Wiederholungsspange 1939 für das Eiserne Kreuz 2.Klasse 1914 - Deschler
Die Wiederholungsspange 1939 zum Eisernen Kreuz 2. Klasse 1914 stellt ein bemerkenswertes Zeugnis der deutschen Ordensgeschichte dar und verkörpert die Kontinuität militärischer Auszeichnungen zwischen dem Ersten und Zweiten Weltkrieg. Diese Spange wurde durch einen Erlass Adolf Hitlers vom 1. September 1939, dem Tag des Überfalls auf Polen, gestiftet und sollte jenen Soldaten eine besondere Anerkennung verleihen, die bereits im Ersten Weltkrieg das Eiserne Kreuz erhalten hatten und nun erneut im aktiven Dienst standen.
Das hier beschriebene Exemplar wurde von der renommierten Münchner Firma Deschler & Sohn hergestellt, einem der bekanntesten Hersteller militärischer Auszeichnungen im Dritten Reich. Das Unternehmen, das bereits seit dem 19. Jahrhundert bestand, war für die hohe Qualität seiner Produkte bekannt und fertigte zahlreiche Orden und Ehrenzeichen für die Wehrmacht an.
Technische Beschreibung: Die Spange besteht aus versilbertem Tombak, einer Kupfer-Zink-Legierung, die sich durch ihre Beständigkeit und gute Bearbeitbarkeit auszeichnete. Die charakteristische Konstruktion mit vier Splinten ermöglichte die sichere Befestigung auf dem Ordensband des ursprünglichen Eisernen Kreuzes 2. Klasse von 1914. Diese Befestigungsart war typisch für Wiederholungsspangen und gewährleistete, dass die Auszeichnung sicher am Band fixiert wurde, ohne dass das historische Originalband beschädigt werden musste.
Historischer Kontext: Die Stiftung der Wiederholungsspangen erfolgte vor dem Hintergrund, dass viele ältere Offiziere und Unteroffiziere, die bereits im Ersten Weltkrieg gedient hatten, 1939 erneut eingezogen wurden. Hitler wollte damit einerseits die Erfahrung und Tapferkeit dieser Veteranen würdigen, andererseits aber auch eine Unterscheidung zu den neu verliehenen Eisernen Kreuzen der Erneuerung von 1939 schaffen.
Die Verleihungsbestimmungen waren klar geregelt: Die Spange konnte nur an Inhaber des Eisernen Kreuzes 2. Klasse von 1914 verliehen werden, die sich im aktuellen Kriegseinsatz erneut durch Tapferkeit auszeichneten. Die Spange wurde auf dem Band des ursprünglichen Eisernen Kreuzes getragen, womit der Träger sowohl seine Verdienste im Ersten Weltkrieg als auch seine erneute Bewährung im Zweiten Weltkrieg demonstrierte.
Gestaltung und Symbolik: Die Wiederholungsspange zeigt typischerweise ein stilisiertes Hoheitszeichen des Dritten Reiches (Adler mit Hakenkreuz) über der Jahreszahl 1939. Das Design war bewusst schlicht gehalten, um die Würde der ursprünglichen Auszeichnung nicht zu überlagern, sondern lediglich zu ergänzen. Die Versilberung des Tombaks verlieh der Spange einen würdevollen Glanz, der auch nach Jahrzehnten noch erkennbar ist.
Die Firma Deschler: Die Münchner Firma Deschler & Sohn gehörte zu den bedeutendsten Herstellern von Orden und Ehrenzeichen während der Zeit des Nationalsozialismus. Das Unternehmen war bekannt für seine präzise Handwerkskunst und die Verwendung hochwertiger Materialien. Deschler-Produkte sind heute bei Sammlern besonders begehrt, da sie als qualitativ hochwertige Stücke gelten. Die Firma stellte neben den Wiederholungsspangen auch zahlreiche andere Auszeichnungen her, darunter verschiedene Varianten des Eisernen Kreuzes und weitere Orden.
Trageweise und Bedeutung: Die Spange wurde auf dem schwarz-weiß-schwarzen Band des Eisernen Kreuzes 2. Klasse von 1914 im zweiten Knopfloch der Uniform getragen. Für Träger der Spange bedeutete dies eine besondere Ehrung, da sie ihre jahrzehntelange Treue und ihren wiederholten Einsatz für Deutschland unter Beweis stellten. Statistisch gesehen war die Anzahl der Träger begrenzt, da nur Veteranen des Ersten Weltkriegs in Frage kamen, die 1939 noch im wehrfähigen Alter waren.
Sammlerwert und historische Bedeutung: Heute sind Wiederholungsspangen von Deschler gesuchte Sammlerobjekte, die wichtige Zeugnisse der deutschen Militärgeschichte darstellen. Sie dokumentieren nicht nur die Ordensgeschichte, sondern auch die biografischen Wege von Soldaten, die zwei Weltkriege erlebten. Bei der Bewertung solcher Stücke spielen Faktoren wie Erhaltungszustand, Herstellermarkierung und Originalität eine wichtige Rolle.
Die Wiederholungsspange 1939 zum Eisernen Kreuz 2. Klasse 1914 bleibt ein bedeutendes historisches Artefakt, das die komplexe Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert widerspiegelt und als materielle Quelle für die Erforschung von Militärgeschichte, Ordenskunde und individuellen Soldatenbiografien von unschätzbarem Wert ist.