Kriegsmarine Ärmelabzeichen für einen Matrosenobergefreiter mit mehr als 6 Dienstjahren 

Ausführung für die blaue Uniform, Zustand 2.
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65,00

Kriegsmarine Ärmelabzeichen für einen Matrosenobergefreiter mit mehr als 6 Dienstjahren 

Das Ärmelabzeichen für einen Matrosenobergefreiten der Kriegsmarine mit mehr als 6 Dienstjahren stellt ein bedeutendes Beispiel der Rangabzeichen und Dienstzeitauszeichnungen der deutschen Kriegsmarine während des Zweiten Weltkrieges dar. Diese spezielle Ausführung für die blaue Uniform dokumentiert das ausgefeilte System der Rangkennzeichnung, das in der deutschen Marine zwischen 1935 und 1945 verwendet wurde.

Die Kriegsmarine wurde offiziell am 1. Juni 1935 als Nachfolger der Reichsmarine gegründet, nachdem das nationalsozialistische Deutschland die militärischen Beschränkungen des Versailler Vertrages offen abgelehnt hatte. Unter der Führung von Großadmiral Erich Raeder und später Karl Dönitz entwickelte die Kriegsmarine ein umfassendes System von Uniformen und Rangabzeichen, das sich teilweise an die Traditionen der Kaiserlichen Marine anlehnte.

Der Rang des Matrosenobergefreiten (MObergefr.) befand sich in der unteren Hierarchie der Mannschaftsdienstgrade. In aufsteigender Reihenfolge waren die Mannschaftsränge: Matrose, Matrosengefreiter, Matrosenobergefreiter und Matrosenhauptgefreiter. Der Matrosenobergefreite stand somit über dem einfachen Gefreiten, aber unter dem Hauptgefreiten. Dieser Rang wurde in der Regel nach etwa drei bis vier Jahren Dienstzeit verliehen, wobei Leistung und Verhalten des Soldaten berücksichtigt wurden.

Das Dienstzeitabzeichen für mehr als sechs Dienstjahre war eine besondere Auszeichnung, die die langjährige Zugehörigkeit zur Marine dokumentierte. Die Kriegsmarine führte verschiedene Dienstzeitabzeichen ein, die auf dem linken Unterärmel getragen wurden. Diese Abzeichen waren in Form von Winkeln oder Chevrons gestaltet und wurden je nach Dienstzeit in unterschiedlicher Anzahl getragen. Ein Chevron bezeichnete in der Regel vier Jahre Dienstzeit, während zusätzliche Chevrons längere Dienstperioden anzeigten.

Die blaue Uniform, für die dieses Abzeichen gefertigt wurde, war die Standard-Ausgehuniform der Kriegsmarine. Im Gegensatz zur weißen Sommeruniform oder den verschiedenen Arbeits- und Borduniformen wurde die blaue Uniform bei offiziellen Anlässen, bei Landgang und im Garnisonsdienst getragen. Die Uniformvorschriften der Kriegsmarine waren in der Anzugsordnung für die Kriegsmarine (M.Dv. Nr. 410) detailliert festgelegt, die mehrfach überarbeitet und ergänzt wurde.

Die Herstellung solcher Abzeichen erfolgte durch verschiedene Hersteller im Deutschen Reich und in besetzten Gebieten. Die Qualität und Ausführung konnte variieren, abhängig vom Hersteller und der Verfügbarkeit von Materialien, besonders in den späteren Kriegsjahren. Die Abzeichen wurden typischerweise auf dunkelblaues Tuch gestickt und auf den Ärmel aufgenäht. Die Stickerei erfolgte meist mit gelblicher oder goldener Kunstseide, die die traditionelle Goldstickerei simulierte.

Ein Matrosenobergefreiter mit mehr als sechs Dienstjahren war in der Kriegsmarine ein erfahrener Soldat, der wahrscheinlich mehrere Einsätze oder Dienstperioden absolviert hatte. In den frühen Kriegsjahren bedeuteten sechs Dienstjahre, dass der Träger bereits seit etwa 1939 oder früher gedient hatte, möglicherweise noch in der Vorkriegs-Kriegsmarine. Solche erfahrenen Mannschaftsmitglieder waren wertvoll für die Ausbildung jüngerer Rekruten und bildeten das Rückgrat der Schiffsbesatzungen.

Die Kriegsmarine setzte ihre Kräfte in allen maritimen Kriegsschauplätzen ein, vom Atlantik über die Nordsee bis zum Mittelmeer und den arktischen Gewässern. Matrosen dienten auf verschiedensten Einheiten: von den berühmten U-Booten über Überwasser-Kriegsschiffe bis hin zu Küstenbatterien und Marinestützpunkten. Die tatsächliche Tätigkeit eines Matrosenobergefreiten konnte stark variieren, je nachdem, ob er als Bootsmann, Funker, Geschützbesatzung oder in anderen Spezialisierungen eingesetzt wurde.

Der Zustand 2 dieses Exemplars deutet auf ein gut erhaltenes Stück hin, das die Jahre überdauert hat. Solche Abzeichen sind heute wichtige militärhistorische Artefakte, die Einblick in das Rangsystem und die Organisationsstruktur der Kriegsmarine geben. Sie dienen als materielle Zeugnisse der persönlichen Geschichte tausender Soldaten, die in der deutschen Marine dienten.

Die Erforschung solcher Uniformteile trägt zum Verständnis der militärischen Kultur und Organisation des Dritten Reiches bei. Gleichzeitig erinnern sie an die komplexe und oft tragische Geschichte der Kriegsmarine, die in einen verbrecherischen Angriffskrieg eingebunden war und deren Angehörige unterschiedliche Schicksale erlebten.

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