Fördernde Mitglieder der SS ( FMSS ) - Mitgliedsabzeichen
Das Abzeichen der Fördernden Mitglieder der SS (FM-SS) stellt ein bedeutendes, wenn auch historisch belastetes Objekt der nationalsozialistischen Organisation dar. Dieses spezielle Exemplar trägt die Herstellermarkierung "Deschler, Mchn. 9. GES.GESCH." und die Mitgliedsnummer A 39931, was es zu einem dokumentierbaren Artefakt aus der Zeit des Dritten Reiches macht.
Die Institution der Fördernden Mitglieder wurde am 1. März 1933 durch Reichsführer-SS Heinrich Himmler ins Leben gerufen. Der Zweck dieser Organisation bestand darin, finanzielle Unterstützung für die SS zu generieren, ohne dass die Mitglieder aktiven Dienst leisten mussten. Diese Konstruktion ermöglichte es Personen aus Wirtschaft, Industrie und dem Bürgertum, ihre Verbundenheit mit der SS zu demonstrieren und gleichzeitig von den Verbindungen zu dieser mächtigen Organisation zu profitieren.
Das Abzeichen selbst wurde durch einen Erlass vom 22. März 1934 offiziell eingeführt. Es zeigt ein silberfarbenes Edelweiß auf schwarzem Grund, umgeben von einem silbernen Rahmen. Die Gestaltung war bewusst zurückhaltend gewählt, um sich von den uniformierten SS-Mitgliedern zu unterscheiden. Das Edelweiß als Symbol wurde gewählt, da es Standhaftigkeit und Treue repräsentieren sollte.
Die Firma Deschler & Sohn aus München gehörte zu den bedeutendsten Herstellern von NS-Abzeichen und Orden. Das Unternehmen, das bereits im 19. Jahrhundert gegründet wurde, produzierte während der NS-Zeit eine Vielzahl von Auszeichnungen, Parteiabzeichen und militärischen Ehrenzeichen. Die Markierung "Mchn. 9" verweist auf München als Produktionsort, während "GES.GESCH." für "gesetzlich geschützt" steht, ein üblicher Vermerk auf hochwertigen Abzeichen dieser Zeit.
Die Mitgliedsnummer A 39931 gibt wichtige Hinweise auf den Zeitpunkt der Aufnahme. Die FM-SS verwendete verschiedene Nummernserien, wobei die Serie mit dem Präfix "A" zu den früheren Vergaben zählte. Bis zum Jahr 1935 waren bereits über 200.000 Fördernde Mitglieder registriert, was die schnelle Expansion dieser Organisation verdeutlicht. Die niedrigere Nummer dieses Exemplars deutet auf eine Mitgliedschaft aus der Frühphase hin, möglicherweise aus den Jahren 1934 oder 1935.
Die Fördernden Mitglieder zahlten einen monatlichen Beitrag, der zunächst bei mindestens 1 Reichsmark lag, wobei viele Mitglieder erheblich höhere Summen entrichteten. Diese Gelder flossen direkt in die SS-Kassen und finanzierten den Ausbau der Organisation, einschließlich der späteren Waffen-SS und der Konzentrationslager-Verwaltung. Die finanzielle Unterstützung durch die FM-SS spielte somit eine direkte Rolle bei der Ermöglichung der Verbrechen des NS-Regimes.
Das Tragen des Abzeichens war streng geregelt. Es durfte nur an der Zivilkleidung angebracht werden, typischerweise am Revers. Die lange Nadel, wie bei diesem Exemplar beschrieben, war charakteristisch für diese Abzeichen und ermöglichte eine sichere Befestigung an dickeren Stoffqualitäten. Die Mitglieder erhielten außerdem einen Mitgliedsausweis und waren berechtigt, an bestimmten SS-Veranstaltungen teilzunehmen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Fördernden Mitglieder im Rahmen der Entnazifizierung unterschiedlich behandelt. Während aktive SS-Mitglieder automatisch als belastet galten, wurden FM-SS-Mitglieder individuell geprüft. Die bloße Mitgliedschaft führte nicht zwingend zu einer Verurteilung, jedoch mussten die Betroffenen ihre Motive und den Grad ihrer Unterstützung darlegen.
Heute sind solche Abzeichen wichtige Studienobjekte für Historiker und Museen. Sie dokumentieren die Finanzierungsstrukturen des NS-Regimes und zeigen, wie breit die Unterstützung für die SS in der deutschen Gesellschaft verankert war. Der Handel mit solchen Objekten ist in Deutschland und anderen Ländern streng reguliert, um eine Verherrlichung des Nationalsozialismus zu verhindern. Gleichzeitig dienen sie in wissenschaftlichen und pädagogischen Kontexten als materielle Zeugnisse einer dunklen Epoche deutscher Geschichte.
Die Authentifizierung solcher Abzeichen erfolgt durch Experten anhand verschiedener Merkmale: Herstellermarken, Materialqualität, Verarbeitungstechniken und Altersspuren. Das vorliegende Exemplar mit seiner eindeutigen Deschler-Markierung und Mitgliedsnummer gehört zu den gut dokumentierbaren Stücken.