Fotoalbum - Die Deutsche Kriegsmarine im Seekrieg 1914-18, 

A. Renard, Kiel. 20 großformatige Fotos wie z.B. Kriegshafen Kiel, Panzerkreuzer "Lützow", Großkampfschiff "Prinzregent Luitpold", Panzerkreuzer "Blücher" während des sinkens oder Das berühmte "U-Boot 9" mit Kapitänleutnant Weddingen. 10 Hartkartonseiten gebunden. Format 33,5 x 24,56 cm. Zustand 2 

* Arthur Renard war einer der bekannten deutschen Marinefotografen aus der Kaiserlichen Marine.
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265,00

Fotoalbum - Die Deutsche Kriegsmarine im Seekrieg 1914-18, 

Das vorliegende Fotoalbum "Die Deutsche Kriegsmarine im Seekrieg 1914-18" von Arthur Renard aus Kiel repräsentiert ein bedeutendes Zeitdokument der deutschen Marinegeschichte des Ersten Weltkriegs. Mit seinen 20 großformatigen Fotografien bietet es einen authentischen Einblick in die Kaiserliche Marine während ihrer aktivsten und zugleich tragischsten Periode.

Arthur Renard gehörte zu den bedeutendsten deutschen Marinefotografen seiner Zeit. Als offizieller oder halboffizieller Fotograf der Kaiserlichen Marine in Kiel hatte er privilegierten Zugang zu Kriegsschiffen, Marinestützpunkten und militärischen Ereignissen. Seine Arbeiten dokumentierten nicht nur die technische Überlegenheit der deutschen Flotte, sondern auch die dramatischen Momente des Seekriegs. Fotografen wie Renard spielten eine wichtige Rolle in der maritimen Dokumentation und Propaganda, da ihre Bilder sowohl für militärische Archive als auch für die öffentliche Berichterstattung verwendet wurden.

Die im Album enthaltenen Motive repräsentieren Schlüsselaspekte der deutschen Seekriegsführung im Ersten Weltkrieg. Der Kriegshafen Kiel war einer der wichtigsten Marinestützpunkte des Deutschen Kaiserreichs und Heimathafen der Hochseeflotte. Von hier aus operierten die mächtigsten Kriegsschiffe der Marine. Das Album zeigt verschiedene Schiffstypen, die die technologische Vielfalt der Kaiserlichen Marine verdeutlichen.

Der Panzerkreuzer "Lützow" war ein Schlachtkreuzer der Derfflinger-Klasse, der 1915 in Dienst gestellt wurde. Er nahm an der Skagerrakschlacht (Schlacht am Jütland) am 31. Mai und 1. Juni 1916 teil, der größten Seeschlacht des Ersten Weltkriegs. Während dieser Schlacht erlitt die "Lützow" schwere Schäden durch britische Granaten und musste schließlich aufgegeben werden, wobei sie am 1. Juni 1916 von deutschen Torpedobooten versenkt wurde.

Das Großkampfschiff "Prinzregent Luitpold" war ein Schlachtschiff der Kaiser-Klasse, das 1913 in Dienst gestellt wurde. Mit einer Verdrängung von über 24.000 Tonnen und einer Hauptbewaffnung von zehn 30,5-cm-Geschützen gehörte es zu den modernsten Kampfschiffen seiner Zeit. Es nahm ebenfalls an der Skagerrakschlacht teil und überlebte den Krieg, wurde aber nach der deutschen Kapitulation an die Alliierten übergeben.

Besonders dramatisch ist die Aufnahme des Panzerkreuzers "Blücher" während seines Untergangs. Die "Blücher" war der letzte gepanzerte Kreuzer der Kaiserlichen Marine und sank am 24. Januar 1915 während des Gefechts auf der Doggerbank. Nach intensivem britischem Beschuss kenterte das Schiff, wobei 792 Besatzungsmitglieder ums Leben kamen. Die fotografische Dokumentation solch tragischer Momente war selten und macht diese Aufnahmen historisch besonders wertvoll.

Das "U-Boot 9" unter Kapitänleutnant Otto Weddigen wurde durch seine spektakulären Erfolge im September 1914 berühmt. Am 22. September 1914 versenkte Weddigen mit U 9 innerhalb einer Stunde drei britische Panzerkreuzer – die HMS Aboukir, HMS Hogue und HMS Cressy – in der Nordsee. Dieser Erfolg kostete über 1.400 britische Seeleute das Leben und demonstrierte die verheerende Wirksamkeit der U-Boot-Waffe. Weddigen wurde zum Volkshelden und erhielt das Eiserne Kreuz. Er fiel am 18. März 1915, als sein U-Boot U 29 vom britischen Schlachtschiff HMS Dreadnought gerammt und versenkt wurde.

Fotoalben wie dieses wurden in verschiedenen Auflagen produziert und dienten mehreren Zwecken. Sie waren Sammlerstücke für Marineveteranen und -enthusiasten, Propagandamaterialien zur Glorifizierung der deutschen Seemacht und historische Dokumentationen für die Nachwelt. Das Format von 33,5 x 24,5 cm ermöglichte eindrucksvolle, detailreiche Reproduktionen der Originalfotografien.

Die technische Qualität der Fotografien aus dieser Zeit war bemerkenswert. Trotz der Herausforderungen der Marinefotografie – bewegte Schiffe, wechselnde Lichtverhältnisse auf See, die Notwendigkeit schwerer Ausrüstung – gelang es Fotografen wie Renard, beeindruckende Aufnahmen zu schaffen. Die Bilder wurden auf Hartkartonseiten montiert, eine gängige Praxis, die Stabilität und Langlebigkeit gewährleistete.

Die Kaiserliche Marine im Ersten Weltkrieg umfasste zum Kriegsbeginn etwa 80.000 Mann und war die zweitgrößte Kriegsflotte der Welt nach der Royal Navy. Trotz erheblicher Investitionen in den Flottenbau konnte Deutschland die britische Seeüberlegenheit nicht brechen. Nach der Meuterei in Kiel im November 1918 und der deutschen Kapitulation wurde die Hochseeflotte in Scapa Flow interniert, wo sie am 21. Juni 1919 von ihren eigenen Besatzungen versenkt wurde.

Solche historischen Fotoalben sind heute wichtige Quellen für Militärhistoriker und Sammler. Sie bieten nicht nur visuelle Dokumentation, sondern auch Einblicke in die zeitgenössische Wahrnehmung und Darstellung des Seekriegs. Der Erhaltungszustand ist dabei von entscheidender Bedeutung für den historischen und monetären Wert dieser Objekte.