Paar Goldenes Ehrenzeichen der NSDAP - als Ehrenverleihung an den Gauamtsleiter Hermann Knapp
Herrmann Knapp, Rat bei der Deutschen Reichsbahn, wird bei der Verleihung 1943 als Bereichsleiter u. Gauamtsleiter Essen/Ruhr geführt.
Das Goldene Ehrenzeichen der NSDAP gehörte zu den höchsten Auszeichnungen der nationalsozialistischen Parteiorganisation und wurde erstmals im Jahr 1933 eingeführt. Diese prestigeträchtige Auszeichnung war ausschließlich langjährigen und besonders verdienten Parteimitgliedern vorbehalten und symbolisierte höchste Anerkennung innerhalb der Parteihierarchie.
Die Geschichte dieser Auszeichnung begann am 1. Dezember 1933, als Adolf Hitler das Goldene Ehrenzeichen per Führererlass stiftete. Ursprünglich war es für diejenigen bestimmt, die bereits vor dem 9. November 1923 – dem Datum des gescheiterten Hitler-Putsches in München – der NSDAP beigetreten waren und durchgehend Mitglied geblieben waren. Diese sogenannten “Alten Kämpfer” bildeten die Kerntruppe der Partei und genossen besonderes Ansehen.
Im Laufe der Jahre wurden die Verleihungskriterien erweitert. Das Goldene Ehrenzeichen konnte auch an Personen verliehen werden, die sich um die Partei oder den nationalsozialistischen Staat besonders verdient gemacht hatten, selbst wenn sie erst nach 1923 beigetreten waren. Die Verleihung erfolgte ausschließlich durch Hitler persönlich oder in seinem Namen, was die außerordentliche Bedeutung dieser Auszeichnung unterstrich.
Das Abzeichen existierte in zwei Ausführungen: Eine große Version für die Parteiuniform und eine kleine Version für den zivilen Anzug. Die große Ausführung hatte einen Durchmesser von etwa 30 mm und bestand aus feuervergoldetem Buntmetall mit feinem Email im Zentrum. Das Hakenkreuz im weißen Kreis auf rotem Grund war von einem Lorbeerkranz umgeben. Die Rückseite trug üblicherweise die Markierung “Ges.Gesch” (Gesetzlich Geschützt) sowie oft eine individuelle Nummerierung. Die Trageweise erfolgte mittels horizontaler Nadelbroschierung.
Die kleine Version für den Zivilanzug war entsprechend kleiner dimensioniert, behielt aber die charakteristische Gestaltung bei. Beide Versionen wurden häufig mit dem Verleihungsdatum graviert, was die persönliche Bedeutung für den Träger unterstrich.
Die Verleihung am 30. Januar 1943 – dem zehnten Jahrestag der nationalsozialistischen Machtergreifung – war kein Zufall. Dieser Tag wurde im NS-Staat als hoher Feiertag begangen und war ein bevorzugter Termin für Ordensverleihungen und Ehrungen. Im Jahr 1943 befand sich das Deutsche Reich bereits im vierten Kriegsjahr, und die militärische Lage hatte sich nach der Niederlage von Stalingrad dramatisch verschlechtert. Dennoch hielt das Regime an seinen Ritualen und Ehrungen fest, um Loyalität und Durchhaltewillen zu stärken.
Gauamtsleiter waren wichtige Funktionsträger in der NSDAP-Hierarchie auf Gauebene. Der Gau Essen war Teil des Gaus Düsseldorf und später eigenständig organisiert. Die Position eines Gauamtsleiters bedeutete erhebliche Verantwortung in der Verwaltung und Koordination verschiedener Parteibereiche. Die Verbindung zur Deutschen Reichsbahn war während des Krieges von besonderer Bedeutung, da die Eisenbahn eine Schlüsselrolle in der Kriegslogistik, der Rüstungsproduktion im Ruhrgebiet und tragischerweise auch bei den Deportationen spielte.
Die Kombination mit weiteren Auszeichnungen – dem Kriegsverdienstkreuz 1939 mit Schwertern 1. Klasse, dem Eisernen Kreuz 1914 2. Klasse, dem Ehrenkreuz für Frontkämpfer 1934 und den NSDAP-Dienstauszeichnungen in erster und zweiter Stufe – zeichnet das Bild eines Trägers mit langjähriger Partei- und Militärgeschichte. Das Eiserne Kreuz aus dem Ersten Weltkrieg belegt die Teilnahme am früheren Konflikt, während das Ehrenkreuz für Frontkämpfer diese Dienste ehrte. Die NSDAP-Dienstauszeichnungen wurden für 10 Jahre (2. Stufe) und 15 Jahre (1. Stufe) Parteizugehörigkeit verliehen.
Das Kriegsverdienstkreuz 1939 wurde für außergewöhnliche Verdienste in der Kriegswirtschaft, Verwaltung oder im Hinterland verliehen. Die Version “mit Schwertern” war für Verdienste unter Feindeinwirkung oder in unmittelbarer Front- oder Einsatznähe vorgesehen.
Heute sind solche Ensembles bedeutende historische Dokumente, die Einblick in das Auszeichnungswesen und die Hierarchiestrukturen des NS-Regimes geben. Sie werden in Museen und wissenschaftlichen Sammlungen aufbewahrt und dienen der historischen Forschung und Aufklärung. Der Umgang mit solchen Objekten erfordert historische Sensibilität und wissenschaftliche Sorgfalt, da sie Teil eines verbrecherischen Systems waren, dessen Ideologie und Taten unermessliches Leid verursacht haben.