NSDAP Schirmmützenkokarde für Politische Leiter 2. Modell
Die NSDAP Schirmmützenkokarde für Politische Leiter im 2. Modell stellt ein bedeutendes Abzeichen der nationalsozialistischen Parteihierarchie dar, das zwischen 1934 und 1945 von Funktionären der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) getragen wurde.
Nach der Machtübernahme 1933 entwickelte die NSDAP ein komplexes System von Uniformen und Abzeichen, um die verschiedenen Ränge und Funktionen innerhalb der Parteiorganisation sichtbar zu machen. Die Politischen Leiter bildeten das Rückgrat der NSDAP-Organisation und waren für die politische Durchdringung aller Lebensbereiche auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene verantwortlich. Ihre Hierarchie reichte vom einfachen Blockleiter bis zum Reichsleiter.
Das hier beschriebene 2. Modell der Schirmmützenkokarde wurde etwa ab 1934/1935 eingeführt und ersetzte frühere, einfachere Versionen. Diese Kokarde wurde an der Vorderseite der Schirmmütze angebracht und diente als zentrales Erkennungszeichen. Die emaillierte Ausführung war die höherwertige Variante im Vergleich zu gestanzten oder geprägten Versionen und wurde bevorzugt von höheren Funktionären getragen, war aber grundsätzlich für alle Politischen Leiter verfügbar, die sich eine solche Qualitätsausführung leisten konnten oder wollten.
Die technische Ausführung mit rückseitigen Splinten ermöglichte eine sichere Befestigung an der Mütze. Diese Splinte wurden durch das Mützengewebe gesteckt und auf der Innenseite umgebogen. Die Emaillierung sorgte für eine dauerhafte, glänzende Oberfläche mit leuchtenden Farben - typischerweise die Parteifarben Rot, Weiß und Schwarz mit dem charakteristischen Hakenkreuz in der Mitte, umgeben von einem Eichenlaubkranz.
Die Uniformordnung der NSDAP wurde durch verschiedene Anordnungen und Richtlinien geregelt, die vom Reichsorganisationsleiter herausgegeben wurden. Die genauen Spezifikationen für Kokardenformen, Größen und Trageweise waren detailliert festgelegt. Das 2. Modell zeichnete sich durch eine verfeinerte Gestaltung und bessere Proportionen gegenüber dem ersten Modell aus.
Die Herstellung solcher Abzeichen erfolgte durch verschiedene Hersteller im gesamten Deutschen Reich. Die Firmen mussten bestimmte Qualitätsstandards einhalten und waren oft durch Herstellermarken auf der Rückseite gekennzeichnet. Die emaillierte Ausführung erforderte spezielle handwerkliche Fähigkeiten und mehrere Arbeitsgänge, einschließlich des Auftragens und Einbrennens der Emaillefarben bei hohen Temperaturen.
Im Kontext der Parteiorganisation trugen die Politischen Leiter ihre Uniformen und Abzeichen bei offiziellen Anlässen, Parteiversammlungen, Aufmärschen und während ihrer dienstlichen Tätigkeit. Die Kokarde war dabei ein unverzichtbarer Bestandteil der kompletten Uniform und signalisierte unmittelbar die Zugehörigkeit zur Parteiführung.
Nach 1945 wurden alle nationalsozialistischen Symbole und Abzeichen durch die alliierten Besatzungsmächte verboten. Der Besitz, die Herstellung und das Zeigen solcher Gegenstände wurde unter Strafe gestellt. Heute unterliegen diese Objekte in Deutschland dem §86a StGB, der das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen regelt. Ausnahmen bestehen für historische, wissenschaftliche und aufklärerische Zwecke.
Aus militärhistorischer Perspektive dokumentieren solche Abzeichen die systematische Durchorganisierung der nationalsozialistischen Herrschaft und die Bedeutung von Symbolen und äußeren Zeichen für die Machtdemonstration des Regimes. Sie sind wichtige Studienobjekte für das Verständnis der NS-Herrschaftsstruktur, der Propagandamechanismen und der Alltagsgeschichte dieser Epoche.
Die Erhaltung im Zustand 1- (nahezu neuwertig) deutet darauf hin, dass dieses Exemplar entweder wenig getragen wurde oder unter optimalen Bedingungen aufbewahrt wurde. Die Emaillierung ist bei guter Erhaltung besonders beständig, kann aber bei mechanischer Beanspruchung absplittern.