Verwundetenabzeichen 1939 in Gold - Miniatur

16 mm, Buntmetall vergoldet, rückseitig mit Hersteller "L/21", an langer Nadel, Zustand 2.

519456
150,00

Verwundetenabzeichen 1939 in Gold - Miniatur

Das Verwundetenabzeichen 1939 in Gold in seiner Miniaturform repräsentiert eine der bedeutendsten deutschen Militärauszeichnungen des Zweiten Weltkriegs. Diese besondere Variante mit einem Durchmesser von 16 mm wurde speziell für das Tragen in ziviler Kleidung gefertigt und verkörpert die blutig erkaufte Anerkennung persönlicher Opfer im Kriegsdienst.

Die Geschichte des Verwundetenabzeichens reicht zurück bis zum 3. März 1918, als Kaiser Wilhelm II. während des Ersten Weltkriegs diese Auszeichnung erstmals stiftete. Adolf Hitler führte das Abzeichen am 1. September 1939 – dem Tag des Überfalls auf Polen und Beginn des Zweiten Weltkriegs – in aktualisierter Form wieder ein. Die neue Version zeigte nun den moderneren M35-Stahlhelm anstelle des Helmmodells aus dem Ersten Weltkrieg. Hitler selbst hatte am 18. Mai 1918 das Verwundetenabzeichen in Schwarz für im Ersten Weltkrieg erlittene Verwundungen erhalten.

Das vorliegende Miniaturexemplar wurde von Förster & Barth aus Pforzheim hergestellt, erkennbar an der rückseitigen Herstellermarkierung L/21. Die Firma Bernhard Förster war seit 1907 in Pforzheim ansässig und ursprünglich als Schmuckhersteller tätig, bevor sie ihr Spektrum auf Uhrengehäuse und andere Präzisionsprodukte erweiterte. Während des Zweiten Weltkriegs produzierte das Unternehmen militärische Abzeichen und Auszeichnungen, gilt jedoch als seltener und ungewöhnlicher Hersteller von Militärorden. Von insgesamt 24 zugelassenen Herstellern des Standard-Verwundetenabzeichens gehörte Förster & Barth zu den weniger verbreiteten Produzenten.

Das Abzeichen besteht aus vergoldetem Buntmetall und zeigt in ovaler Form einen M35-Stahlhelm mit aufgesetztem umgekehrten Hakenkreuz über gekreuzten Schwertern, umgeben von einem Lorbeerkranz mit Bandschleife am unteren Ende. Die Goldklasse, die erste Klasse des Verwundetenabzeichens, wurde für fünf oder mehr durch Feindeinwirkung erlittene Verwundungen verliehen. Alternativ konnte sie auch für außergewöhnlich schwere Einzelverwundungen vergeben werden, einschließlich vollständiger Erblindung, schwerer Gehirnverletzungen mit Pflegebedürftigkeit, totaler Invalidität, Verlust mehrerer Gliedmaßen oder Verlust der Fortpflanzungsfähigkeit. Posthum wurde das goldene Abzeichen an Gefallene verliehen. Durch eine Verfügung vom 1. Juni 1940 erhielten Träger der silbernen oder goldenen Klasse automatisch das Eiserne Kreuz 2. Klasse, sofern sie diese Auszeichnung nicht bereits besaßen.

Während das Standard-Verwundetenabzeichen etwa 44 mm maß, wurden Miniaturen in zwei Größen produziert: 9 mm und 16 mm. Das hier beschriebene 16-mm-Exemplar war für das Tragen in ziviler Kleidung bei gesellschaftlichen Anlässen, formellen Veranstaltungen oder zu zivilen Anzügen vorgesehen. Die Vorschriften sahen vor, dass 9-mm-Miniatur-Stecknadeln zum Tragen mit Zivilkleidung autorisiert waren, was es Veteranen ermöglichte, ihre Auszeichnungen außerhalb der Uniform in diskreter Weise zu präsentieren. Die Miniatur wurde typischerweise an einer langen Nadel am linken Revers befestigt.

Die brutale Realität des Krieges spiegelt sich in den Verleihungszahlen wider: Während des gesamten Zweiten Weltkriegs wurden etwa 5 Millionen Verwundetenabzeichen aller Klassen verliehen. Die frühe Produktion konnte die Nachfrage nicht decken; bereits bis Mitte 1940 waren etwa 40.000 Soldaten verwundet worden, was die fortgesetzte Verwendung von Abzeichen aus dem Ersten Weltkrieg erforderlich machte, bis ausreichend Exemplare des Musters von 1939 verfügbar waren. Ursprünglich nur für Militärpersonal vorgesehen, wurde die Verleihung im März 1943 auf Zivilisten ausgeweitet, die bei Luftangriffen verwundet wurden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg verabschiedete die westdeutsche Regierung am 26. Juli 1957 das Gesetz über Titel, Orden und Ehrenzeichen, das das weitere Tragen des Verwundetenabzeichens in entnazifizierter Form gestattete, wobei das Hakenkreuz entfernt werden musste. Die Version von 1957 erlaubte es Veteranen, ihre Auszeichnungen auf Bundeswehruniformen zu tragen, um persönliche Opfer anzuerkennen und gleichzeitig Distanz zur nationalsozialistischen Symbolik zu wahren. Das beschriebene Exemplar befindet sich im Zustand 2, was einen guten bis sehr guten Erhaltungszustand mit geringen Gebrauchsspuren bezeichnet.