III. Reich Dolch für Beamte des Diplomatischen Korps.

Es handelt sich hierbei um eine Fertigung der Firma Alcoso, Solingen. Die Griffbeschläge in Nickelausführung, unbeschädigte Perlmuttgriffschalen, sehr gut erhaltene Klinge, diese rückseitig mit dem Herstellerzeichen "Alcoso ACS Solingen" versehen, die Scheide unbeschädigt, leicht getönt, komplett mit dem original geknoteten Portepee. Der Dolch ist nur wenig getragen, die Versilberung ist noch gut erhalten. Ein sehr seltenes Stück. Zustand 2+
504354
12.000,00

III. Reich Dolch für Beamte des Diplomatischen Korps.

Der Diplomatische Korps-Dolch des Dritten Reiches repräsentiert eine der speziellsten und seltensten Kategorien deutscher Ehrenwaffen aus der Zeit zwischen 1933 und 1945. Diese Dolche wurden ausschließlich für Beamte des diplomatischen Dienstes angefertigt und stellen ein faszinierendes Zeugnis der nationalsozialistischen Bestrebungen dar, auch die zivilen Aspekte der Staatsmacht durch symbolische Objekte zu repräsentieren.

Die Einführung solcher Ehrenwaffen erfolgte im Rahmen der umfassenden Neugestaltung des deutschen Staatswesens nach 1933. Das Auswärtige Amt unter Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop führte verschiedene zeremonielle Elemente ein, um die Bedeutung der deutschen Diplomatie im neuen Reich zu unterstreichen. Der Diplomatische Korps-Dolch wurde durch entsprechende Verordnungen als Teil der Galauniform für höhere Beamte des Auswärtigen Dienstes festgelegt.

Die Firma Alcoso aus Solingen gehörte zu den renommiertesten Herstellern von Ehrenwaffen während dieser Zeit. Alexander Coppel & Söhne, so der vollständige Firmenname, war bereits seit dem 19. Jahrhundert für qualitativ hochwertige Blankwaffen bekannt. Das Unternehmen erhielt verschiedene Aufträge für militärische und zivile Ehrenwaffen des Dritten Reiches und zeichnete sich durch präzise Handwerkskunst aus.

Die typische Konstruktion dieser Dolche folgte strengen Vorgaben: Der Griff bestand aus Perlmutt-Griffschalen, die von vernickelten Metallbeschlägen gehalten wurden. Die Klinge, meist zwischen 20 und 25 Zentimetern lang, trug auf der Rückseite das Herstellerzeichen. Die dazugehörige Scheide war ebenfalls vernickelt und wurde mit einem geknoteten Portepee getragen, das den Rang und die Zugehörigkeit zum diplomatischen Korps anzeigte.

Historisch betrachtet wurden diese Dolche nur in sehr begrenzter Stückzahl produziert, da die Anzahl der berechtigten Träger naturgemäß klein war. Nur Beamte bestimmter Rangstufen im Auswärtigen Dienst waren berechtigt, diese Ehrenwaffe zu führen. Dies macht heute erhaltene Exemplare zu außerordentlich seltenen Sammlerobjekten und wichtigen historischen Zeugnissen.

Die Bedeutung solcher Objekte liegt nicht nur in ihrer handwerklichen Qualität, sondern auch in ihrem Zeugniswert für die Repräsentationskultur des nationalsozialistischen Deutschlands. Sie verdeutlichen die Bemühungen des Regimes, durch symbolische Objekte Autorität und Würde auch in den zivilen Bereichen der Staatsführung zu demonstrieren.