Konvolut von 3 Miniaturen für Bandspangen, Knopflochschleifen  

9 mm, Rohlinge ohne Nadel: Medaille zur Erinnerung an den 13. März 1938, Wehrmacht Dienstzeit- Auszeichnung 4 Jahre, Verwundeten Abzeichen in Silber 1914-18, Zustand 2.    
399357
30,00

Konvolut von 3 Miniaturen für Bandspangen, Knopflochschleifen  

Miniaturausführungen deutscher Militärauszeichnungen: Ansteckformen für den zivilen Gebrauch

Bei dem vorliegenden Konvolut handelt es sich um drei Miniaturausführungen deutscher Militärauszeichnungen aus der Zeit des Ersten Weltkriegs und der nationalsozialistischen Ära. Diese kleinen Versionen, mit einem Durchmesser von lediglich 9 mm, wurden als Bandspangenminiaturen oder Knopflochdekorationen getragen und stellten eine elegante Alternative zum Tragen der vollständigen Orden und Ehrenzeichen in ziviler Kleidung dar.

Die Medaille zur Erinnerung an den 13. März 1938

Die Medaille zur Erinnerung an den 13. März 1938 wurde durch Erlass Adolf Hitlers vom 1. Mai 1938 gestiftet. Sie erinnerte an den sogenannten "Anschluss" Österreichs an das Deutsche Reich. Die Medaille konnte an alle Personen verliehen werden, die an den Ereignissen vom 12. bis 13. März 1938 teilgenommen hatten, einschließlich Angehörigen der Wehrmacht, der österreichischen Streitkräfte, der NSDAP und ihrer Gliederungen sowie der Polizei. Auch ausländische Staatsangehörige, die sich um den Anschluss verdient gemacht hatten, konnten die Auszeichnung erhalten. Die Vergabefrist endete am 13. März 1939. Die Medaille zeigte auf der Vorderseite einen Mann mit erhobener Hakenkreuzfahne und auf der Rückseite die Inschrift "13. März 1938" sowie ein Hakenkreuz. Das Band war rot mit weißen Seitenstreifen, die Farben der österreichischen Flagge darstellend.

Die Wehrmacht-Dienstauszeichnung für 4 Jahre

Die Wehrmacht-Dienstauszeichnung wurde durch Erlass vom 16. März 1936 von Adolf Hitler gestiftet und war die Nachfolgeauszeichnung der Dienstauszeichnungen der Reichswehr und der kaiserlichen Armee. Sie wurde in vier Stufen verliehen: für 4, 12, 18 und 25 Dienstjahre. Die Auszeichnung für 4 Jahre Dienstzeit wurde als bronzefarbene Medaille mit einem durchbrochenen Wehrmachtsadler ausgeführt. Das Band war hellblau, die traditionelle Farbe für Treue und Beständigkeit in der deutschen Militärgeschichte. Die Verleihungsbestimmungen waren in der "Verordnung über die Stiftung einer Dienstauszeichnung der Wehrmacht" vom 16. März 1936 festgelegt. Die Auszeichnung sollte den treuen Dienst für das Vaterland würdigen und die Verbundenheit mit der Wehrmacht symbolisieren. Sie konnte an alle Wehrmachtsangehörigen verliehen werden, die die entsprechende Dienstzeit ohne schwere Disziplinarstrafen abgeleistet hatten.

Das Verwundetenabzeichen in Silber 1914-18

Das Verwundetenabzeichen wurde am 3. März 1918 durch Kaiser Wilhelm II. gestiftet und war die erste deutsche Auszeichnung dieser Art. Es wurde in drei Stufen verliehen: in Schwarz für ein- oder zweimalige Verwundung, in Silber für drei- oder viermalige Verwundung und in Gold für fünf- oder mehrfache Verwundung oder Erblindung beziehungsweise den Verlust von Gliedmaßen. Das silberne Verwundetenabzeichen dokumentierte somit eine drei- oder viermalige Verwundung des Trägers im Ersten Weltkrieg. Das Abzeichen zeigte einen nach unten weisenden Stahlhelm M1916 über zwei gekreuzten Schwertern. Die Stiftung erfolgte in Anerkennung der besonderen Opfer, die verwundete Soldaten für das Vaterland erbracht hatten. Das Verwundetenabzeichen durfte auch nach dem Ersten Weltkrieg weitergetragen werden und behielt seine Gültigkeit während der Weimarer Republik und der NS-Zeit. Im Dritten Reich wurde 1939 ein neues Verwundetenabzeichen gestiftet, doch das Abzeichen von 1918 behielt seine historische Bedeutung.

Miniaturausführungen und ihre Verwendung

Die Praxis, Miniaturversionen von Orden und Ehrenzeichen zu tragen, hat eine lange Tradition im europäischen Militärwesen. Diese kleinformatigen Ausführungen wurden typischerweise in der Zivil- oder Gesellschaftskleidung am Revers oder im Knopfloch getragen, wenn das Tragen der vollständigen Ordensausführung nicht angemessen oder praktisch war. Die Miniaturabzeichen hatten in der Regel einen Durchmesser zwischen 8 und 12 mm und wurden oft auf speziellen Bandspangen montiert, die mehrere Auszeichnungen gleichzeitig darstellen konnten. Die vorliegenden Exemplare sind als Rohlinge ohne Nadel ausgeführt, was darauf hindeutet, dass sie zur individuellen Montage auf Bandspangen oder als Knopflochdekorationen vorgesehen waren. Die Herstellung solcher Miniaturen unterlag ebenso wie die der vollständigen Auszeichnungen bestimmten Qualitätsstandards. Sie wurden von autorisierten Herstellern produziert und im Fachhandel vertrieben. Veteranen und aktive Soldaten konnten diese Miniaturformen erwerben, um ihre Auszeichnungen auch im zivilen Alltag dezent zur Schau zu stellen.

Sammlerwert und historische Bedeutung

Heute stellen solche Miniaturausführungen interessante Sammlerobjekte dar, die Einblick in die Alltagspraxis des Ordenstragens geben. Der angegebene Zustand 2 deutet auf gut erhaltene, nur leicht getragene Stücke hin. Die Kombination der drei verschiedenen Auszeichnungen aus unterschiedlichen Epochen und für unterschiedliche Verdienste ist charakteristisch für die militärische Biographie eines Trägers, der sowohl im Ersten Weltkrieg gedient und Verwundungen erlitten hatte als auch später in der Wehrmacht tätig war und die politischen Ereignisse von 1938 miterlebte.