Spanienkreuz in Gold mit Schwertern

Es handelt sich hierbei um eines der verliehenen Stücke, Fertigung der Firma C.E.Juncker Berlin in Silber vergoldet, rückseitig "900" Silber gepunzt. Deutlich getragen, die Vergoldung noch zu 85 % erhalten, rückseitig wurde während des Krieges der Nadelhaken repariert, Zustand 2-.
Das Spanienkreuz in Gold mit Schwertern wurde nur 1.126 Mal verliehen.

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4.500,00

Das Spanienkreuz in Gold mit Schwertern – Eine der seltensten Auszeichnungen des Dritten Reiches

Das vorliegende Stück ist ein Spanienkreuz in Gold mit Schwertern, gefertigt von der renommierten Berliner Firma C.E. Juncker, einem der angesehensten Hersteller militärischer Auszeichnungen jener Epoche. Es handelt sich um ein verliehenes Original aus 900er Silber, das anschließend vergoldet wurde – ein Merkmal, das für authentische Verleihungsstücke der Goldklasse charakteristisch ist. Die rückseitige Punzierung “900” bestätigt den Silberfeingehalt. Das Kreuz zeigt deutliche Tragespuren, wobei die Vergoldung noch zu etwa 85 % erhalten ist. Der Nadelhaken wurde während des Krieges repariert, was auf eine intensive Nutzung durch den Träger hindeutet.

Historischer Hintergrund: Die Legion Condor im Spanischen Bürgerkrieg

Mit dem Ausbruch des Spanischen Bürgerkriegs im Juli 1936 entsandte Deutschland die Legion Condor, bestehend aus Angehörigen der Luftwaffe und des Heeres, um die nationalistischen Truppen unter General Franco im Kampf gegen den Kommunismus zu unterstützen. Die Legion Condor umfasste über 25.000 Soldaten, die auf den Schlachtfeldern Spaniens die später berühmt gewordenen Konzepte des Blitzkriegs erprobten und weiterentwickelten.

Die Angehörigen der Legion Condor galten offiziell als Freiwillige. Aufgrund dieses halboffiziellen Status wurden während des Krieges keine eigenen Auszeichnungen geschaffen, weshalb es zunächst keine Möglichkeit gab, deutsche Tapferkeit und militärische Leistungen in Spanien angemessen zu würdigen. Dieser Umstand führte schließlich zur Stiftung des Spanienkreuzes.

Stiftung und Verleihungskriterien

Am 14. April 1939 stiftete Adolf Hitler per Erlass das Spanienkreuz in verschiedenen Stufen: Bronze, Silber und Gold, jeweils mit oder ohne Schwerter. Dabei ist zu beachten, dass die Goldklasse ausschließlich mit Schwertern verliehen wurde – es existiert keine Variante des goldenen Spanienkreuzes ohne Schwerter. Für herausragende Tapferkeit konnte die Goldklasse zusätzlich mit Brillanten verliehen werden, was die höchste Stufe dieser Auszeichnung darstellte.

Das Spanienkreuz erfüllte somit einen doppelten Zweck: Es diente sowohl als Kampagnenmedaille zur Anerkennung der Teilnahme am Spanischen Bürgerkrieg als auch als Auszeichnung für besondere Leistungen. Die Version mit Schwertern war ausschließlich jenen Angehörigen der Legion Condor und anderer militärischer Einheiten vorbehalten, die aktiv an Kampfhandlungen teilgenommen hatten. Das Goldene Kreuz mit Schwertern wurde nur an Soldaten verliehen, die nicht nur dem Feind gegenübergestanden hatten, sondern sich darüber hinaus durch persönliche Tapferkeit oder besondere Leistungen ausgezeichnet hatten. Voraussetzung war mindestens eine mehrmonatige aktive Kampfteilnahme oder außergewöhnliche Tapferkeit und militärische Verdienste. Höhere Offiziere, herausragende Piloten und Soldaten mit außerordentlichen Dienstleistungen kamen für diese Auszeichnung in Betracht.

