Arbeitsdienst - Deutscher Frauenarbeitsdienst

Brosche, mit eingeschlagener Trägernummer " 29590 ", an Nadel, Zustand 2.
518258
€ 75,00

Arbeitsdienst - Deutscher Frauenarbeitsdienst

Die vorliegende Brosche des Deutschen Frauenarbeitsdienstes repräsentiert ein bedeutendes Kapitel in der Geschichte der nationalsozialistischen Arbeitsorganisationen. Dieses rundliche, konvexe Metall-Anstecknadel mit einem Durchmesser von 4,4 Zentimetern zeigt ein Hakenkreuz zwischen sechs Gerstenähren und trägt die eingeschlagene Trägernummer 29590 auf der Rückseite. Die Inschrift am Rand ist in Kurrentschrift ausgeführt und lautet: „Arbeit für dein Volk / Adelt dich selbst / Deutscher Frauenarbeitsdienst“.

Die weibliche Version des männlichen Reichsarbeitsdienstes (RAD) wurde ursprünglich im Februar 1933 gegründet und galt zunächst als Unterabteilung der Nationalsozialistischen Frauenschaft. Am 1. Januar 1934 begann die Neuorganisation des weiblichen Arbeitsdienstes als Deutscher Frauenarbeitsdienst unter der Leitung von Gertrud Scholtz-Klink, die vom Leiter des Arbeitsdienstes Konstantin Hierl in diese Position berufen wurde. Im April 1936 wurde der weibliche Arbeitsdienst von der NS-Frauenschaft getrennt und erhielt die offizielle Bezeichnung RADwJ (Reichsarbeitsdienst der weiblichen Jugend).

Die Brosche wurde nach Rang verliehen: Bronze für eine Arbeitsmaid, Silber für eine Maidenführin und Gold für eine Lagerführin. Das vorliegende Exemplar ist aus Bronze gefertigt, was auf den Rang einer Arbeitsmaid hinweist. Die Materialien der verschiedenen Varianten umfassten auch Eisen versilbert und Messing. Die Brosche diente dazu, zwischen den drei Rängen zu unterscheiden, da es in diesem frühen Stadium der Organisation keine weiteren Ränge gab. Vor der Trennung von der NS-Frauenschaft war eine Serie von Rangabzeichen eingeführt worden, die bis August 1937 getragen wurden, als eine neue Serie von Rangabzeichen eingeführt wurde. Die zweite Variante (1937) wurde bis Oktober 1939 verwendet, als eine dritte und letzte Variante eingeführt wurde.

Bis August 1937 wurde die Brosche als Rangabzeichen getragen und konnte danach als Traditionsabzeichen weiterhin verwendet werden. Sie wurde an der Krawatte in der Ausgehuniform getragen und kennzeichnete die Mitgliedschaft und den Rang innerhalb der Dienstorganisation des Deutschen Frauenarbeitsdienstes. Die individuelle Nummerierung auf der Rückseite deutet auf eine persönliche Ausgabe hin, wobei bekannte Nummern wie 29590, 44886, 77670 und 60463 dokumentiert sind.

Der RADwJ war ursprünglich eine freiwillige Organisation, trotz der Bestimmungen vom Juni 1935, die eine sechsmonatige Pflichtdienstzeit vorschrieben. Die tatsächliche Einberufung des RADwJ-Personals begann im August 1936, aber erst im September 1939 wurde die obligatorische sechsmonatige Dienstzeit durchgesetzt. Die Zahl der Arbeitsmaiden nahm von 11.457 im April 1935 auf rund 20.000 im Sommer 1937 und auf rund 30.000 im Jahresdurchschnitt 1938 zu. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs waren 36.219 Frauen im RADwJ organisiert.

Entsprechend der Stellung der Frau innerhalb der nationalsozialistischen Ideologie wurden die jungen Frauen mit Aufgaben betraut, die sie auf ein häusliches Leben der Fürsorge und Pflege vorbereiten sollten. Dazu gehörten beispielsweise leichte landwirtschaftliche Arbeiten, die Betreuung von Kindern, alten und kranken Menschen sowie die Organisation von Unterhaltungsveranstaltungen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden diese Broschen zu sammelbaren historischen Artefakten. Die Organisation selbst wurde mit dem Zusammenbruch des nationalsozialistischen Deutschlands im Jahr 1945 aufgelöst.