III. Reich - nichttragbare Teilnehmerplakette - " DTC Kriegsspiel Oberammergau 1933 "

Buntmetall versilbert, teilweise emailliert, 70 x 82 mm, mit 3 Bohrungen, Hersteller : C.Poellath Schrobenhausen, Zustand 2.
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270,00

III. Reich - nichttragbare Teilnehmerplakette - " DTC Kriegsspiel Oberammergau 1933 "

Die vorliegende nichttragbare Teilnehmerplakette dokumentiert ein bemerkenswertes Kapitel der frühen nationalsozialistischen Militärgeschichte in Deutschland. Diese Plakette wurde anlässlich des DTC Kriegsspiels in Oberammergau im Jahr 1933 hergestellt, einem Jahr, das einen entscheidenden Wendepunkt in der deutschen Geschichte markierte.

Das Objekt selbst ist aus versilbertem Buntmetall gefertigt und misst beachtliche 70 x 82 mm. Die teilweise emaillierte Ausführung zeugt von der hochwertigen Verarbeitung, die für solche Erinnerungsstücke typisch war. Die drei Bohrungen weisen darauf hin, dass diese Plakette nicht am Körper getragen, sondern vermutlich an einer Wand oder einem Brett befestigt werden sollte. Als Hersteller ist C. Poellath aus Schrobenhausen angegeben, eine Firma, die sich bereits vor 1933 einen Namen in der Produktion von militärischen Auszeichnungen und Abzeichen gemacht hatte und während der gesamten Zeit des Dritten Reiches zu den führenden Herstellern solcher Objekte gehörte.

Der Ort Oberammergau in Oberbayern war bereits vor 1933 bekannt für seine Passionsspiele, entwickelte sich aber während der NS-Zeit auch zu einem Schauplatz militärischer Aktivitäten und Schulungen. Die Wahl dieses Ortes für ein Kriegsspiel im Jahr 1933 war kein Zufall. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Januar 1933 begann die systematische Umgestaltung aller gesellschaftlichen Bereiche, einschließlich des Militärwesens.

Der Begriff “Kriegsspiel” hatte in der deutschen Militärtradition eine lange Geschichte. Bereits im 19. Jahrhundert entwickelten preußische Offiziere komplexe Planspiele zur Simulation militärischer Operationen. Diese Kriegsspiele dienten der taktischen und strategischen Ausbildung von Offizieren und ermöglichten es, verschiedene Szenarien durchzuspielen, ohne tatsächliche Truppen zu bewegen. Im Kontext von 1933 gewannen solche Übungen neue Bedeutung, da Deutschland trotz der Beschränkungen des Versailler Vertrages begann, seine militärischen Kapazitäten wieder aufzubauen.

Die Abkürzung “DTC” könnte auf eine spezifische Organisation oder Einheit hinweisen, die an diesem Kriegsspiel beteiligt war. In der frühen Phase des NS-Regimes entstanden zahlreiche paramilitärische und militärische Organisationen, die parallel zur Reichswehr operierten. Die SA (Sturmabteilung) und später die SS (Schutzstaffel) führten eigene Schulungen und Manöver durch, ebenso wie verschiedene Wehrverbände und Traditionsvereine.

Die Herstellung von nichttragbaren Plaketten für Teilnehmer an militärischen Übungen und Manövern war eine gängige Praxis, um solche Ereignisse zu dokumentieren und den Teilnehmern ein bleibendes Andenken zu bieten. Im Gegensatz zu tragbaren Auszeichnungen, die an der Uniform befestigt wurden, dienten diese größeren Plaketten eher als Erinnerungsstücke für den privaten oder kameradschaftlichen Bereich. Sie wurden häufig in Offizierskasinos, Vereinsräumen oder privaten Sammlungen ausgestellt.

Das Jahr 1933 markierte den Beginn einer Phase intensiver militärischer Aufrüstung in Deutschland, zunächst noch verdeckt, da der Versailler Vertrag strenge Beschränkungen vorsah. Die Reichswehr war auf 100.000 Mann begrenzt, schwere Waffen waren verboten, und ein Generalstab durfte offiziell nicht existieren. Dennoch wurden unter verschiedenen Tarnbezeichnungen militärische Planungen vorangetrieben und Übungen durchgeführt. Kriegsspiele waren ein wichtiges Instrument, um Offiziere auszubilden und strategische Konzepte zu entwickeln, ohne die Beschränkungen des Vertrages offensichtlich zu verletzen.

Die Firma C. Poellath aus Schrobenhausen hatte bereits eine lange Tradition in der Herstellung von militärischen und zivilen Auszeichnungen. Das Unternehmen, das im 19. Jahrhundert gegründet wurde, belieferte sowohl das Königreich Bayern als auch später die Weimarer Republik und das Dritte Reich mit Orden, Ehrenzeichen und Plaketten. Die Qualität der Produkte von Poellath war hoch angesehen, was sich in der Verwendung von hochwertigen Materialien und präziser Handwerkskunst zeigte.

Solche Teilnehmerplaketten bieten heute wichtige Einblicke in die Militärgeschichte und die Erinnerungskultur der jeweiligen Epoche. Sie dokumentieren nicht nur einzelne Ereignisse, sondern auch die Bedeutung, die diesen Ereignissen von den Organisatoren und Teilnehmern beigemessen wurde. Die Tatsache, dass für ein Kriegsspiel im Jahr 1933 aufwendig gestaltete Plaketten hergestellt wurden, unterstreicht die Bedeutung, die militärischer Ausbildung und Tradition in dieser Zeit zugemessen wurde.

Aus heutiger Sicht sind solche Objekte wichtige historische Quellen, die es Forschern ermöglichen, die Entwicklung militärischer Strukturen und die Kultur der Erinnerung im frühen NS-Staat zu untersuchen. Sie stehen im Kontext der umfassenderen Geschichte der Militarisierung der deutschen Gesellschaft nach 1933 und der Vorbereitung auf den kommenden Krieg.