herstellercode und 36 das Jahr 1936 bezeichnet. Der Schulterknopf ist mit „SS RZM 63“ gestempelt, was auf einen weiteren lizenzierten Hersteller verweist. Das Ärmelband besitzt ein RZM/SS-Papieretikett.

Das Besitzzeugnis zum Ehrenzeichen der Alten Garde

Das Besitzzeugnis dokumentiert die Verleihung des Ehrenzeichens der Alten Garde an „Himmler, Heinrich München“. Es wurde am 10. September 1933 in Bayreuth ausgestellt und trägt die Originalunterschrift von Hans Schemm (1891–1935), Gauleiter des Gaues Bayerische Ostmark. Dieser Gau war am 19. Januar 1933 durch Zusammenlegung der Gaue Oberfranken, Niederbayern und Oberpfalz entstanden, mit Bayreuth als Hauptstadt. Schemm diente gleichzeitig als Bayerischer Staatsminister für Erziehung und Unterricht ab März 1933. Er war Träger des Goldenen Parteiabzeichens, SA-Gruppenführer sowie Gründer und Reichswalter des Nationalsozialistischen Lehrerbundes (NSLB). Schemm kam am 5. März 1935 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben.

Das Ehrenzeichen der Alten Garde ehrte die sogenannten „Alten Kämpfer“, die der NSDAP oder ihren angeschlossenen Organisationen vor dem 30. Januar 1933 beigetreten waren. Es unterschied diese von opportunistischen Mitgliedern, die erst nach der Machtergreifung eintraten, und würdigte ihre Treue während der sogenannten „Kampfzeit“ von 1925 bis 1933.

Historischer Kontext und Nachgeschichte

Der schwarze SS-Dienstrock (M1932 Dienstrock) wurde 1932 eingeführt und blieb bis 1945 in Verwendung. Die vorliegenden Effekten lassen sich anhand der RZM-Markierungen und der Produktionsmerkmale in den Zeitraum um 1938/1939 einordnen. Nach der Niederlage Nazideutschlands im Mai 1945 wurden sämtliche SS-Uniformen, Abzeichen und NSDAP-Auszeichnungen in Deutschland verboten. Das Gesetz über Titel, Orden und Ehrenzeichen vom 26. Juli 1957 regelt diese Verbote. Solche Gegenstände gelten als verfassungsfeindliche Propagandamittel nach deutschem Recht. Der Handel und die Zurschaustellung bleiben in Deutschland und Österreich rechtlich eingeschränkt.

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