III. Reich nichttragbare Siegerplakette "NS Reichskriegerbund Meisterschaften Gau-Kriegerverband Süd Hochland 1940"

Quadratische Plakette aus Feinzink bronziert mit aufgelegtem emaillierten Abzeichen des NS-Reichskriegerbund Gruppe Hochland , 67 x 70 mm. Rückseitig mit Hersteller "Carl Poellath Schrobenhausen". Zustand 2.
238453
240,00

III. Reich nichttragbare Siegerplakette "NS Reichskriegerbund Meisterschaften Gau-Kriegerverband Süd Hochland 1940"

Die hier vorliegende nichttragbare Siegerplakette des NS-Reichskriegerbundes aus dem Jahr 1940 stellt ein bemerkenswertes Zeugnis der paramilitärischen Organisationsstruktur des Dritten Reiches dar. Sie wurde anlässlich von Meisterschaften des Gau-Kriegerverbandes Süd Hochland verliehen und dokumentiert die systematische Einbindung von Veteranenorganisationen in das nationalsozialistische Herrschaftssystem.

Der NS-Reichskriegerbund entstand 1938 durch die Zwangsvereinigung des traditionsreichen Kyffhäuserbundes und anderer Veteranenvereinigungen. Diese Gleichschaltung war Teil der umfassenden NS-Politik, alle gesellschaftlichen Organisationen unter parteiliche Kontrolle zu bringen. Der Reichskriegerbund diente als Sammelbecken für ehemalige Soldaten des Ersten Weltkrieges und sollte deren Erfahrungen und militärische Traditionen im Sinne der nationalsozialistischen Ideologie instrumentalisieren.

Die Organisation gliederte sich nach dem territorialen Gau-System der NSDAP. Der hier erwähnte Gau-Kriegerverband Süd Hochland umfasste Teile Oberbayerns und war eine von zahlreichen regionalen Untergliederungen. Diese Strukturen organisierten regelmäßig Wettkämpfe und Meisterschaften, die paramilitärischen Charakter trugen und der Aufrechterhaltung soldatischer Fertigkeiten dienten.

Das Jahr 1940 markiert einen bedeutenden Zeitpunkt in der Geschichte des Zweiten Weltkrieges. Nach den erfolgreichen Feldzügen gegen Polen (1939) und den Westmächten im Frühjahr 1940 befand sich das Deutsche Reich auf dem Höhepunkt seiner militärischen Expansion. In diesem Kontext dienten solche Veranstaltungen der Heimatfront zur Stärkung des Wehrgedankens und der Mobilisierung der Zivilbevölkerung.

Die quadratische Plakette besteht aus bronziertem Feinzink, einem Material, das während der Kriegsjahre zunehmend Verwendung fand, da wertvolle Metalle für die Rüstungsproduktion benötigt wurden. Das aufgelegte emaillierte Abzeichen zeigt die Insignien der Gruppe Hochland, einer regionalen Kennzeichnung innerhalb des Reichskriegerbundes.

Besondere Bedeutung kommt der rückseitigen Herstellermarkierung zu: Carl Poellath Schrobenhausen. Die Firma Poellath, gegründet im 19. Jahrhundert, entwickelte sich zu einem der bedeutendsten Hersteller von Orden, Ehrenzeichen und Abzeichen in Deutschland. Das Unternehmen produzierte während der NS-Zeit zahlreiche offizielle Auszeichnungen und Embleme für Partei, Wehrmacht und angeschlossene Organisationen. Die Qualität der Poellath-Erzeugnisse war hochgeschätzt, was sich in der präzisen Ausführung und Detailtreue der Produkte widerspiegelte.

Nichttragbare Plaketten dieser Art unterschieden sich grundlegend von tragbaren Auszeichnungen. Sie wurden üblicherweise in Vitrinen ausgestellt oder aufbewahrt und dienten als Erinnerungsstücke an sportliche oder kameradschaftliche Erfolge. Ihre Größe von 67 x 70 mm macht sie zu eindrucksvollen Schaustücken, die den repräsentativen Charakter solcher Veranstaltungen unterstreichen.

Die Wettkämpfe des Reichskriegerbundes umfassten typischerweise Disziplinen wie Schießwettbewerbe, Geländemärsche und andere militärnahe Übungen. Sie sollten die körperliche Ertüchtigung fördern und gleichzeitig den Gemeinschaftsgeist im Sinne der Volksgemeinschaftsideologie stärken. Solche Veranstaltungen waren auch Gelegenheiten für politische Reden und Propaganda.

Aus historischer Perspektive dokumentieren solche Objekte die durchdringende Militarisierung der deutschen Gesellschaft in der NS-Zeit. Selbst Veteranenvereine, die ursprünglich der Kameradschaftspflege und sozialen Fürsorge dienten, wurden zu Instrumenten der Kriegsvorbereitung und ideologischen Indoktrination umfunktioniert.

Die Erhaltung solcher Plaketten in Sammlungen dient heute der historischen Forschung und Bildung. Sie ermöglichen Einblicke in die Alltagskultur und Organisationsstrukturen des Dritten Reiches jenseits der großen politischen und militärischen Ereignisse. Gleichzeitig mahnen sie zur kritischen Auseinandersetzung mit diesem dunklen Kapitel deutscher Geschichte.

Für Sammler und Historiker bieten solche nichttragbaren Auszeichnungen wichtige Informationen über Herstellungstechniken, regionale Besonderheiten und die Vielfalt des NS-Auszeichnungswesens. Die Kombination aus dokumentiertem Hersteller, genauer Datierung und lokalem Bezug macht diese Plakette zu einem wertvollen historischen Quellenobjekt.

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