Allgemeines Sturmabzeichen - Assmann Mould "2" 1.1.6

Zink
469556
350,00

Allgemeines Sturmabzeichen - Assmann Mould "2" 1.1.6

Das Allgemeine Sturmabzeichen stellt eine der bedeutendsten Kampfauszeichnungen des Zweiten Weltkrieges dar und wurde am 1. Juni 1940 durch eine Verordnung von Generalfeldmarschall Walther von Brauchitsch, dem Oberbefehlshaber des Heeres, gestiftet. Diese Auszeichnung sollte die Tapferkeit und den Kampfgeist der Infanterie und anderer nicht-gepanzerter Einheiten würdigen, die an Sturmangriffen teilgenommen hatten.

Die Verleihungsbedingungen waren klar definiert: Ein Soldat musste an mindestens drei Infanterieangriffen, Gegenangriffen oder Handnahekämpfen an verschiedenen Tagen teilgenommen haben. Alternativ konnte das Abzeichen auch für besondere Leistungen im Nahkampf oder bei Verwundetenwürdigungen verliehen werden. Das Abzeichen stand allen Wehrmachtsangehörigen offen, die nicht bereits für das Infanterie-Sturmabzeichen oder das Panzer-Kampfabzeichen qualifiziert waren.

Die Firma F.W. Assmann aus Lüdenscheid gehörte zu den wichtigsten Herstellern militärischer Auszeichnungen während des Dritten Reiches. Das Unternehmen produzierte zahlreiche Orden und Ehrenzeichen in verschiedenen Ausführungen und Qualitätsstufen. Die Identifikation durch Formvarianten, wie die bezeichnete Form “2” 1.1.6, ermöglicht es Sammlern und Historikern heute, die Herkunft und Produktionszeit eines Stückes genauer zu bestimmen.

Das aus Zink gefertigte Exemplar repräsentiert die typische Materialwahl der späteren Kriegsjahre. Während frühe Produktionen oft aus hochwertigen Materialien wie Bronze oder versilbertem Material bestanden, zwang die zunehmende Rohstoffknappheit die Hersteller dazu, auf alternative Metalle zurückzugreifen. Zink erwies sich als praktikable Lösung, da es verfügbar, formbar und kostengünstig war. Die Verarbeitung von Zink stellte jedoch besondere Anforderungen an die Gießtechnik und Oberflächenbehandlung.

Das Design des Allgemeinen Sturmabzeichens zeigt ein ovales Eichenlaubkranz, der ein gekreuztes Gewehr und eine Handgranate umschließt. Diese Symbolik verkörperte die grundlegenden Waffen der Infanterie im Nahkampf. Die Ausführung maß etwa 52 x 42 mm und wurde mittels einer rückseitigen Nadel an der Uniform befestigt, typischerweise auf der linken Brustseite unterhalb der Tasche.

Die verschiedenen Hersteller produzierten das Abzeichen mit subtilen Unterschieden in der Ausführung. Die Assmann-Varianten zeichneten sich durch bestimmte charakteristische Merkmale aus, wie etwa die Gestaltung der Eichenblätter, die Proportionen der Waffen oder die Art der Nadelkonstruktion. Sammler haben im Laufe der Jahrzehnte ein detailliertes Klassifizierungssystem entwickelt, um diese Varianten zu katalogisieren.

Während des Krieges wurden mehrere hunderttausend Allgemeine Sturmabzeichen verliehen, was die Intensität der Bodenkämpfe an allen Fronten widerspiegelt. Die Träger empfanden das Abzeichen als wichtige Anerkennung ihrer Frontbewährung. Es symbolisierte nicht nur persönliche Tapferkeit, sondern auch die Zugehörigkeit zu jener Gruppe von Soldaten, die die härtesten Kämpfe des Krieges erlebt hatten.

Nach Kriegsende wurde die Produktion und das Tragen solcher Auszeichnungen durch die alliierten Kontrollbehörden zunächst verboten. Später erlaubte das Gesetz über Titel, Orden und Ehrenzeichen von 1957 das Tragen von Kriegsauszeichnungen in “entnazifizierter” Form, also ohne Hakenkreuz oder andere NS-Symbole. Das Allgemeine Sturmabzeichen gehörte jedoch nicht zu den Auszeichnungen, für die Ersatzstücke geschaffen wurden.

Heute sind originale Sturmabzeichen gesuchte Sammlerstücke, wobei die Authentizität und Herstellervariante erheblichen Einfluss auf den historischen und sammlerischen Wert haben. Die wissenschaftliche Beschäftigung mit diesen Objekten trägt zum Verständnis der Militärgeschichte, der Produktionstechniken und der materiellen Kultur des Zweiten Weltkrieges bei. Museen und Forschungseinrichtungen dokumentieren solche Artefakte als wichtige Zeugnisse einer tragischen Epoche der deutschen und europäischen Geschichte.