Preußen Kriegsdenkmünze 1864 für Kämpfer

Verliehenes Stück aus Geschützbronze, mit Randinschrift "Aus erobertem Geschütz", am alten original Band, Zustand 2.
Mit dem alten Originalband nur selten zu finden !
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175,00

Preußen Kriegsdenkmünze 1864 für Kämpfer

Die Preußische Kriegsdenkmünze für 1864 stellt ein bedeutendes militärhistorisches Zeugnis der deutschen Einigungskriege dar und repräsentiert einen entscheidenden Moment in der Geschichte Preußens und der deutschen Nationalstaatsbildung. Diese Auszeichnung wurde im Zusammenhang mit dem Deutsch-Dänischen Krieg von 1864 gestiftet, einem Konflikt, der die militärische Vormachtstellung Preußens in Mitteleuropa nachhaltig festigen sollte.

Der Deutsch-Dänische Krieg brach im Februar 1864 aus und war der erste der drei sogenannten deutschen Einigungskriege, die zwischen 1864 und 1871 zur Gründung des Deutschen Kaiserreiches führten. Der Konflikt entzündete sich an der schleswig-holsteinischen Frage, nachdem der dänische König Christian IX. die November-Verfassung unterzeichnet hatte, welche das Herzogtum Schleswig enger an Dänemark binden sollte. Dies betrachteten Preußen und Österreich als Vertragsbruch und begründeten damit ihren militärischen Eingriff.

Die Kriegsdenkmünze wurde gemäß der Stiftung vom 20. September 1864 durch König Wilhelm I. von Preußen eingeführt. Sie sollte allen Kombattanten verliehen werden, die aktiv an den Kriegshandlungen teilgenommen hatten. Die Auszeichnung unterschied sich bewusst von reinen Ehrenzeichen dadurch, dass sie ausschließlich für tatsächliche Kampfteilnehmer bestimmt war, nicht für Nichtkombattanten oder Angehörige des Sanitätsdienstes.

Ein besonderes Merkmal dieser Medaille ist das Material ihrer Herstellung: Geschützbronze aus eroberten dänischen Kanonen. Die Randinschrift “AUS EROBERTEM GESCHÜTZ” dokumentiert diese Herkunft unmissverständlich und verleiht der Auszeichnung zusätzliche symbolische Bedeutung. Diese Praxis, Orden und Medaillen aus dem Material eroberter Waffen herzustellen, hatte in der preußischen Militärtradition eine lange Geschichte und sollte die militärische Leistung der Träger besonders hervorheben. Die Verwendung erbeuteten Materials war nicht nur symbolisch bedeutsam, sondern auch praktisch, da die preußischeArmee nach den erfolgreichen Kämpfen bei den Düppeler Schanzen und der Eroberung der Insel Alsen über beträchtliche Mengen an dänischem Kriegsmaterial verfügte.

Die Medaille zeigt auf der Vorderseite typischerweise das gekrönte Monogramm König Wilhelms I., umgeben von einem Eichenkranz. Die Rückseite trägt in der Regel die Inschrift “PREUSSEN'S SIEGREICHEN KRIEGERN 1864”. Das Design folgte der etablierten preußischen Heraldik und Medaillentradition, die unter anderem von renommierten Medailleuren wie Wilhelm Kullrich geprägt wurde.

Das Band, an dem die Medaille getragen wurde, war in den preußischen Farben Schwarz-Weiß gehalten und folgte den strikten Tragevorschriften der preußischen Armee. Die Erhaltung des originalen Bandes ist für Sammler und Historiker von besonderer Bedeutung, da Textilien wesentlich anfälliger für Verfall sind als Metall. Exemplare mit authentischem Originalband sind daher deutlich seltener und historisch wertvoller, da sie die Medaille in ihrem ursprünglichen Verleihungszustand zeigen.

Der Krieg von 1864 endete mit dem Frieden von Wien am 30. Oktober 1864. Die Herzogtümer Schleswig, Holstein und Lauenburg wurden von Dänemark an Preußen und Österreich abgetreten, wobei die spätere Aufteilung dieser Gebiete zwischen den beiden Siegermächten bereits den Keim für den Deutschen Krieg von 1866 legte. Militärisch hatte der Konflikt die Überlegenheit der preußischen Heeresreform unter Kriegsminister Albrecht von Roon und Generalstabschef Helmuth von Moltke demonstriert.

Die Kriegsdenkmünze 1864 wurde in beträchtlicher Stückzahl verliehen, da an den Kampfhandlungen zahlreiche preußische Truppen beteiligt waren. Dennoch ist jedes verliehene Exemplar ein individuelles historisches Dokument, das für einen namentlich bekannten Soldaten oder Offizier ausgegeben wurde. Die Verleihungslisten wurden sorgfältig geführt, was heute die Provenienzforschung ermöglicht.

In der militärhistorischen Forschung gilt diese Kriegsdenkmünze als wichtiges Studienobjekt für die Entwicklung des preußischen Auszeichnungswesens und die Militärgeschichte der Einigungskriege. Sie dokumentiert nicht nur die militärischen Erfolge Preußens, sondern auch die systematische Anerkennung militärischer Leistungen durch staatliche Auszeichnungen, die zu einem wichtigen Bestandteil der Militärkultur des 19. Jahrhunderts wurden.