Nimmergut - Deutsche Orden und Ehrenzeichen 1800 - 1945,

Regenstauf, Battenberg, 2019. 22. Auflage, Gebundene Ausgabe, Kartoniert, Kleinformat, 1072 Seiten, mit farbigen Abbildungen, Preisen, Zustand 2+
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Nimmergut - Deutsche Orden und Ehrenzeichen 1800 - 1945,

Jörg Nimmergut: Deutsche Orden und Ehrenzeichen 1800-1945 - Ein Standardwerk der Phaleristik

Das vorliegende Werk “Deutsche Orden und Ehrenzeichen 1800-1945” von Jörg Nimmergut, erschienen in der 22. Auflage im Jahr 2019 beim Battenberg Verlag in Regenstauf, stellt eines der bedeutendsten Referenzwerke zur deutschen Phaleristik dar. Mit seinen 1072 Seiten und zahlreichen farbigen Abbildungen dokumentiert dieser Katalog die komplexe Geschichte deutscher Auszeichnungen über eineinhalb Jahrhunderte hinweg.

Die Phaleristik, die wissenschaftliche Beschäftigung mit Orden und Ehrenzeichen, hat in Deutschland eine besonders reiche Tradition. Der Zeitraum von 1800 bis 1945 umfasst mehrere politische Epochen: das Heilige Römische Reich in seinen letzten Jahren, die Ära Napoleons und die anschließende Neuordnung Europas, den Deutschen Bund, das Deutsche Kaiserreich, die Weimarer Republik und schließlich das Dritte Reich. Jede dieser Epochen prägte ein eigenes System von Auszeichnungen, die politische Macht, militärische Tapferkeit oder zivile Verdienste würdigten.

Das Deutsche Kaiserreich (1871-1918) entwickelte ein besonders ausdifferenziertes System von Orden und Ehrenzeichen. Der Eiserne Kreuz, erstmals 1813 von König Friedrich Wilhelm III. von Preußen gestiftet, wurde zum Symbol militärischer Tapferkeit. Der Pour le Mérite, ursprünglich 1740 gestiftet, blieb bis 1918 Preußens höchste militärische Auszeichnung. Daneben existierten zahlreiche Hausorden der deutschen Bundesstaaten wie der bayerische Militär-Max-Joseph-Orden oder der württembergische Militärverdienstorden.

Nach dem Ersten Weltkrieg schuf die Weimarer Republik ein neues System. Der Reichspräsident Paul von Hindenburg stiftete 1926 das Ehrenkreuz des Weltkrieges, auch bekannt als Hindenburgkreuz, zur Erinnerung an die Kriegsteilnehmer. Zivile Verdienstauszeichnungen gewannen in dieser Zeit an Bedeutung, während traditionelle Orden abgeschafft wurden.

Die nationalsozialistische Herrschaft (1933-1945) führte eine Fülle neuer Auszeichnungen ein. Adolf Hitler reaktivierte 1939 das Eiserne Kreuz und schuf neue Orden wie das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit seinen verschiedenen Stufen, das Deutsche Kreuz (1941) und zahlreiche Kampfabzeichen. Parteiauszeichnungen wie der Blutorden oder das Goldene Parteiabzeichen dienten der politischen Selbstinszenierung des Regimes.

Jörg Nimmergut hat sich als Autor zum Ziel gesetzt, dieses komplexe Geflecht von Auszeichnungen systematisch zu erfassen und zu bewerten. Sein Werk enthält detaillierte Beschreibungen der einzelnen Orden, technische Spezifikationen, Herstellungsmerkmale und Varianten. Besonders wertvoll für Sammler und Historiker sind die beigefügten Preisangaben, die den aktuellen Marktwert der verschiedenen Stücke dokumentieren.

Der Battenberg Verlag hat sich seit seiner Gründung auf numismatische und phaleristiche Literatur spezialisiert. Die Tatsache, dass Nimmerguts Werk bereits die 22. Auflage erreicht hat, unterstreicht seine Bedeutung als Standardreferenz. Jede neue Auflage wird aktualisiert und erweitert, um neue Forschungsergebnisse und Marktentwicklungen zu berücksichtigen.

Die wissenschaftliche Beschäftigung mit deutschen Orden und Ehrenzeichen ist nicht unproblematisch. Besonders die Auszeichnungen der NS-Zeit erfordern einen sensiblen Umgang. Historiker und Sammler müssen zwischen der wissenschaftlichen Dokumentation und der Verherrlichung eines verbrecherischen Regimes unterscheiden. Seriöse Werke wie das von Nimmergut dienen der historischen Aufarbeitung und helfen, Original von Fälschung zu unterscheiden, was angesichts eines lebhaften Fälschermarktes von großer Bedeutung ist.

Das Werk richtet sich an verschiedene Zielgruppen: Militärhistoriker nutzen es zur Forschung, Museen zur Katalogisierung ihrer Bestände, Sammler zur Bewertung und Authentifizierung, und Auktionshäuser zur sachgerechten Beschreibung und Preisfindung. Die farbigen Abbildungen ermöglichen einen direkten visuellen Vergleich, während die detaillierten Beschreibungen auch subtile Unterschiede zwischen verschiedenen Herstellern und Zeitperioden erkennbar machen.

Die 1072 Seiten umfassende Dokumentation stellt eine immense Forschungsleistung dar. Sie basiert auf jahrzehntelanger Quellenarbeit, dem Studium von Archivmaterial, der Auswertung zeitgenössischer Ordensverleihungsurkunden und der Untersuchung von Tausenden von Originalstücken. Diese empirische Grundlage macht das Werk zu einem unverzichtbaren Instrument für jeden, der sich ernsthaft mit deutscher Militärgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts beschäftigt.

In einer Zeit, in der historische Artefakte zunehmend digitalisiert werden, bleibt ein gedrucktes Referenzwerk wie das von Nimmergut von unschätzbarem Wert. Es bietet einen strukturierten, systematischen Zugang zu einem komplexen Thema und dient als verlässlicher Wegweiser durch die vielschichtige Geschichte deutscher Auszeichnungen.