NSDAP Pistolentasche mit dem braunen Schulterriemen für die Ehrenwaffe für Politische Leiter

Um 1939. Fertigung aus braunem Leder, alle Beschlagteile aus Aluminium gold eloxiert. Die Pistolentasche für eine Walter 7,65 PPK, auf dem Taschendeckel der aufgelegte Hoheitsadler in der besonderen Ausführung für die Pistolentasche (etwas kleiner als der Adler für die Schirmmütze!), innen seitlich mit Abnahmestempel "L2/441/39". Die Tragehalterung mit 2 breiten Trageklips (zum auswechseln des Schulterriemen gegen die Paradeausführung), auf der Halterung oben mit 2 Hoheitsadlern. Der braune Schulterriemen vorne mit Verstellschließe. Nur leicht getragen, in sehr schöner unberührter original Erhaltung, Zustand 2.
Extrem selten, in über 30 Jahren ist dies das 1. Stück, welches wir anbieten können ! Weltweit sind nur ganz wenige Exemplare bekannt.
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Pistolentasche mit Schulterriemen für die Ehrenwaffe für Politische Leiter der NSDAP

Unter den Ausrüstungsgegenständen des Dritten Reiches nimmt die Pistolentasche für die Ehrenwaffe für Politische Leiter der NSDAP eine besondere Stellung ein. Sie gehört zu den seltensten und am wenigsten dokumentierten Objekten aus dem Bereich der NSDAP-Uniformierung und verbindet in sich funktionale Trageausrüstung mit dem politischen Repräsentationsanspruch der nationalsozialistischen Parteiführung. Das hier beschriebene Exemplar, datiert auf circa 1939, stellt ein außergewöhnlich gut erhaltenes Beispiel dieses Ausrüstungstyps dar.

Historischer Hintergrund: Die Ehrenwaffe für Politische Leiter

Die Ehrenwaffe des Politischen Leiters geht auf eine Anordnung Adolf Hitlers zurück, die von Dr. Robert Ley, dem Reichsorganisationsleiter, erläutert wurde und es Politischen Leitern gestattete, eine Pistole als Teil ihrer Uniform zu tragen. Das Griffdesign der Walther PPK in der speziellen Ausführung für Politische Leiter wurde von der Firma Walther im Januar 1938 den NSDAP-Funktionären vorgestellt. Die Genehmigung erfolgte im Februar 1938, und ab Mitte 1938 waren Pistole und zugehörige Ausrüstung über RZM-zugelassene Händler kommerziell erhältlich.

Ein wesentlicher Punkt, der in der Fachliteratur immer wieder betont wird, ist die Tatsache, dass die Ehrenwaffe kein Ehrengeschenk und keine Auszeichnung war, sondern ein Ausrüstungsgegenstand, den berechtigte Politische Leiter käuflich erwerben mussten. Der Erwerb war an strenge Voraussetzungen geknüpft: eine Empfehlung des Vorgesetzten, der Nachweis nationalsozialistischer weltanschaulicher Zuverlässigkeit, eine jährlich zu erneuernde Schießleistungsprüfung, ein über den Dienstweg beschaffter polizeilicher Waffenschein sowie die Registrierung der Seriennummer bei den zuständigen Personalämtern.

Berechtigt zum Erwerb waren Politische Leiter der Reichsleitung, der Gauleitung, der Kreisleitung sowie Ortsgruppenleiter. Die Politischen Leiter der NSDAP bildeten das administrative Rückgrat der Partei, hierarchisch gegliedert vom Blockleiter (zuständig für 40–60 Haushalte) über Zellenleiter, Ortsgruppenleiter (zuständig für 1.500–3.000 Haushalte), Kreisleiter (1939 bestanden 808 Kreise), Gauleiter (1939 bestanden 40–41 Gaue) bis hin zu den Reichsleitern (16–22 von Hitler ernannte Personen).

