Marine-Verwundetenabzeichen in Schwarz 1918 

Eisen hohl geprägt und geschwärzt, rückseitig an runder Nadel. Leicht getragen, Zustand 2.
518957
275,00

Marine-Verwundetenabzeichen in Schwarz 1918 

Das Marine-Verwundetenabzeichen in Schwarz 1918 stellt eine bedeutende Auszeichnung der kaiserlichen deutschen Marine im Ersten Weltkrieg dar. Kaiser Wilhelm II. stiftete diese Auszeichnung am 24. Juni 1918 durch Allerhöchste Kabinettsorder speziell für Angehörige der Kaiserlichen Marine. Die Einführung erfolgte nur wenige Monate nach der Stiftung des entsprechenden Heeres-Verwundetenabzeichens am 3. März 1918 und unterschied sich von diesem durch seine charakteristische maritime Gestaltung.

Das Abzeichen wurde in ovaler Form mit einem geschlossenen Kettenglied-Rand hergestellt, der einen stilisierten aufrechten Anker mit zwei gekreuzten Schwertern auf einem gekörnt-strukturierten Hintergrund umschloss. Die Vorderseite trug keine Inschriften oder Texte. Die Rückseite war mit einer runden Nadel versehen, die angelötet wurde, und blieb bei den meisten Exemplaren ohne Herstellermarkierung. Die Abmessungen betrugen etwa 45 Millimeter in der Höhe und 39 bis 40 Millimeter in der Breite.

In den letzten Monaten des Ersten Weltkriegs wurde Deutschland von schweren Ressourcenknappheiten heimgesucht, weshalb die ursprünglichen Kriegsabzeichen aus Eisen hergestellt wurden. Das Abzeichen wurde hohl geprägt und anschließend geschwärzt, um die schwarze Farbe zu erzielen. Die Eisenexemplare wogen etwa 13 Gramm. Mehrere Hersteller produzierten diese Abzeichen, darunter Assmann & Söhne aus Lüdenscheid und Steinhauer & Lück, wobei viele Exemplare ohne Herstellermarkierung gefertigt wurden.

Das schwarze Verwundetenabzeichen wurde Angehörigen der Kaiserlichen Marine verliehen, die durch Feindeinwirkung in Seeschlachten oder Gefechten zur See verwundet wurden oder infolge solcher Verwundungen dienstunfähig geworden waren. Die schwarze Klasse erkannte ausdrücklich eine oder zwei Verwundungen im Marinedienst an. Das Abzeichen konnte sowohl auf der Uniform als auch auf Zivilkleidung getragen werden und wurde auf der linken unteren Brust unter anderen Kampfauszeichnungen platziert.

Es existierten drei Klassen des Marine-Verwundetenabzeichens: Schwarz für ein bis zwei Verwundungen, Silber (mattweiß) für drei bis vier Verwundungen und Gold (mattgelb) für fünf oder mehr Verwundungen. Schwere Verwundungen konnten eine Klasse überspringen rechtfertigen. Verschiedene Varianten wurden hergestellt, darunter hohlgeprägte Exemplare als offizielle Ausgabe, massiv gegossene Stücke als privater Erwerb, Schraubscheiben-Versionen für den privaten Erwerb durch Offiziere und Miniaturversionen zum Tragen auf Zivilkleidung.

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs im November 1918 verrosteten viele Eisenabzeichen und wurden in den 1920er Jahren privat durch Messingversionen ersetzt. Exemplare aus Buntmetall wogen etwa 8 Gramm. Die Verleihung des Abzeichens erfolgte zunächst zwischen 1918 und 1924. Unter dem NS-Regime wurde das Marine-Verwundetenabzeichen von 1918 ab 1936 erneut genehmigt und konnte rückwirkend an Veteranen des Ersten Weltkriegs mit dokumentierten Verwundungen verliehen werden. Ab dem 30. Januar 1936 erlaubten die Vorschriften höhere Klassen für weniger, aber schwerere Verwundungen einschließlich Entstellungen.

Ab 1936 konnten Veteranen der Kriegsmarine des Ersten Weltkriegs mit dokumentierten Nachweisen Abzeichen beantragen. Im April 1939 wurden Bewohner der annektierten Gebiete Österreich, Sudetenland und Memelland antragsberechtigt. Marine-Verwundetenabzeichen im Muster von 1918 wurden bis Ende 1941 an berechtigte Veteranen ausgegeben. Nach 1939 mussten Marineangehörige, die im Landdienst verwundet wurden, ihre Marine-Abzeichen von 1918 gegen das Verwundetenabzeichen im Muster 1939 der Wehrmacht austauschen.

Die kaiserlichen Abzeichen von 1918 ohne Hakenkreuz blieben nach dem Zweiten Weltkrieg in Westdeutschland gemäß dem Gesetz über Titel, Orden und Ehrenzeichen von 1957 weiterhin tragbar, sofern etwaige NS-Symbole entfernt wurden, wobei das ursprüngliche Marine-Muster von 1918 ohnehin keine solchen Symbole enthielt. Die Marine-Version ist im Vergleich zur Heeres-Version grundsätzlich selten, wobei für die Heeres-Version mehrere hunderttausend schwarze Abzeichen bis Kriegsende ausgegeben wurden.