Wehrmacht Heer Offizierssäbel - Modell "Höller 21"

Vergoldetes Messinggefäß, mit geprägtem Eichenlaubdekor, Parderkopf mit roten Glasaugen. Auf dem Parierstück der Hoheitsadler mit hängenden Flügeln in besonders großer Ausführung, schwarzer Kunststoffgriff mit intakter Drahtwicklung. Blanke vernickelte Klinge mit Hersteller "F.W. Höller Solingen". Die schwarze Scheide mit etwa 85% des Originallackes. Leicht getragen, Zustand 2. Gesamtlänge 97 cm.
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Wehrmacht Heer Offizierssäbel - Modell "Höller 21"

Der Offizierssäbel der Wehrmacht Heer, hier in der Ausführung als "Höller 21"-Modell, repräsentiert einen bedeutenden Aspekt der militärischen Ausrüstung und Uniformkultur des Deutschen Reiches zwischen 1935 und 1945. Diese Blankaffen dienten nicht als praktische Kampfwaffen, sondern als Standesabzeichen und Paradewaffen für Offiziere des Heeres.

Die rechtliche Grundlage für die Einführung dieser Säbel bildete die Heeresverordnung vom 6. März 1935, die nach der Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht und dem offiziellen Aufbau der Wehrmacht erlassen wurde. Der Offizierssäbel war Bestandteil der großen Ausgehuniform und wurde zu zeremoniellen Anlässen, Paraden und offiziellen Empfängen getragen. Die Vorschriften sahen vor, dass Offiziere vom Leutnant aufwärts berechtigt waren, diesen Säbel zu führen.

Das vorliegende Exemplar stammt vom renommierten Solinger Hersteller F.W. Höller, einer Firma mit langer Tradition in der Klingenproduktion. Solingen hatte sich seit dem Mittelalter als Zentrum der deutschen Schneidwarenindustrie etabliert, und Firmen wie Höller, Eickhorn, WKC und Carl Eickhorn gehörten zu den Hauptlieferanten militärischer Blankwaffen für die Wehrmacht. Die Bezeichnung "Modell 21" bezieht sich auf eine spezifische Variante in der Produktpalette des Herstellers.

Das vergoldete Messinggefäß zeigt den typischen Eichenlaubdekor, der in der deutschen Militärtradition seit dem 19. Jahrhundert als Symbol für Stärke, Beständigkeit und Treue verwendet wurde. Besonders charakteristisch ist der Parderkopf mit roten Glasaugen am Knauf - ein Gestaltungselement, das auf mittelalterliche Vorbilder zurückgeht und auch bei den Offizierssäbeln der kaiserlichen Armee verwendet wurde. Der Parder (Leopard) symbolisierte Mut und Kampfeskraft.

Ein herausragendes Merkmal dieses Säbels ist der auf dem Parierstück angebrachte Hoheitsadler mit hängenden Flügeln, der das Hoheitszeichen der Wehrmacht darstellte. Die besonders große Ausführung deutet auf eine qualitativ hochwertige Fertigung hin. Der Adler hielt in seinen Fängen ein Hakenkreuz im Eichenkranz - das staatliche Symbol des nationalsozialistischen Deutschland. Diese Ikonographie war auf allen Wehrmachtssäbeln ab 1935 vorgeschrieben.

Der schwarze Kunststoffgriff mit intakter Drahtwicklung entspricht der Standardausführung der Wehrmacht-Offizierssäbel. Die Drahtwicklung, traditionell aus versilbertem oder vergoldetem Draht gefertigt, diente nicht nur der Dekoration, sondern auch der rutschfesten Handhabung. Die Verwendung von Kunststoff anstelle traditioneller Materialien wie Fischbein oder Holz war eine praktische Anpassung an moderne Fertigungsmethoden und Materialverfügbarkeit.

Die blanke vernickelte Klinge weist die typische Machart Solinger Qualitätsarbeit auf. Im Gegensatz zu geätzten oder dekorierten Klingen, die bei höheren Offiziersrängen üblich waren, zeigt die blanke Ausführung eine schlichtere, aber keineswegs mindere Qualität. Die Herstellermarkierung "F.W. Höller Solingen" wurde üblicherweise auf der Klingenwurzel oder der Klinge selbst angebracht und garantierte die Herkunft aus einer etablierten Manufaktur.

Die schwarze Lackscheide mit etwa 85% erhaltenem Originallack ist bemerkenswert gut erhalten. Die Scheiden wurden typischerweise aus Stahlblech gefertigt und schwarz lackiert, mit vernickelten oder vergoldeten Beschlägen versehen. Die Beschläge dienten zur Befestigung an der Uniform mittels Tragringen und Riemen. Der hohe Erhaltungsgrad des Lacks deutet auf sorgfältige Lagerung und begrenzte tatsächliche Verwendung hin.

Die Gesamtlänge von 97 cm entspricht den regulären Maßen für Heeresoffizierssäbel, wie sie in den Ausrüstungsvorschriften festgelegt waren. Diese standardisierte Länge unterschied sich von den kürzeren Säbeln der Marine oder den längeren Kavalleriesäbeln früherer Epochen.

Historisch gesehen stehen diese Säbel am Ende einer jahrhundertealten Tradition militärischer Blankwaffen. Während Säbel bis ins 19. Jahrhundert hinein echte Kampfwaffen waren, hatten sie im Zeitalter moderner Kriegsführung nur noch zeremonielle Bedeutung. Nach 1945 wurde die Produktion dieser Waffen eingestellt, und erhaltene Exemplare wurden Teil militärhistorischer Sammlungen.

Der Erhaltungszustand "Zustand 2" und die Beschreibung "leicht getragen" weisen darauf hin, dass dieser Säbel tatsächlich im Dienst verwendet wurde, aber gut gepflegt blieb. Solche Stücke sind heute wichtige Zeugnisse der Militärgeschichte und Uniformkunde, die Einblick in Handwerkskunst, militärische Tradition und historische Ikonographie geben.