Wehrmacht Heer (WH) Säbel für Offiziere, Personalisiert !
Gesamtlänge 990mm
Der Offizierssäbel der Wehrmacht Heer repräsentiert einen wichtigen Bestandteil der militärischen Tradition und Uniformierung im Deutschen Reich zwischen 1935 und 1945. Dieses vorliegende Exemplar, gefertigt von der renommierten Solinger Firma P.D. Lünenschloß, verkörpert die hohe handwerkliche Qualität, für die deutsche Blankwaffenhersteller international bekannt waren.
Die Einführung des Heeres-Offizierssäbels erfolgte mit der Heeresverordnung vom 6. März 1935, die im Zuge der Wiederaufrüstung und Neuorganisation der deutschen Streitkräfte erlassen wurde. Das Design orientierte sich an traditionellen preußischen und deutschen Militärsäbeln des 19. Jahrhunderts, wobei jedoch moderne Herstellungstechniken und Materialien zum Einsatz kamen. Der Säbel diente primär als Zeichen des Offiziersranges und wurde zu zeremoniellen Anlässen, bei Paraden und in Ausgehuniform getragen.
Das Aluminiumgefäß mit Vergoldung war charakteristisch für Offizierssäbel dieser Periode. Aluminium bot gegenüber den traditionellen Messinggefäßen eine erhebliche Gewichtsersparnis, was bei mehrstündigen Paraden und Zeremonien von praktischem Vorteil war. Die Vergoldung erfolgte meist im galvanischen Verfahren und verlieh dem Säbel die notwendige repräsentative Erscheinung. Der handgravierte Dekor umfasste typischerweise florale Motive, Eichenlaub und militärische Symbole, die dem wilhelminischen Stilempfinden entsprachen.
Die Personalisierung mit den Initialen “KS” am Parierlappen war eine gängige Praxis unter Offizieren. Sie unterstreicht den persönlichen Charakter dieser Waffe, die häufig vom Offizier selbst erworben werden musste. Die Anschaffung eines Offizierssäbels stellte eine nicht unerhebliche finanzielle Investition dar, wobei die Preise je nach Qualität und Hersteller zwischen 40 und 120 Reichsmark variierten – was etwa einem Monatsgehalt eines jungen Leutnants entsprach.
P.D. Lünenschloß gehörte zu den etablierten Solinger Blankwaffenherstellern, deren Tradition bis ins 19. Jahrhundert zurückreichte. Solingen, das “deutsche Sheffield”, war seit dem Mittelalter für seine Klingenherstellung berühmt. Die Firma produzierte neben militärischen Blankwaffen auch zivile Säbel und Degen. Das Herstellerzeichen auf der Klinge diente als Qualitätsnachweis und war vorgeschrieben.
Die Klinge dieser Säbel war typischerweise aus hochwertigem Kohlenstoffstahl gefertigt, meist mit einer Länge von etwa 82 bis 85 Zentimetern. Die leichte Krümmung folgte dem klassischen Kavallerie-Säbeldesign, obwohl der praktische Gefechtswert dieser Waffen in der modernen Kriegsführung bereits minimal war. Die Klinge wurde geschliffen und poliert, wobei oft ein oder mehrere Hohlschliffe zur Gewichtsreduzierung angebracht wurden.
Der schwarze Kunststoffgriff mit Drahtwicklung war Standard bei Heeres-Offizierssäbeln. Der Griff bestand meist aus Bakelit oder ähnlichen Kunststoffen, die in den 1930er Jahren moderne Materialien darstellten. Die Drahtwicklung aus versilbertem oder vergoldetem Metalldraht diente nicht nur der Dekoration, sondern auch der Griffsicherheit. Die Wicklung erfolgte in präzisen Windungen und endete in charakteristischen Knoten.
Die schwarze Stahlscheide mit ihren zwei Tragebügeln ermöglichte das Tragen am Koppel mittels Bandschuh und Tragetasche. Die Lackierung schützte vor Korrosion, wobei der erhaltene Anteil von etwa 65 Prozent des Originallacks für ein getragenes Stück durchaus üblich ist. Die Scheide verfügte über ein Mundblech und einen Scheidenschuh, beide ebenfalls aus Stahl gefertigt und lackiert.
Der Erhaltungszustand “Zustand 2” nach militärhistorischen Sammlerkategorien bezeichnet ein Objekt mit deutlichen Gebrauchsspuren, aber ohne gravierende Beschädigungen. Der leichte Flugrost auf der Scheide ist typisch für die Lagerung unter nicht optimalen klimatischen Bedingungen und lässt sich konservatorisch behandeln.
Diese Säbel wurden nach 1945 häufig als Souvenirs mitgenommen oder von deutschen Offizieren behalten. Viele Exemplare wurden in der Nachkriegszeit verkauft oder sind über Generationen in Familienbesitz geblieben. Heute stellen sie wichtige militärhistorische Dokumente dar, die Einblick in die materielle Kultur und militärische Tradition der Wehrmacht geben, wobei ihre Betrachtung stets im historisch-kritischen Kontext erfolgen muss.