RAD Reichsarbeitsdienst Feldbindenschloß für Arbeitsführer

Aluminium, rückseitig markiert Assmann DRGM 37.
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295,00

RAD Reichsarbeitsdienst Feldbindenschloß für Arbeitsführer

Die Feldschnalle des Reichsarbeitsdienstes (RAD) für Arbeitsführer stellt ein bedeutendes Ausrüstungsstück der paramilitärischen Organisation des Dritten Reiches dar. Dieses spezielle Exemplar aus Aluminium trägt auf der Rückseite die Markierung Assmann DRGM 37, was wichtige Hinweise auf Hersteller und Entstehungszeit liefert.

Der Reichsarbeitsdienst wurde offiziell am 26. Juni 1935 durch das “Gesetz für den Reichsarbeitsdienst” als staatliche Organisation etabliert, obwohl seine Wurzeln bis in die Weimarer Republik zurückreichen. Mit der Einführung der allgemeinen Arbeitsdienstpflicht wurde der RAD zu einer Massenorganisation, die junge Männer (und später auch Frauen) zu gemeinnütziger Arbeit verpflichtete. Die Organisation war hierarchisch nach militärischem Vorbild strukturiert, mit verschiedenen Dienstgraden und entsprechenden Rangabzeichen.

Die Arbeitsführer bildeten eine wichtige Führungsebene innerhalb des RAD. Sie waren verantwortlich für die Leitung kleinerer Einheiten und trugen eine Uniform, die sich durch spezifische Abzeichen und Ausrüstungsgegenstände von den einfachen Arbeitsmännern unterschied. Die Feldschnalle war ein wesentlicher Bestandteil der Feldausrüstung und diente zum Verschluss des Feldkoppels, das zur Dienstkleidung gehörte.

Die Firma Assmann aus Lüdenscheid war einer der bedeutendsten Hersteller von militärischen Ausrüstungsgegenständen und Abzeichen während der NS-Zeit. Die vollständige Firmenbezeichnung lautete “F. Assmann & Söhne”. Die Markierung DRGM steht für “Deutsches Reichsgebrauchsmuster”, ein Schutzrecht, das zwischen 1891 und 1945 in Deutschland existierte und dem heutigen Gebrauchsmusterschutz ähnelte. Die Zahl 37 verweist höchstwahrscheinlich auf das Jahr 1937, ein Zeitraum, in dem der RAD seine organisatorische Struktur weiter festigte und standardisierte Uniformen und Ausrüstungsgegenstände einführte.

Die Verwendung von Aluminium als Material war typisch für viele Ausrüstungsgegenstände dieser Zeit. Aluminium bot mehrere Vorteile: Es war leichter als Stahl oder Messing, korrosionsbeständig und ließ sich gut bearbeiten. Zudem ermöglichte es eine kostengünstige Massenproduktion, was bei einer Organisation mit Millionen von Mitgliedern von großer Bedeutung war. Die Schnallen wurden meist im Druckguss-Verfahren hergestellt und anschließend poliert oder mattiert.

Das Design der RAD-Feldschnallen folgte militärischen Vorbildern, unterschied sich aber in Details von den Schnallen der Wehrmacht. Die Schnallen für Arbeitsführer waren in der Regel schlichter gestaltet als die Paradeschnallen und für den praktischen Feldeinsatz konzipiert. Sie mussten robust genug sein, um den Belastungen bei Arbeits- und Geländeeinsätzen standzuhalten.

Der RAD war in verschiedene Arbeitsgaue unterteilt und führte Projekte wie Landgewinnung, Straßenbau, Waldarbeit und landwirtschaftliche Arbeiten durch. Während des Zweiten Weltkrieges wurde der RAD zunehmend für kriegswichtige Aufgaben eingesetzt, einschließlich des Baus von Verteidigungsanlagen wie dem Westwall. Ab 1940 wurden RAD-Einheiten auch direkt in Kriegshandlungen verwickelt, insbesondere beim Flakdienst.

Die Rangstruktur des RAD umfasste verschiedene Führungsebenen, von einfachen Truppführern bis zu hohen Stabsführern. Die Arbeitsführer standen in dieser Hierarchie auf einer mittleren Ebene und waren vergleichbar mit Unteroffizieren der Wehrmacht. Ihre Uniform und Ausrüstung spiegelte diesen Status wider.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde der Reichsarbeitsdienst durch die Alliierten aufgelöst. Die Organisation wurde im Rahmen der Entnazifizierung als Teil des nationalsozialistischen Herrschaftssystems betrachtet. Ausrüstungsgegenstände wie Feldschnallen wurden größtenteils eingezogen oder von den Trägern selbst vernichtet, weshalb erhaltene Exemplare heute von militärhistorischem Interesse sind.

Heute dienen solche Objekte als materielle Zeugnisse einer historischen Epoche und ermöglichen es Forschern und Museen, die organisatorischen Strukturen und die materielle Kultur des Nationalsozialismus zu dokumentieren und zu verstehen. Die Markierung durch renommierte Hersteller wie Assmann ermöglicht eine präzise Datierung und Zuordnung der Stücke.

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