Verleihungszahlen und Seltenheit

Die Verleihungszahlen verdeutlichen die außerordentliche Seltenheit des goldenen Spanienkreuzes mit Schwertern. Insgesamt wurde das Spanienkreuz in allen Stufen genau 26.116 Mal verliehen. Davon entfielen auf das Spanienkreuz in Bronze mit Schwertern etwa 8.462 Verleihungen und auf die Goldklasse mit Schwertern lediglich 1.126 Verleihungen. Die höchste Stufe, das Spanienkreuz in Gold mit Schwertern und Brillanten, wurde nur 28 Mal vergeben. Dies macht das vorliegende Stück zu einem der seltensten regulären Verleihungsstücke dieser Dekoration.

Physische Beschreibung und Fertigung

Das Spanienkreuz hat die Form eines Malteserkreuzes, in dessen Zentrum ein Hakenkreuz auf einem Medaillon angebracht ist. Zwischen den Kreuzarmen befinden sich Luftwaffenadler, und bei der Version mit Schwertern sind zwei gekreuzte Schwerter hinter den Adlersymbolen platziert. Die Vorderseite zeigt ein konvexes, genopptes Malteserkreuz mit zwei gekreuzten breiten Schwertern und vier Luftwaffenadlern in den Ecken, wobei das zentrale Hakenkreuz separat aufgelötet und beweglich ist. Die Rückseite ist konkav gestaltet und verfügt über einen aufgelöteten C-förmigen Nadelhaken, einen aufgelöteten Scharnierbock und eine charakteristische Nadel. Die Standardgröße des Kreuzes beträgt etwa 55–57 mm.

Authentische Verleihungsstücke der Goldklasse wurden aus 900er Silber gefertigt und anschließend feuervergoldet, was eine reiche, gleichmäßige Vergoldung erzeugte. Als Grundmaterial diente Tombak, eine Zink-Kupfer-Legierung, die im Prägeverfahren in die Malteserkreuzform gebracht wurde.

Verleihungszeremonie und Trageweise

Während die meisten Spanienkreuze am 31. Mai 1939 in Hamburg überreicht wurden, erhielten die Träger der Goldklasse ihre Auszeichnungen am 6. Juni 1939 in Berlin – ein Umstand, der die besondere Wertschätzung dieser höheren Stufe unterstreicht. Die goldenen Spanienkreuze wurden in einem blauen Etui überreicht, während die Bronzekreuze in grünen Etuis und die höchste Stufe mit Brillanten in roten Etuis vergeben wurden.

Das Spanienkreuz wurde an der rechten Brust unterhalb der Taschenklappe getragen oder, falls verliehen, unterhalb des Blutordens.

Bedeutende Träger

Zu den bekanntesten Trägern des Spanienkreuzes in Gold mit Brillanten – der noch höheren Stufe – gehörten die Fliegerasse Adolf Galland und Werner Mölders sowie der spätere Generalfeldmarschall Hugo Sperrle. Werner Mölders wurde am 4. Mai 1939 mit der spanischen Medalla de la Campaña und Medalla Militar ausgezeichnet und erhielt am 6. Juni 1939 das deutsche Spanienkreuz in Gold mit Schwertern und Brillanten.

Nachkriegsgeschichte

Das Tragen von Auszeichnungen der NS-Zeit wurde 1945 verboten. Das Spanienkreuz gehörte nicht zu jenen Auszeichnungen, die von der Bundesrepublik Deutschland 1957 zum offiziellen Tragen wieder zugelassen wurden. Nach dem Tod des Trägers verblieb die Auszeichnung bei den nächsten Angehörigen.

Das vorliegende Stück, mit seinen deutlichen Tragespuren und der während des Krieges erfolgten Reparatur, erzählt die Geschichte eines Soldaten, der diese seltene Auszeichnung nicht nur erhielt, sondern sie über Jahre hinweg mit Stolz trug – ein authentisches Zeugnis der Legion Condor und des Spanischen Bürgerkriegs.