K.u.K.-Monarchie/Österreich Hose für einen General in ungarischer Uniform

Um 1835. Ausführung für den kurzen Dolman. Die Hose aus rotem Stoff mit goldenen Tressen, innen gefüttert mit weißem Leinen. Diverse kleine Mottenschäden. Anbei ein Konvolut der originalen Knöpfe. Zustand 2-3.

Äußerst selten!

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488956
1.500,00

K.u.K.-Monarchie/Österreich Hose für einen General in ungarischer Uniform

Die vorliegende Generalsuniform-Hose aus der K.u.K.-Monarchie repräsentiert ein außergewöhnliches Zeugnis der militärischen Prachtentfaltung des frühen 19. Jahrhunderts. Datiert um 1835, stammt dieses Kleidungsstück aus einer Epoche tiefgreifender Umwälzungen im europäischen Militärwesen und spiegelt die besondereStellung der ungarischen Militärtradition innerhalb der Habsburgermonarchie wider.

Die ungarische Uniform innerhalb der österreichischen Armee stellte eine bemerkenswerte kulturelle und militärische Besonderheit dar. Seit der Integration Ungarns in das Habsburgerreich behielten ungarische Regimenter ihre charakteristischen Uniformtraditionen bei, die sich deutlich von den regulären österreichischen Infanterieuniformen unterschieden. Der Dolman, eine kurze, eng anliegende Jacke mit charakteristischer Verschnürung, bildete das Herzstück dieser ungarischen Uniformtradition und war besonders bei den berühmten Husarenregimentern verbreitet.

Die hier beschriebene Hose wurde speziell für das Tragen mit einem kurzen Dolman gefertigt, was auf die hohe Formalität und zeremonielle Bedeutung des Ensembles hinweist. Die Verwendung von rotem Stoff war in der österreichisch-ungarischen Militärhierarchie von besonderer Bedeutung. Rot galt traditionell als Farbe des Militäradels und wurde häufig für Generalsränge und höhere Offiziere verwendet, insbesondere in der ungarischen Uniformtradition, wo leuchtende Farben eine wichtigere Rolle spielten als in der regulären österreichischen Infanterie.

Die goldenen Tressen sind ein unmissverständliches Zeichen des Generalsrangs. In den Uniformregulierungen der K.u.K.-Armee war die Verwendung von Gold ausschließlich höheren Offiziersrängen vorbehalten, während niedrigere Ränge silberne oder andersfarbige Verzierungen trugen. Die Qualität und Menge der Goldverzierung korrelierte direkt mit dem Rang des Trägers. Bei Generalsuniformen war die Ausführung besonders aufwendig und verwendete echtes Goldgespinst oder vergoldete Metallfäden.

Die weiße Leinenfütterung im Inneren der Hose entspricht den handwerklichen Standards der Zeit. Leinen war das bevorzugte Material für Fütterungen, da es atmungsaktiv, haltbar und für den Träger angenehm war. Die sorgfältige Verarbeitung mit vollständiger Fütterung deutet auf eine maßgeschneiderte Anfertigung für einen hochrangigen Offizier hin, vermutlich durch einen spezialisierten Militärschneider in Wien oder Budapest.

Das Jahr 1835 fällt in die Regierungszeit von Kaiser Ferdinand I. (1835-1848), der seinem Vater Franz I. nachfolgte. Diese Periode war geprägt von relativer politischer Stabilität, aber auch von wachsenden nationalen Spannungen innerhalb des Vielvölkerstaates. Die ungarische Identität innerhalb der Monarchie manifestierte sich nicht zuletzt in der Beibehaltung charakteristischer Uniformstile, die ungarische Militärtradition und österreichische Reichstreue miteinander verbanden.

Die Uniformregulierungen der K.u.K.-Armee wurden regelmäßig aktualisiert und präzisierten die genauen Spezifikationen für jeden Rang und jede Truppengattung. Die Adjustierungsvorschriften legten fest, welche Farben, Materialien und Verzierungen für jeden Rang zulässig waren. Für Generale galten besondere Vorschriften, die ihre herausgehobene Stellung im militärischen Gefüge unterstrichen.

Das Vorhandensein der originalen Knöpfe ist von besonderer historischer Bedeutung. Militärknöpfe waren oft mit Regimentswappen, kaiserlichen Insignien oder anderen identifizierenden Merkmalen versehen. Sie ermöglichen häufig eine genauere Zuordnung zu bestimmten Einheiten oder Truppengattungen und sind daher für militärhistorische Forschungen von unschätzbarem Wert.

Die erwähnten Mottenschäden sind typisch für Textilien dieses Alters und bezeugen paradoxerweise die Authentizität des Stücks. Wolle und Seide, die bevorzugten Materialien für hochwertige Militäruniformen, sind besonders anfällig für Mottenbefall. Die Erhaltung solcher Uniformstücke über fast zwei Jahrhunderte ist an sich bereits bemerkenswert.

In der Hierarchie der militärischen Sammelobjekte nehmen Generalsuniformteile aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts einen besonderen Platz ein. Sie sind weitaus seltener als Uniformen niedrigerer Ränge, da sie in geringerer Stückzahl hergestellt wurden und ihre Träger eine kleine Elite bildeten. Die Kombination aus ungarischer Tradition und Generalsrang macht dieses Stück zu einer außergewöhnlichen Rarität.

Diese Hose dokumentiert nicht nur militärische Mode und Hierarchie, sondern auch die komplexen kulturellen Beziehungen innerhalb der Habsburgermonarchie, in der verschiedene nationale Traditionen bewahrt und gleichzeitig in ein einheitliches kaiserliches System integriert wurden.

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