Wehrmacht Heer Schirmmütze für Offiziere der Panzertruppe 

Fertigung um 1943/44. Hohe elegante Sattelform, feldgraues Tuch, komplett mit Mützenadler und Eichenlaubkranz und Kokarde in Metallfaden gestickter Ausführung, Waffenfarbe rosa. Innen braunes Schweißleder, goldenes Seidenfutter und Zelluloidtrapez mit verblichenen Herstelleraufdruck "Offizier Kleiderkasse Berlin Erel Sonderklasse Extra", Größe ca. 57. Minimal getragen, jedoch Mottenlöcher am Mützenbund, Zustand 2
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2.500,00

Wehrmacht Heer Schirmmütze für Offiziere der Panzertruppe 

Die vorliegende Schirmmütze für Offiziere der Panzertruppe der Wehrmacht repräsentiert ein bedeutendes Beispiel der deutschen Militäruniformen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Hergestellt um 1943/44, verkörpert diese Kopfbedeckung die hohen handwerklichen Standards der deutschen Uniformherstellung sowie die strenge Regulierung militärischer Ausrüstung während des Krieges.

Die Schirmmütze (Visor Cap) war ein wesentlicher Bestandteil der Offiziersuniform der Wehrmacht und diente sowohl repräsentativen als auch praktischen Zwecken. Die hier beschriebene Mütze zeigt die charakteristische hohe, elegante Sattelform, die für Offiziersmützen typisch war und sie von den Mützen der Mannschaften und Unteroffiziere unterschied. Das feldgraue Tuch entspricht der standardisierten Farbgebung der Wehrmacht, die seit den 1930er Jahren eingeführt wurde und das traditionelle Preußischblau ablöste.

Besonders bemerkenswert ist die Waffenfarbe Rosa, die exklusiv der Panzertruppe (Armored Forces) zugeordnet war. Das System der Waffenfarben wurde in der Wehrmacht verwendet, um die verschiedenen Truppengattungen zu kennzeichnen. Rosa war seit 1935 die offizielle Waffenfarbe für alle Panzereinheiten und wurde am Mützenbund, an Kragenpatten und Schulterklappen sichtbar gemacht. Diese Farbcodierung ermöglichte eine schnelle Identifikation der Truppenzugehörigkeit.

Die Mütze trägt sowohl den Mützenadler (cap eagle) als auch die Kokarde (cockade) in Metallfaden gestickter Ausführung. Der Adler, der mit ausgebreiteten Schwingen und einem Hakenkreuz in den Fängen dargestellt wurde, war das Hoheitszeichen der Wehrmacht. Die Kokarde in den nationalen Farben Schwarz-Weiß-Rot befand sich zentral am Mützenbund und war von einem Eichenlaubkranz umgeben - ein Symbol, das ausschließlich Offiziersrängen vorbehalten war. Die Metallfadenstickerei deutet auf eine hochwertige Ausführung hin, die typisch für Offiziersuniformen war.

Das Innere der Mütze offenbart weitere Details über ihre Qualität und Herkunft. Das braune Schweißleder diente dem Tragekomfort und war ein Standardmerkmal hochwertiger Uniformmützen. Das goldene Seidenfutter war ein Luxusmerkmal, das die Offiziersqualität unterstreicht. Von besonderem historischem Interesse ist das Zelluloidtrapez mit dem Herstelleraufdruck “Offizier Kleiderkasse Berlin Erel Sonderklasse Extra”.

Die Offizier-Kleiderkasse war eine Institution, die der Versorgung von Offizieren mit Uniformen und Ausrüstung diente. Erel war einer der renommiertesten Hersteller von Militäruniformen in Deutschland. Die Firma lieferte Uniformstücke in verschiedenen Qualitätsstufen, wobei “Sonderklasse Extra” die höchste Qualitätskategorie darstellte. Diese Bezeichnung garantierte erstklassige Materialien und exzellente Verarbeitung.

Die Datierung auf 1943/44 ist aus historischer Perspektive bedeutsam. In dieser Phase des Krieges befand sich Deutschland bereits in der Defensive an mehreren Fronten. Die Panzerwaffe spielte eine zentrale Rolle in den deutschen Verteidigungsoperationen. Trotz der zunehmenden Materialknappheit zeigt diese Mütze, dass für Offiziere weiterhin hochwertige Uniformen produziert wurden, was die Bedeutung der militärischen Repräsentation in der Wehrmacht unterstreicht.

Die angegebene Größe ca. 57 entspricht dem deutschen Größensystem, das den Kopfumfang in Zentimetern angibt. Der Zustand wird als “minimal getragen” beschrieben, was darauf hindeutet, dass die Mütze nur selten benutzt wurde. Die erwähnten Mottenlöcher am Mützenbund sind typische Alterserscheinungen bei Textilien und mindern nicht die historische Bedeutung des Objekts.

Uniformteile wie diese Schirmmütze sind wichtige Zeugnisse der Militärgeschichte. Sie dokumentieren nicht nur die technischen und ästhetischen Aspekte der Uniformherstellung, sondern auch die organisatorischen Strukturen und Hierarchien innerhalb der Wehrmacht. Die Panzertruppe, deren Waffenfarbe diese Mütze trägt, war eine der modernsten und prestigeträchtigsten Waffengattungen der deutschen Streitkräfte und spielte eine zentrale Rolle in der deutschen Kriegführung zwischen 1939 und 1945.

Aus konservatorischer Sicht stellt diese Mütze ein bedeutendes Beispiel der Textilgeschichte des 20. Jahrhunderts dar. Die Kombination aus traditionellem Handwerk, hochwertigen Materialien und militärischer Symbolik macht sie zu einem wichtigen Studienobjekt für Historiker, Textilexperten und Militaria-Sammler.