III. Reich - originale Visitenkarten von Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop und seiner Frau von Ribbentrop

62 x 102 mm und 44 x 89 mm, geprägter Druck, mit leichten Lagerspuren.
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220,00

III. Reich - originale Visitenkarten von Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop und seiner Frau von Ribbentrop

Die vorliegenden Visitenkarten stellen bedeutende Zeugnisse der diplomatischen Etikette und gesellschaftlichen Konventionen im Dritten Reich dar. Sie gehörten Joachim von Ribbentrop (1893-1946), der von 1938 bis 1945 als Reichsaußenminister des nationalsozialistischen Deutschlands fungierte, sowie seiner Ehefrau Annelies von Ribbentrop, geborene Henkell.

Joachim von Ribbentrop war eine der umstrittensten Figuren der NS-Führungsriege. Geboren als Joachim Ribbentrop, ließ er sich 1925 von einer entfernten Verwandten adoptieren, um den Adelstitel zu erlangen. Seine Karriere im Nationalsozialismus begann in den frühen 1930er Jahren, als er Adolf Hitler in gesellschaftlichen Kreisen einführte. Von 1936 bis 1938 diente er als deutscher Botschafter in London, bevor er Konstantin von Neurath als Außenminister ablöste.

Die Verwendung von Visitenkarten hatte im diplomatischen Protokoll des 19. und 20. Jahrhunderts eine zentrale Bedeutung. Sie dienten nicht nur der persönlichen Vorstellung, sondern waren ein wesentliches Instrument der höfischen und diplomatischen Kommunikation. In der strengen Hierarchie des Dritten Reiches kam der korrekten Verwendung von Visitenkarten besondere Bedeutung zu. Die Karten wurden bei offiziellen Besuchen hinterlassen, als Begleitung zu Geschenken verwendet oder zur Übermittlung von Grüßen und Kondolenzbezeugungen eingesetzt.

Der geprägte Druck der Karten deutet auf ihre hochwertige Herstellung hin. Solche Prägungen wurden typischerweise im Hochdruckverfahren angefertigt und waren ein Zeichen für Status und Position. Die unterschiedlichen Größen der Karten - 62 x 102 mm für von Ribbentrop und 44 x 89 mm für seine Frau - spiegeln die damaligen Konventionen wider, nach denen Damenkarten traditionell kleiner als Herrenkarten ausgeführt wurden.

Als Reichsaußenminister war Ribbentrop maßgeblich an der Gestaltung der deutschen Außenpolitik beteiligt. Er spielte eine zentrale Rolle bei der Ausarbeitung des deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakts vom August 1939, der nach ihm auch als Molotow-Ribbentrop-Pakt bekannt wurde. Seine diplomatische Tätigkeit war durchgehend von ideologischer Verblendung und mangelndem Verständnis für internationale Verhältnisse geprägt. Historiker beschreiben ihn oft als einen der inkompetentesten Außenminister in der deutschen Geschichte.

Die gesellschaftliche Stellung von Annelies von Ribbentrop war ebenfalls bedeutend. Als Tochter des Sektfabrikanten Otto Henkell gehörte sie zur wohlhabenden deutschen Oberschicht. Ihre eigenen Visitenkarten unterstreichen ihre Position als Ehefrau eines der höchsten Würdenträger des Regimes. Ehefrauen hochrangiger NS-Funktionäre spielten eine wichtige Rolle im gesellschaftlichen Leben des Regimes und bei der Repräsentation nach außen.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Ribbentrop vor dem Internationalen Militärgerichtshof in Nürnberg angeklagt. Er wurde in allen Anklagepunkten schuldig gesprochen und am 16. Oktober 1946 als einer der ersten Angeklagten hingerichtet. Seine Visitenkarten und andere persönliche Gegenstände wurden zu historischen Relikten einer untergegangenen Epoche.

Solche ephemeren Objekte wie Visitenkarten sind heute wichtige Quellen für Historiker und Sammler. Sie dokumentieren nicht nur die Person und ihre Position, sondern auch die gesellschaftlichen Konventionen, Drucktechniken und das Selbstverständnis der Elite des Dritten Reiches. Die leichten Lagerspuren der vorliegenden Karten zeugen von ihrer Authentizität und ihrem Alter.

Der sammlerische und wissenschaftliche Wert solcher Objekte liegt in ihrer Fähigkeit, Geschichte greifbar zu machen. Sie erinnern an eine dunkle Periode der deutschen Geschichte und dienen der historischen Bildung und Forschung. Im Kontext der modernen Geschichtswissenschaft werden sie als Primärquellen behandelt, die Einblicke in die Alltagskultur und die Selbstdarstellung der NS-Elite gewähren.

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