Nationalsozialistischer Deutscher Marinebund ( NSDMB ) - Goldene Ehrennadel für 25 jährige Mitgliedschaft

an Nadel, rückseitig : GES.GESCH., Zustand 2/2+.
501557
€ 140,00

Nationalsozialistischer Deutscher Marinebund ( NSDMB ) - Goldene Ehrennadel für 25 jährige Mitgliedschaft

Die Goldene Ehrennadel für 25-jährige Mitgliedschaft des Nationalsozialistischen Deutschen Marinebundes (NSDMB) stellt ein seltenes Zeugnis der maritimen Organisationsstruktur des Dritten Reiches dar. Diese Auszeichnung dokumentiert die Bestrebungen des nationalsozialistischen Regimes, auch die maritime Tradition und Seemannschaft in seine ideologische Vereinnahmung einzubeziehen.

Der Nationalsozialistische Deutsche Marinebund wurde am 28. Januar 1934 gegründet und stellte die nationalsozialistische Nachfolgeorganisation des traditionellen Deutschen Marinebundes dar, der bereits 1919 als Veteranenvereinigung der Kaiserlichen Marine ins Leben gerufen worden war. Nach der Machtübernahme 1933 wurden wie viele andere Organisationen auch maritime Verbände gleichgeschaltet und ideologisch ausgerichtet. Der NSDMB unterstand direkt der Kriegsmarine und sollte die Verbundenheit zwischen Marine und Zivilbevölkerung fördern.

Die Organisation hatte mehrere Hauptaufgaben: die Pflege des maritimen Gedankenguts in der deutschen Bevölkerung, die Unterstützung der Kriegsmarine durch Propaganda und Öffentlichkeitsarbeit, sowie die Betreuung ehemaliger Marinesoldaten. Der NSDMB organisierte Vorträge, maritime Veranstaltungen und Gedenkfeiern und trug zur Rekrutierung für die expandierende Kriegsmarine bei.

Das vorliegende Ehrenzeichen wurde für 25-jährige Mitgliedschaft verliehen, was bedeutet, dass der Träger bereits seit etwa 1909 oder früher Mitglied des ursprünglichen Deutschen Marinebundes gewesen sein musste. Diese lange Mitgliedschaft überbrückte somit die Epochen des Kaiserreichs, der Weimarer Republik und des Dritten Reiches. Die goldene Ausführung markierte die besondere Würdigung dieser außergewöhnlich langen Treue.

Die rückseitige Markierung “GES.GESCH.” (Gesetzlich Geschützt) weist auf die offizielle Anerkennung und den rechtlichen Schutz des Abzeichens hin. Diese Kennzeichnung war bei staatlichen und parteilichen Auszeichnungen des Dritten Reiches üblich und sollte Fälschungen vorbeugen. Die Herstellung solcher Ehrenzeichen erfolgte durch autorisierte Hersteller, die strenge Qualitätsstandards einhalten mussten.

Die Verleihung solcher Ehrennadeln war mit bestimmten Voraussetzungen verbunden. Neben der nachweisbaren Mitgliedschaftsdauer musste der Kandidat ein einwandfreies Verhalten im Sinne der nationalsozialistischen Weltanschauung nachweisen. Die Verleihung erfolgte in der Regel im Rahmen feierlicher Veranstaltungen durch hohe Funktionäre des NSDMB oder Offiziere der Kriegsmarine.

Das Design maritimer Ehrenzeichen des Dritten Reiches folgte typischerweise traditionellen nautischen Symbolen, kombiniert mit nationalsozialistischen Elementen. Die goldene Ausführung unterschied sich durch ihre Materialbeschaffenheit und Verarbeitung von den silbernen Varianten für kürzere Mitgliedschaftsdauern. Die Trageweise erfolgte an der Nadel auf der Zivilkleidung, bevorzugt an der linken Brustseite.

Der NSDMB erreichte bis 1939 eine Mitgliederzahl von etwa 100.000 Personen. Die Organisation gliederte sich in Gaue, Kreise und Ortsgruppen, die parallel zur territorialen Struktur der NSDAP organisiert waren. Der Bundesführer unterstand direkt dem Oberbefehlshaber der Kriegsmarine. Während des Zweiten Weltkrieges verstärkte der NSDMB seine Propagandaaktivitäten und unterstützte Kriegssammlungen.

Mit der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands am 8. Mai 1945 wurde der NSDMB zusammen mit allen anderen nationalsozialistischen Organisationen durch das Kontrollratsgesetz Nr. 2 vom 10. Oktober 1945 aufgelöst und verboten. Das Tragen seiner Abzeichen wurde untersagt. Nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland regelten verschiedene Gesetze, insbesondere das Gesetz über Titel, Orden und Ehrenzeichen von 1957, den Umgang mit solchen historischen Auszeichnungen.

Heute besitzen solche Ehrenzeichen ausschließlich historischen und sammlerischen Wert. Sie dokumentieren ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte und die Vereinnahmung traditioneller maritimer Strukturen durch das nationalsozialistische Regime. Für die militärhistorische Forschung bieten sie wichtige Einblicke in die Organisationsstruktur und Ehrungssysteme des Dritten Reiches. Der Erhaltungszustand dieses Exemplars ermöglicht eine detaillierte Untersuchung der Fertigungstechniken und Materialien der Epoche.