Die Pistolentasche im Detail

Die vorliegende Pistolentasche ist aus braunem Leder gefertigt und mit gold eloxierten Aluminiumbeschlägen versehen. Sie wurde für die Walther 7,65mm PPK dimensioniert. Auf dem Taschendeckel befindet sich ein aufgelegter NSDAP-Hoheitsadler in einer speziellen, etwas kleineren Ausführung, die eigens für Pistolentaschen konzipiert wurde und sich vom Adler der Schirmmütze unterscheidet. Auf der oberen Tragehalterung sind zwei weitere Hoheitsadler angebracht.

Sämtliche Uniformen, Waffen und Ausrüstungsgegenstände der NSDAP unterlagen der Kontrolle durch die Reichszeugmeisterei (RZM). Der im Inneren der Tasche befindliche Abnahmestempel „L2/441/39“ belegt die Abnahme und Prüfung im Jahr 1939.

Das Organisationsbuch der NSDAP, das in allen Ausgaben von 1936 bis 1943 die Ehrenwaffe und ihr Zubehör abbildete, dokumentiert zwei Varianten der Pistolentasche: eine schlichte rotbraune Ledertasche sowie eine Ausführung mit Adlerinsignie auf dem Deckel – zunächst als eingeprägte Version, später als aufgelegte goldene Metallausführung, wie sie bei diesem Exemplar von 1939 vorliegt.

Ein besonderes konstruktives Merkmal sind die zwei breiten Trageklips, die den Austausch des Schulterriemens ermöglichen. Neben dem hier vorhandenen 35mm breiten braunen Lederschulterriemen mit Verstellschließe existierte eine 40mm breite goldfarbig gewirkte Paradeausführung. Diese Auswechselbarkeit erlaubte es dem Träger, zwischen der Alltagsausführung und der repräsentativen Paradeversion zu wechseln.

Die Pistolentasche war bereits im Katalog des RZM-zugelassenen Händlers Albrecht Kind von 1938–1939 aufgeführt und dort zu einem Preis von 4,50 Reichsmark angeboten. Die Ausbildung im Umgang mit der Pistole wurde in der Vorschrift „Ausbildungs-Vorschrift für die Politischen Leiter der NSDAP – Ausbildung mit der Pistole“ geregelt.

Produktionszahlen und Seltenheit

Schätzungsweise wurden zwischen 1938 und 1942/43 etwa 3.500 Walther PPK-Pistolen mit den speziellen Griffschalen für Politische Leiter hergestellt. Die Seriennummernbereiche lagen zwischen 850.000–935.000 sowie 174.000K–234.965K (K-Suffix-Serie). Die Produktion wurde 1942/43 eingestellt, als das NSDAP-Organisationsamt einräumte, dass die Beschaffung dieser Gegenstände unter Kriegsbedingungen auf erhebliche Schwierigkeiten stieß.

Die zugehörigen Pistolentaschen gelten als ebenso selten oder sogar seltener als die Pistolen selbst. Dies erklärt sich aus der Natur von Lederwaren, die den Kriegs- und Nachkriegsjahren weniger widerstandsfähig standhielten als Metallgegenstände.

Nachkriegsgeschichte und Sammlerbedeutung

Nach 1945 entwickelten sich die Ehrenwaffen und ihr Zubehör zu hochbegehrten Sammlerstücken, insbesondere in den Vereinigten Staaten. Die Preisentwicklung verdeutlicht die außerordentliche Seltenheit: Allein für eine Pistolentasche wurden 2012 3.500 US-Dollar erzielt, während komplette Pistolensätze zwischen 2019 und 2022 Preise von 12.000 bis 25.000 US-Dollar erreichten. Die hohe Wertschätzung und die erzielbaren Preise führten allerdings auch zu einer weit verbreiteten Produktion von Fälschungen und Reproduktionen, insbesondere der Griffschalen für Politische Leiter. Originale Exemplare mit Provenienzdokumentation – etwa Personalpapiere mit eingetragenen Seriennummern oder Identitätsdokumente – sind außerordentlich selten.

Das vorliegende Stück mit seiner vollständigen Kombination aus Pistolentasche und braunem Lederschulterriemen in nahezu unberührter Originalerhaltung stellt ein bemerkenswertes Zeugnis der NSDAP-Ausrüstungsgeschichte dar und dokumentiert das System politischer Repräsentation und hierarchischer Ordnung, das die nationalsozialistische Parteistruktur kennzeichnete.

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