U-Bootkriegsabzeichen - Friedrich Orth

Feinzink, rückseitig markiert" f.o.", die runde Nadel magnetisch. Getragen, Zustand 2.
504353
500,00

U-Bootkriegsabzeichen - Friedrich Orth

Das U-Bootkriegsabzeichen gehört zu den bedeutendsten deutschen Militärauszeichnungen des Zweiten Weltkriegs und symbolisiert die gefährliche Rolle der U-Boot-Waffe in der Seekriegsführung. Diese spezielle Ausführung wurde vom Hersteller Friedrich Orth aus Wiens produziert und trägt die charakteristische Herstellermarkierung “f.o.” auf der Rückseite.

Das U-Bootkriegsabzeichen wurde durch Großadmiral Karl Dönitz am 13. Oktober 1939 gestiftet, nur wenige Wochen nach Kriegsbeginn. Diese schnelle Einführung unterstreicht die zentrale Bedeutung, die das Oberkommando der Kriegsmarine der U-Boot-Waffe beimaß. Die Verleihungsbedingungen waren präzise geregelt: U-Boot-Besatzungsmitglieder mussten zwei erfolgreiche Feindfahrten absolviert oder sich durch besondere Tapferkeit im U-Boot-Krieg ausgezeichnet haben. Verwundete Besatzungsmitglieder konnten das Abzeichen bereits nach einer Feindfahrt erhalten.

Das Design des Abzeichens stammt vom Bildhauer Paul Casberg aus Berlin und zeigt ein frontales U-Boot vom Typ VII, umrahmt von einem ovalen Eichenlaubkranz. Das U-Boot ist stilisiert durch die Wellen pflügend dargestellt, mit erkennbarem Turm und Bugwelle. Die Darstellung vermittelt Dynamik und Entschlossenheit und wurde zum ikonischen Symbol der deutschen U-Boot-Waffe. Die Abmessungen betrugen etwa 55 x 46 mm.

Der Hersteller Friedrich Orth war ein etablierter Wiener Produzent von Orden und militärischen Auszeichnungen. Nach dem Anschluss Österreichs 1938 wurde die Firma in das Produktionssystem des Deutschen Reiches integriert. Orth fertigte verschiedene militärische Auszeichnungen, wobei die Produkte in der Regel aus Feinzink gefertigt wurden, wie auch dieses Exemplar. Die Markierung “f.o.” auf der Rückseite identifiziert eindeutig die Herkunft aus dieser Wiener Manufaktur.

Die Konstruktion aus Feinzink war während des Krieges üblich, da strategische Metalle wie Bronze oder Buntmetall für kriegswichtige Produktionen reserviert werden mussten. Die verwendete Nadel ist magnetisch, was auf Eisen oder Stahl als Material hindeutet – ebenfalls typisch für die Kriegsproduktion. Die Nadel war als runde, gerade Konstruktion mit C-Haken oder Hakenverschluss ausgeführt und ermöglichte das Tragen auf der linken Brustseite der Uniform.

Das U-Bootkriegsabzeichen wurde im Laufe des Krieges etwa 50.000 Mal verliehen, was angesichts der Gesamtzahl von etwa 40.000 U-Boot-Fahrern die hohe Verlusrate und die mehrfachen Verleihungen an überlebende Besatzungsmitglieder verdeutlicht. Die Schlacht im Atlantik forderte einen unvorstellbaren Tribut: Von den rund 40.000 U-Boot-Fahrern der Kriegsmarine fielen etwa 30.000, eine Verlustrate von 75 Prozent – die höchste aller deutschen Waffengattungen.

Im Jahr 1944 wurden zusätzliche Stufen eingeführt: Das U-Bootkriegsabzeichen mit Brillanten für außerordentliche Leistungen (nur einmal verliehen an Wolfgang Lüth) und das U-Bootkriegsabzeichen mit Brillanten und Schwertern, das nie verliehen wurde. Zuvor existierte bereits seit 1941 das U-Bootkriegsabzeichen mit Brillanten für besondere Verdienste.

Die Authentifizierung solcher Abzeichen erfordert heute Expertenwissen. Echte Stücke zeigen charakteristische Herstellungsmerkmale: präzise Detailarbeit im Eichenlaubkranz, korrekte Proportionen des U-Boots und die typische Patina des verwendeten Materials. Die Herstellermarkierungen wie “f.o.” sind wichtige Authentifizierungsmerkmale, wobei jedoch auch diese Markierungen in Fälschungen nachgeahmt werden.

Nach 1945 wurde das Tragen von NS-Auszeichnungen mit Hakenkreuz in Deutschland verboten. 1957 führte die Bundesrepublik Entnazifizierte Versionen ein, bei denen das Hakenkreuz durch einen Eichenlaubkranz ersetzt wurde. Diese konnten von berechtigten Veteranen legal getragen werden.

Heute sind originale U-Bootkriegsabzeichen gesuchte militärhistorische Sammlerstücke. Sie dokumentieren ein dunkles Kapitel der Seekriegsgeschichte und erinnern an die technologische Entwicklung der U-Boot-Waffe sowie an die jungen Männer, die unter extremsten Bedingungen in den stählenden Röhren der U-Boote ihren Dienst versahen. Die Exemplare von Friedrich Orth sind aufgrund ihrer dokumentierten Herkunft und handwerklichen Qualität besonders geschätzt und tragen zum Verständnis der Produktionsgeschichte deutscher Militaria bei.