SA Hutadler für die Schaftmütze

2. Modell nach 1939, Fertigung aus Feinzink, rückseitig mit Hersteller "RZM M 1/50", Oberfläche korrodiert, Zustand 4.


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25,00

SA Hutadler für die Schaftmütze

Der SA-Hutadler für die Schaffmütze stellt ein bedeutendes Ausrüstungsstück der nationalsozialistischen Paramilität dar. Die Sturmabteilung (SA), gegründet im August 1921, entwickelte sich zur ersten großen paramilitärischen Organisation der NSDAP und spielte eine entscheidende Rolle während der Weimarer Republik und in den frühen Jahren des NS-Regimes.

Das vorliegende Exemplar gehört zum zweiten Modell nach 1939, das nach der Einführung neuer Uniformvorschriften produziert wurde. Nach den Ereignissen des sogenannten “Röhm-Putsches” am 30. Juni 1934, bei dem die SA-Führung ausgeschaltet wurde, verlor die Organisation erheblich an politischer Bedeutung. Dennoch blieb sie bis zum Kriegsende als paramilitärische Formation bestehen und ihre Mitglieder trugen weiterhin die charakteristischen Uniformabzeichen.

Die Schaffmütze (auch Schirmmütze genannt) war Teil der SA-Dienstuniform und wurde von Führern und Mannschaften getragen. Der Hutadler, auf der Vorderseite der Mütze angebracht, zeigte das nationalsozialistische Hoheitszeichen: einen stilisierten Adler mit ausgebreiteten Schwingen, der ein Hakenkreuz in seinen Fängen hält. Diese Symbolik war für alle NS-Organisationen verpflichtend und folgte strengen gestalterischen Vorgaben.

Die Fertigung aus Feinzink war während der Kriegsjahre üblich, da kriegswichtige Metalle wie Aluminium und Kupfer für die Rüstungsproduktion benötigt wurden. Zink bot eine praktikable Alternative, die sich kostengünstig verarbeiten ließ und dennoch ausreichende Haltbarkeit garantierte. Die Herstellung solcher Abzeichen erfolgte durch vom Regime lizenzierte Firmen, die unter strenger Kontrolle standen.

Die rückseitige Markierung “RZM M 1/50” ist von besonderer historischer Bedeutung. RZM steht für Reichszeugmeisterei, die zentrale Beschaffungsstelle der NSDAP, die 1929 gegründet wurde. Diese Organisation war verantwortlich für die Qualitätskontrolle, Standardisierung und Verteilung aller Uniformteile und Abzeichen der Parteigliederungen. Die Kennzeichnung “M 1/50” identifiziert den Hersteller: Das “M” steht für Metall, die Zahl “1” für die Hauptkategorie der Hersteller und “50” für die spezifische Herstellerfirma. Dieses System ermöglichte eine lückenlose Rückverfolgbarkeit der Produktion.

Die RZM führte umfangreiche Herstellerlisten, in denen Hunderte von Firmen registriert waren. Diese Unternehmen mussten strenge Qualitätsstandards erfüllen und wurden regelmäßig kontrolliert. Die Vergabe der RZM-Nummern erfolgte systematisch, wobei verschiedene Produktkategorien unterschiedlichen Nummernsystemen zugeordnet wurden.

Das zweite Modell des SA-Hutadlers unterschied sich in Details vom ersten Modell, das bis 1939 verwendet wurde. Die Änderungen betrafen häufig die Proportionen, die Ausarbeitung der Federn und die Befestigungsmethode. Nach 1939 wurde die Produktion zunehmend vereinfacht und standardisiert, um den steigenden Bedarf der expandierenden NS-Organisationen zu decken.

Die SA zählte in ihrer Blütezeit um 1933/34 mehrere Millionen Mitglieder und benötigte entsprechend große Mengen an Uniformteilen und Abzeichen. Nach 1934 nahm die Bedeutung ab, doch blieb die Organisation bestehen und führte verschiedene Aufgaben im Bereich der vormilitärischen Ausbildung, des Sports und der paramilitärischen Schulung durch.

Der beschriebene korrodierte Zustand ist typisch für Zinklegierungen, die über Jahrzehnte der Witterung ausgesetzt waren. Zink neigt zur Bildung von Oxidschichten und kann bei ungünstigen Lagerbedingungen die sogenannte “Zinkpest” entwickeln, eine fortschreitende Korrosion, die das Material porös werden lässt.

Heute sind solche Objekte Gegenstand militärhistorischer Sammlungen und dienen der wissenschaftlichen Erforschung der NS-Zeit. Sie dokumentieren die materielle Kultur einer verbrecherischen Diktatur und helfen, die Mechanismen totalitärer Herrschaft zu verstehen. Die systematische Erfassung durch die RZM zeigt die bürokratische Durchdringung aller Lebensbereiche im NS-Staat.

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