Königreich Preußen Fahnentuch der Regimentsstandarte des Ulanen-Regiment „Graf zu Dohna“ (Ostpreußisches) Nr. 8

Standort Gumbinnen, Ostpreußen.  Verleihungsdatum der Standarte im Jahr 1898. Das Fahnentuch aus mittelblauer Seide mit eingewebtem Rankenmuster, die schwarz/weiß/schwarzen Eckteile eingenäht, darin jeweils die in Silber Metallfaden handgestickte gekrönte Chiffre "WR" im Lorbeerkranz. Das Zentrum aus Goldfaden-Gewebte, handgestickt mit dem fliegenden preußischen Adler mit dunkelgrünem Spruchband "PRO GLORIA ET PATRIA", umgeben von silbernem gestickten unten gebundenem Lorbeerkranz, darüber die Preußische Krone. Umlaufend mit silbernen Fransen. Das Fahnentuch wurde von der Fahnenstange abgenommen, das Umschlagtuch nicht abgeschnitten. Größe der Fahne ca 51 x 81 cm. Leichte Gebrauchs- und Altersspuren mit einigen leichten Beschädigungen in der blauen Seide, die Rückseite und das Umschlagtuch etwas stärker angegriffen, jedoch in gutem Gesamtzustand und außergewöhnlich selten !

Es befinden sich heute nur noch ganz wenige Standarten der preußischen Kavallerie in privaten Sammlungen. Im Mai 1945 wurden viele Fahnen und Standarten von der Roten Armee erbeutet und befinden sich noch heute in Moskau. Einige Fahnen befinden sich in deutschen Museen, andere wurden gegen Kriegsende zerstört. 

Eine der schönsten und bedeutendsten militärischen Relikte, die wir dieses Jahr anbieten dürfen.


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Die Regimentsstandarte des Ulanen-Regiments „Graf zu Dohna“ (Ostpreußisches) Nr. 8

Unter den militärischen Relikten des Königreichs Preußen nehmen die Kavalleriestandarten eine herausragende Stellung ein. Sie waren nicht nur taktische Feldzeichen, sondern Symbole der Ehre, der Tradition und der lebendigen Verbindung zwischen Krone und Regiment. Die hier vorgestellte Regimentsstandarte des Ulanen-Regiments „Graf zu Dohna“ (Ostpreußisches) Nr. 8 gehört zu den seltensten erhaltenen Exemplaren preußischer Kavalleriefahnen und verkörpert ein außergewöhnliches Stück preußisch-deutscher Militärgeschichte.

Ein Regiment aus dem Geist der Befreiungskriege

Die Geschichte des Regiments reicht zurück in die dramatischen Jahre der napoleonischen Kriege. Friedrich zu Dohna-Schlobitten verließ 1812 die preußische Armee, um in russische Dienste zu treten. Er schloss sich der Russisch-Deutschen Legion an und wurde Major im Stab der Husaren dieser Legion. Am 1. September 1814 überführte Graf zu Dohna zwei Husarenregimenter der Russisch-Deutschen Legion in den preußischen Dienst. Am 19. März 1815 erfolgte die Formierung eines Ulanenregiments, aus dem später das Ostpreußische Ulanen-Regiment Nr. 8 hervorging. Die Gründung des Regiments war somit ein gemeinsames preußisch-russisches Unternehmen der Befreiungskriege – ein Umstand, der dem Regiment von Anbeginn eine besondere historische Identität verlieh. Den ehrenden Beinamen „Graf zu Dohna“ erhielt das Regiment im Jahr 1889.

Das Regiment war in Ostpreußen stationiert: Das 1. und 3. Eskadron lagen in Stallupönen, das 2. Eskadron in Gumbinnen. Diese Garnisonsorte an der östlichen Peripherie des Deutschen Reiches unterstrichen die Rolle des Regiments als Teil der preußischen Grenzverteidigung.

Verleihung der Standarte im Jahr 1898

Die vorliegende Standarte wurde im Jahr 1898 verliehen, während der Regierungszeit Kaiser Wilhelms II. (regierte 1888–1918). Sie trägt daher in den Eckfeldern die gekrönte Chiffre „WR“Wilhelm Rex –, handgestickt in silbernem Metallfaden und eingebettet in Lorbeerkränze.

Beschaffenheit und Gestaltung

Die Standarten und Fanions der preußischen Kavallerie unterschieden sich grundlegend von den Infanteriefahnen. Obwohl deutlich kleiner in ihren Abmessungen, waren sie in ihrer materiellen Ausführung die „Schwergewichte“ unter den Fahnen der preußischen Armee. Im Gegensatz zu Infanteriefahnen, die lediglich bemalt waren, bestanden Kavalleriestandarten aus schwerer Seide, waren beidseitig gearbeitet und trugen Stickereien statt bloßer Malerei, ergänzt durch Fransen und erhabene Details.

Das Fahnentuch dieser Standarte besteht aus mittelblauer Seide mit eingewebtem Rankenmuster. Die schwarz/weiß/schwarzen Eckteile sind eingenäht und enthalten jeweils die in silbernem Metallfaden handgestickte gekrönte Chiffre „WR“ im Lorbeerkranz. Das Zentrum ist aus Goldfaden gewebt und zeigt den handgestickten fliegenden preußischen Adler mit einem dunkelgrünen Spruchband mit der Devise „PRO GLORIA ET PATRIA“ – „Für Ruhm und Vaterland“. Der Adler ist umgeben von einem in Silber gestickten, unten gebundenen Lorbeerkranz, darüber die Preußische Krone. Umlaufend ist das Fahnentuch mit silbernen Fransen versehen. Die Maße betragen ca. 51 × 81 cm. Das Fahnentuch wurde von der Fahnenstange abgenommen, wobei das Umschlagtuch nicht abgeschnitten wurde.

Krieg und Untergang

Das Ulanen-Regiment „Graf zu Dohna“ Nr. 8 nahm am Ersten Weltkrieg teil, wie in der Regimentsgeschichte „Das Ulanen-Regiment Graf zu Dohna (Ostpr.) Nr. 8 im Weltkrieg“ dokumentiert. Nach der Niederlage Deutschlands wurde das Regiment im Jahr 1919 aufgelöst – ein Schicksal, das es mit der gesamten preußischen Armee teilte.

Das Schicksal der preußischen Kavalleriestandarten

Die Geschichte dieser Standarte nach der Auflösung des Regiments ist von besonderer Bedeutung für das Verständnis ihrer extremen Seltenheit. Heute befinden sich nur noch ganz wenige Standarten preußischer Kavallerieregimenter in privaten Sammlungen. Im Mai 1945 wurden zahlreiche Fahnen und Standarten von der Roten Armee erbeutet und befinden sich noch heute in Moskau. Bei der Moskauer Siegesparade am 24. Juni 1945 wurden 200 erbeutete deutsche Militärstandarten gezeigt; die meisten stammten aus dem Berliner Zeughaus (dem Kriegsgedenkmuseum), sodass viele Fahnen nicht aus dem Zweiten Weltkrieg, sondern aus der Kaiserzeit stammten. Andere Fahnen befinden sich in deutschen Museen, wieder andere wurden gegen Kriegsende zerstört.

Dass diese Standarte erhalten geblieben ist und sich heute in einer privaten Sammlung befindet, macht sie zu einem der bedeutendsten und seltensten militärischen Sammlerstücke preußischer Provenienz. Sie ist ein greifbares Zeugnis einer über hundertjährigen Regimentsgeschichte – von den Befreiungskriegen über die Kaiserzeit bis zum Untergang der preußischen Armee.

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