Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei ( NSDAP ) - Mitgliedsabzeichen

emaillierte Ausführung, mit RZM-Hersteller M1/34, für das Knopfloch, Zustand 2.
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165,00

Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei ( NSDAP ) - Mitgliedsabzeichen

Das NSDAP-Mitgliedsabzeichen (Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei) stellt eines der bekanntesten politischen Abzeichen der deutschen Geschichte dar. Dieses konkrete Exemplar trägt die Herstellermarkierung RZM M1/34, was auf eine Produktion durch die Reichszeugmeisterei-kontrollierte Firma verweist, und wurde als emaillierte Ausführung für das Knopfloch gefertigt.

Die Reichszeugmeisterei (RZM) wurde im Jahr 1929 von der NSDAP unter der Leitung von Franz Xaver Schwarz als zentrale Beschaffungsstelle eingerichtet. Ihre Hauptaufgabe bestand darin, die Herstellung und den Vertrieb von Parteiabzeichen, Uniformen und Ausrüstungsgegenständen zu regulieren und zu kontrollieren. Das RZM-System verwendete spezifische Herstellercodes, wobei der Buchstabe “M” für “Metall” stand, gefolgt von einer Nummer zur Identifizierung des jeweiligen Herstellers. Die Nummer M1/34 bezeichnet einen bestimmten, von der RZM lizenzierten Produzenten.

Das Parteiabzeichen selbst wurde am 7. Mai 1920 offiziell eingeführt und zeigte das charakteristische schwarze Hakenkreuz in einem weißen Kreis auf rotem Grund – die Farben, die Adolf Hitler selbst für die Partei ausgewählt hatte. Diese Farbkombination sollte nach Hitlers eigenen Worten in “Mein Kampf” die Idee des nationalen und sozialen Gedankens vereinen. Das runde Design mit einem Durchmesser von üblicherweise 24 Millimetern wurde zur visuellen Identifikation von Parteimitgliedern verwendet.

Die emaillierte Ausführung war technisch anspruchsvoller und teurer in der Herstellung als einfache Blechversionen. Bei der Emailletechnik wurde geschmolzenes Glas auf das Metallsubstrat aufgebracht, wodurch eine dauerhafte, farbechte und korrosionsbeständige Oberfläche entstand. Diese Abzeichen wurden hauptsächlich für den täglichen Gebrauch an Zivilkleidung konzipiert und mittels einer Nadel- oder Stiftkonstruktion am Revers oder Knopfloch befestigt.

Nach der Machtergreifung 1933 erlebte die Mitgliedschaft in der NSDAP einen massiven Anstieg. Während die Partei Ende 1932 etwa 1,4 Millionen Mitglieder zählte, wuchs diese Zahl bis 1935 auf über 2,5 Millionen an. Im Jahr 1939 hatte die NSDAP bereits mehr als 5 Millionen Mitglieder. Diese Expansion führte zu einer enormen Nachfrage nach Parteiabzeichen, was die Einbindung zahlreicher Hersteller unter RZM-Kontrolle erforderlich machte.

Die Qualitätskontrolle durch die RZM war streng geregelt. Nur lizenzierte Hersteller durften offizielle Parteiabzeichen produzieren, und jedes Stück musste den Herstellercode tragen. Diese Systematik diente nicht nur der Qualitätssicherung, sondern auch der Verhinderung von Fälschungen und der Kontrolle über die Einnahmen aus dem Verkauf. Die Mitglieder waren verpflichtet, ihre Abzeichen über offizielle Kanäle zu erwerben.

Das Tragen des Parteiabzeichens war für NSDAP-Mitglieder bei offiziellen Anlässen und im öffentlichen Leben obligatorisch. Es symbolisierte die Zugehörigkeit zur Partei und demonstrierte die politische Ausrichtung des Trägers. In der hierarchischen Struktur des NS-Staates konnte das sichtbare Tragen des Abzeichens berufliche und gesellschaftliche Vorteile mit sich bringen, während das Fehlen des Abzeichens bei Mitgliedern Fragen aufwerfen konnte.

Die Produktion von Parteiabzeichen war ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Dutzende von Firmen, hauptsächlich im süddeutschen Raum konzentriert, insbesondere in Gablonz (heute Jablonec nad Nisou in Tschechien) und Umgebung, waren in der Herstellung beschäftigt. Diese Industrie beschäftigte tausende Arbeiter und generierte erhebliche Einnahmen für die Parteikasse.

Nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches 1945 wurde die NSDAP von den Alliierten verboten und aufgelöst. Das Zeigen von Hakenkreuzen und NS-Symbolen wurde in Deutschland und Österreich unter Strafe gestellt. Die Parteiabzeichen verloren damit ihre ursprüngliche Funktion und wurden zu historischen Artefakten. Heute dienen sie in Museen und Sammlungen als Zeugnisse einer dunklen Epoche der deutschen Geschichte.

Die historische Bewertung solcher Objekte erfordert eine differenzierte Betrachtung. Während sie als materielle Überreste wichtige Quellen für die Erforschung der NS-Zeit darstellen, müssen sie stets im Kontext des verbrecherischen Charakters des Regimes verstanden werden. Sie dokumentieren die Mechanismen der Massenmobilisierung und visuellen Propaganda, die das NS-Regime zur Festigung seiner Herrschaft einsetzte.