Preußen Artillerie Faschinenmesser M 1849 .

Ungekürzte und gereinigte Klinge mit Hersteller "Gebr. Simson Suhl", sonst keine Abnahmen oder sonstigen Markierungen zu erkennen, das Parierstück mit alter Reparatur, getragen, in guter Erhaltung. Zustand 2-
498256
700,00

Preußen Artillerie Faschinenmesser M 1849 .

Das preußische Artillerie-Faschinenmesser Modell 1849 repräsentiert einen wichtigen Abschnitt in der Entwicklung der preußischen Militärausrüstung des 19. Jahrhunderts. Diese Seitenwaffe diente nicht nur als Werkzeug, sondern auch als Symbol der militärischen Modernisierung Preußens unter König Friedrich Wilhelm IV.

Die Einführung des Modells 1849 erfolgte im Rahmen umfassender Militärreformen, die nach den Erfahrungen der Revolutionsjahre 1848/49 eingeleitet wurden. Das Faschinenmesser war speziell für die Artillerietruppen konzipiert und diente sowohl praktischen als auch zeremoniellen Zwecken. Der Begriff "Faschine" bezieht sich auf Reisigbündel, die im Festungsbau und bei der Artilleriestellung verwendet wurden.

Die Firma Gebrüder Simson in Suhl war einer der bedeutendsten Waffenhersteller des 19. Jahrhunderts. Das 1856 gegründete Unternehmen entwickelte sich zu einem der wichtigsten Lieferanten für die preußische und später deutsche Armee. Suhl selbst galt als Zentrum der deutschen Waffenindustrie, mit einer Tradition, die bis ins 16. Jahrhundert zurückreichte.

Die technischen Spezifikationen des M 1849 folgten strengen militärischen Vorschriften. Die ungekürzte Klinge war typischerweise etwa 50 Zentimeter lang und aus hochwertigem Stahl gefertigt. Das charakteristische Parierstück diente nicht nur dem Schutz der Hand, sondern auch der Stabilität beim Gebrauch als Werkzeug. Die Konstruktion musste den harten Anforderungen des Militärdienstes standhalten.

Während der Einigungskriege (1864-1871) bewährte sich diese Ausrüstung in den Feldzügen gegen Dänemark, Österreich und Frankreich. Die preußische Artillerie spielte eine entscheidende Rolle in diesen Konflikten, und das Faschinenmesser war ein unverzichtbarer Bestandteil der Soldatenausrüstung.

Nach der Reichsgründung 1871 wurde das Modell 1849 schrittweise durch neuere Varianten ersetzt, blieb aber noch bis in die 1880er Jahre in Verwendung. Heute sind gut erhaltene Exemplare gesuchte Sammlerobjekte, die wichtige Zeugnisse der deutschen Militärgeschichte darstellen.