Kriegsmarine (KM) Dolch für Offiziere .

Späte Kriegsfertigung. Sehr gut erhaltene Klinge ohne Ätzung, Herstellerzeichen Ritterhelm und "WKC", weißer Griff mit intakter Drahtwicklung, die Blitzscheide ist unbeschädigt, die Vergoldung der Scheide größtenteils abgetragen, komplett mit gebundenem Portepee, Gebraucht mit normalen Alterspuren. Zustand 2
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1.250,00

Kriegsmarine (KM) Dolch für Offiziere .

Der Kriegsmarine-Offiziersdolch stellt eines der charakteristischsten Ausrüstungsgegenstände der deutschen Kriegsmarine während des Zweiten Weltkriegs dar. Diese zeremoniellen Waffen verkörperten nicht nur die militärische Tradition, sondern auch die maritime Identität der deutschen Seestreitkräfte zwischen 1935 und 1945.

Die Entwicklung des Kriegsmarine-Dolches geht auf die Heeresverordnung vom 21. Mai 1935 zurück, als die deutsche Marine offiziell als Kriegsmarine reorganisiert wurde. Der Dolch wurde als Teil der Galauniform für Offiziere aller Dienstgrade eingeführt und sollte die lange Tradition der deutschen Seefahrt symbolisieren. Das charakteristische Design mit seinem weißen Griff und der verzierten Scheide unterschied ihn deutlich von den Dolchen anderer Wehrmachtsteile.

Die Konstruktion und Herstellung erfolgte nach strengen militärischen Spezifikationen. Renommierte deutsche Klingenhersteller wie WKC (Weyersberg, Kirschbaum & Co.), Alexander Coppel, Carl Eickhorn und andere erhielten Aufträge zur Produktion. Das Ritterhelm-Symbol als Herstellerzeichen von WKC wurde zu einem der bekanntesten Qualitätsmerkmale. Die Klingen bestanden aus hochwertigem Stahl, während die charakteristischen weißen Griffe aus Celluloid oder ähnlichen Materialien gefertigt wurden.

Während der späten Kriegsfertigung ab 1942 mussten aufgrund von Materialknappheit und Produktionszwängen erhebliche Vereinfachungen vorgenommen werden. Aufwendige Ätzungen auf den Klingen, die zuvor Anker, Segelschiffe oder maritime Motive zeigten, wurden häufig weggelassen. Die Vergoldung der Scheiden wurde dünner aufgetragen oder durch andere Oberflächenbehandlungen ersetzt. Diese Sparmaßnahmen sind charakteristische Merkmale für Dolche aus den letzten Kriegsjahren.

Das Portepee, eine geflochtene Schnur mit Quasten, war ein integraler Bestandteil des Dolches und zeigte durch seine Farben und Ausführung den Dienstgrad und die Zugehörigkeit des Trägers an. Offiziere trugen goldene oder silberne Portepees, während Unteroffiziere entsprechend unterschiedliche Ausführungen erhielten.

Nach Kriegsende 1945 wurden die meisten Kriegsmarine-Dolche von den Alliierten konfisziert oder von deutschen Soldaten als Erinnerungsstücke behalten. Heute stellen sie wichtige historische Dokumente dar, die Einblicke in die militärische Kultur und Handwerkskunst der damaligen Zeit gewähren. Sammler und Historiker schätzen besonders gut erhaltene Exemplare, da sie authentische Zeugnisse einer bedeutsamen, wenn auch dunklen Periode der deutschen Marinegeschichte darstellen.