III. Reich - Der Deutsche Automobil Club ( DDAC ) - nichttragbare Teilnehmerplakette - " Nach den 4 Himmelsrichtungen 1937 Gau 18 Mitte "
DDAC-Teilnehmerplakette “Nach den 4 Himmelsrichtungen 1937”
Die vorliegende nichttragbare Teilnehmerplakette des Deutschen Automobil-Clubs (DDAC) dokumentiert eine bedeutende Motorsportveranstaltung aus dem Jahr 1937, organisiert vom Gau 18 Mitte. Diese Plakette repräsentiert ein faszinierendes Kapitel der deutschen Automobil- und Organisationsgeschichte während der Zeit des Dritten Reiches.
Der Deutsche Automobil-Club (DDAC)
Der DDAC wurde nach der nationalsozialistischen Machtergreifung 1933 als Nachfolgeorganisation verschiedener deutscher Automobilclubs gegründet. Er entstand aus der Gleichschaltung bestehender Automobilverbände und wurde zum einzigen offiziellen Automobilclub im Deutschen Reich. Der DDAC war dem Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps (NSKK) unterstellt und diente als zivile Organisation zur Förderung der Motorisierung in Deutschland.
Die Organisation war nach dem Gau-Prinzip strukturiert, wobei das gesamte Reich in verschiedene Gaue unterteilt wurde. Der Gau 18 Mitte umfasste zentrale Gebiete Deutschlands und war für die Organisation regionaler Motorsportveranstaltungen und Automobilaktivitäten zuständig.
Die Veranstaltung “Nach den 4 Himmelsrichtungen”
Die Veranstaltung aus dem Jahr 1937 trägt den symbolträchtigen Titel “Nach den 4 Himmelsrichtungen”, was auf eine Orientierungsfahrt oder Sternfahrt hindeutet. Solche Veranstaltungen waren in den 1930er Jahren äußerst beliebt und dienten mehreren Zwecken: Sie förderten die automobile Kultur, dienten der Tourismuswerbung und demonstrierten die verkehrstechnische Entwicklung des Deutschen Reiches.
Das Jahr 1937 war ein Höhepunkt der deutschen Motorisierungspolitik. Die Nationalsozialisten förderten massiv den Automobilbau und die Infrastruktur, wobei der Ausbau der Reichsautobahnen vorangetrieben wurde. Der DDAC spielte eine zentrale Rolle bei der Organisation von Motorsportveranstaltungen, Zuverlässigkeitsfahrten und touristischen Automobilerkundungen.
Herstellung und Gestaltung
Die Plakette wurde von der Firma A. Rettenmaier aus Schwäbisch Gmünd hergestellt, einer Stadt mit langer Tradition in der Metallverarbeitung und Schmuckherstellung. Schwäbisch Gmünd war im 20. Jahrhundert ein bedeutendes Zentrum für die Produktion von Abzeichen, Plaketten und Ehrenzeichen. Die Firma Rettenmaier gehörte zu den zahlreichen Herstellern, die für verschiedene Organisationen des Dritten Reiches produzierten.
Die Plakette besteht aus versilbertem Zink, einem für die damalige Zeit typischen Material für nichttragbare Erinnerungsstücke. Mit ihren Maßen von 50 x 50 mm entspricht sie dem Standardformat vieler DDAC-Veranstaltungsplaketten. Die quadratische Form und die Beschriftung mit Gau-Zugehörigkeit und Jahreszahl waren charakteristische Gestaltungselemente dieser Periode.
Nichttragbare Plaketten im DDAC-Kontext
Im Gegensatz zu tragbaren Abzeichen, die an der Kleidung befestigt wurden, waren nichttragbare Plaketten als Erinnerungsstücke konzipiert. Sie wurden an Teilnehmer von Veranstaltungen ausgegeben und sollten als Andenken aufbewahrt werden. Oft wurden sie in Sammlungen aufbewahrt oder in speziellen Rahmen präsentiert.
Solche Plaketten dokumentierten die Teilnahme an spezifischen Veranstaltungen und hatten auch einen gewissen Sammlerwert. Der DDAC gab für nahezu jede größere Veranstaltung entsprechende Plaketten heraus, was zur umfangreichen Vielfalt dieser Objekte beitrug.
Historische Einordnung
Die Motorsportaktivitäten und Automobilveranstaltungen der 1930er Jahre müssen im Kontext der nationalsozialistischen Propaganda und Wirtschaftspolitik gesehen werden. Die Förderung der Motorisierung diente nicht nur zivilen Zwecken, sondern auch der militärischen Vorbereitung. Die Vertrautmachung der Bevölkerung mit Kraftfahrzeugen und die Ausbildung von Fahrern hatten auch wehrtechnische Bedeutung.
Gleichzeitig waren Veranstaltungen wie “Nach den 4 Himmelsrichtungen” auch Ausdruck eines genuinen Interesses an automobiler Technik und touristischer Erschließung. Die 1930er Jahre waren eine Zeit rasanter Entwicklung in der Automobiltechnik, und Deutschland spielte dabei eine führende Rolle.
Sammlerwert und Erhaltung
Heute sind solche DDAC-Plaketten gesuchte Sammlerobjekte für Militaria- und Automobilhistoriker. Sie dokumentieren einen spezifischen Aspekt der deutschen Geschichte und der Entwicklung der Automobilkultur. Der Zustand 2 der vorliegenden Plakette weist auf eine gute Erhaltung mit leichten Gebrauchsspuren hin, was für ein über 85 Jahre altes Objekt bemerkenswert ist.
Die wissenschaftliche Beschäftigung mit solchen Objekten ermöglicht Einblicke in die Alltagskultur, Organisationsstrukturen und die Bedeutung der Motorisierung im Deutschland der 1930er Jahre. Sie sind materielle Zeugnisse einer historischen Epoche und ihrer spezifischen Gesellschaftsorganisation.