Heer - Originalunterschrift von Ritterkreuzträger General der Panzertruppe Hermann Breith

auf einem leeren Feldpostumschlag an einen Jungen nach Neustadt/Weinstr. vom 27.5.1944, auf der Rückseite den Absender in Tinte " General Breith Flp.Nr. 29169 ( Gen.Kdo.III.Pz.Korps ), Zustand 2.
Hermann Breith bekam als Oberst und Kommandeur 5. Pz.-Brigade am 3.6.1940 das Ritterkreuz, das 69. Eichenlaub am 31.1.1942 und die 48. Schwerter am 21.2.1944 verliehen.
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Heer - Originalunterschrift von Ritterkreuzträger General der Panzertruppe Hermann Breith

Historischer Kontext: Feldpostumschlag mit Originalunterschrift von General Hermann Breith

Dieser Feldpostumschlag vom 27. Mai 1944 repräsentiert ein faszinierendes Zeugnis der deutschen Militärgeschichte des Zweiten Weltkriegs. Er trägt die Originalunterschrift von General der Panzertruppe Hermann Breith, einem der höchstdekorierten Panzerführer der Wehrmacht, und dokumentiert gleichzeitig die alltägliche Realität der militärischen Kommunikation während des Krieges.

Die Feldpost im Zweiten Weltkrieg

Das Feldpostsystem der Wehrmacht war eine logistische Meisterleistung, die Millionen von Soldaten mit der Heimat verband. Feldpostbriefe wurden kostenfrei befördert und verwendeten spezielle Feldpostnummern statt konkreter Ortsangaben, um die militärische Sicherheit zu gewährleisten. Die Feldpostnummer 29169 auf diesem Umschlag identifizierte das Generalkommando des III. Panzerkorps, dem Breith zu dieser Zeit vorstand. Diese Nummern wurden regelmäßig geändert und streng geheim gehalten, um dem Feind keine Informationen über Truppenstandorte zu geben.

Hermann Breith: Militärische Karriere

Hermann Breith (1892-1964) durchlief eine bemerkenswerte militärische Laufbahn. Seine erste hohe Auszeichnung, das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes, erhielt er am 3. Juni 1940 als Oberst und Kommandeur der 5. Panzer-Brigade während des Westfeldzugs. Diese Auszeichnung würdigte seine Führungsleistungen während der erfolgreichen Operationen gegen Frankreich.

Das Eichenlaub zum Ritterkreuz, die 69. Verleihung dieser Stufe, folgte am 31. Januar 1942. Zu diesem Zeitpunkt hatte Breith bereits als Kommandeur der 3. Panzer-Division an der Ostfront bewiesen, dass er ein fähiger Truppenführer in den härtesten Kampfbedingungen war. Die Verleihung erfolgte in Anerkennung seiner Leistungen während der Winterkämpfe 1941/42.

Am 21. Februar 1944, nur wenige Monate vor der Datierung dieses Feldpostumschlags, erhielt Breith die Schwerter zum Ritterkreuz mit Eichenlaub als 48. Soldat der Wehrmacht. Diese höchste Stufe der Auszeichnung (die Brillanten waren noch seltener) würdigte seine außergewöhnlichen Führungsleistungen als Kommandierender General des III. Panzerkorps, besonders während der schweren Abwehrkämpfe in der Ukraine.

Das III. Panzerkorps im Frühjahr 1944

Im Mai 1944, als dieser Umschlag verfasst wurde, befand sich das III. Panzerkorps in einer kritischen Phase des Krieges. Nach den verheerenden deutschen Verlusten bei Kursk im Sommer 1943 und dem kontinuierlichen sowjetischen Vormarsch war das Korps in ständige Rückzugs- und Abwehrkämpfe verwickelt. Breith führte seine Verbände mit großem taktischen Geschick durch diese schwierige Periode, was seine Reputation als einer der fähigsten deutschen Panzerführer festigte.

Autographen von Ritterkreuzträgern

Originalunterschriften von hochdekorierten Offizieren wie Breith sind heute seltene historische Dokumente. Während des Krieges war es nicht unüblich, dass Soldaten und Zivilisten um Autogramme berühmter Militärpersonen baten. Der Umstand, dass dieser Brief an einen Jungen in Neustadt an der Weinstraße adressiert war, deutet auf eine persönliche oder familiäre Verbindung hin, oder möglicherweise auf eine Antwort auf eine Fanpost, die auch damals an bekannte Kriegshelden gerichtet wurde.

Historische Bedeutung

Solche persönlichen Dokumente bieten einen einzigartigen Einblick in die menschliche Dimension des Krieges. Sie zeigen, dass selbst hochrangige Offiziere, die mit enormen militärischen Verantwortungen belastet waren, Zeit fanden, auf Post aus der Heimat zu antworten. Der zeitliche Kontext des Dokuments ist besonders bedeutsam: Ende Mai 1944, nur wenige Tage vor der alliierten Invasion in der Normandie am 6. Juni 1944, die den Beginn des Endes für das Dritte Reich markierte.

Sammlerwert und Authentizität

Die Klassifizierung als Zustand 2 in der militärhistorischen Sammlerwelt bezeichnet ein sehr gut erhaltenes Objekt mit nur minimalen Gebrauchsspuren. Für Sammler militärhistorischer Dokumente sind solche authentischen Feldpostbelege mit Originalunterschriften besonders wertvoll, da sie sowohl die militärische als auch die persönliche Geschichte miteinander verbinden. Die Kombination aus datiertem Poststempel, Feldpostnummer und Originalunterschrift macht solche Dokumente zu wichtigen Primärquellen für die Erforschung der Militärgeschichte des Zweiten Weltkriegs.

Dieses historische Artefakt steht stellvertretend für Millionen von Feldpostbriefen, die während des Krieges verschickt wurden, und erinnert uns an die individuellen Geschichten hinter den großen militärischen Ereignissen der Geschichte.