SA Einzel Kragenspiegel für Mannschaften SA-Gruppe Thüringen Sturmbahn I  der Standarte 153

Standort Gera, Thüringen, Apfelgrün, gelocht für SA Kragenspiegel-Abzeichen,  Ungetragen, Zustand 2.
364458
55,00

SA Einzel Kragenspiegel für Mannschaften SA-Gruppe Thüringen Sturmbahn I  der Standarte 153

Das vorliegende Objekt ist ein SA-Kragenspiegel für Mannschaften der SA-Gruppe Thüringen, speziell der Sturmbahn I der Standarte 153 mit Standort in Gera. Dieser Kragenspiegel in der charakteristischen Farbe Apfelgrün stellt ein typisches Beispiel der Uniformausstattung der Sturmabteilung während der Zeit des Nationalsozialismus dar.

Die Sturmabteilung (SA) wurde 1920/21 als paramilitärische Kampforganisation der NSDAP gegründet. Ursprünglich als Saalschutz konzipiert, entwickelte sie sich zu einer Massenorganisation, die in der Weimarer Republik durch gewalttätige Straßenkämpfe und politische Einschüchterung bekannt wurde. Nach der Machtübernahme 1933 erreichte die SA mit mehreren Millionen Mitgliedern ihren zahlenmäßigen Höhepunkt.

Die organisatorische Struktur der SA war hierarchisch gegliedert und orientierte sich an militärischen Vorbildern. Die größten Gliederungen waren die SA-Gruppen, die in der Regel ein oder mehrere Länder bzw. preußische Provinzen umfassten. Die SA-Gruppe Thüringen war eine dieser regionalen Einheiten und deckte das Gebiet des Landes Thüringen ab. Innerhalb der SA-Gruppen existierten Standarten (entsprechend etwa einem Regiment), die wiederum in Sturmbahnen und Stürme unterteilt waren.

Die Standarte 153 mit Standort Gera war eine dieser lokalen Einheiten. Gera, als bedeutende Stadt in Thüringen, bildete einen wichtigen Stützpunkt der SA-Organisation in der Region. Die Nummerierung der Standarten erfolgte nach einem reichsweiten System, wobei die dreistelligen Nummern auf die Zeit nach der Reorganisation und das massive Wachstum der SA in den frühen 1930er Jahren hinweisen.

Das Kragenspiegelsystem der SA war ein wesentlicher Bestandteil der Uniformkennzeichnung und diente der schnellen Identifikation von Zugehörigkeit und Rang. Die Kragenspiegel wurden paarweise an beiden Kragenseiten des braunen SA-Hemdes getragen. Die Grundfarbe des Kragenspiegels kennzeichnete die jeweilige SA-Gruppe, während aufgesetzte Abzeichen und Zahlen weitere Differenzierungen ermöglichten.

Die Farbe Apfelgrün war spezifisch der SA-Gruppe Thüringen zugeordnet. Jede SA-Gruppe hatte ihre eigene Kennfarbe: So trugen beispielsweise die SA-Gruppen Berlin-Brandenburg Weiß, Sachsen Hellblau, und Bayern Hellrot. Diese farbliche Kodierung wurde durch Anordnungen der Obersten SA-Führung festgelegt und in den einschlägigen Uniformvorschriften dokumentiert.

Der beschriebene Kragenspiegel ist gelocht, was bedeutet, dass er für das Aufnähen eines weiteren Abzeichens vorbereitet war. Bei Mannschaften der SA wurden auf den Kragenspiegeln üblicherweise die Standartennummer sowie gegebenenfalls die Sturmbahnnummer angebracht. Diese Zahlen und Symbole wurden entweder direkt aufgestickt oder als separate Metallabzeichen aufgenäht.

Die Tatsache, dass dieser Kragenspiegel als ungetragen beschrieben wird, macht ihn zu einem besonderen Sammlerstück. Viele SA-Uniformteile wurden intensiv genutzt und zeigen entsprechende Gebrauchsspuren. Ungetragene Stücke haben oft einen höheren historischen und dokumentarischen Wert, da sie den ursprünglichen Herstellungszustand bewahren.

Die Herstellung von SA-Uniformteilen erfolgte durch verschiedene zivile Hersteller nach vorgegebenen Standards. Die Kragenspiegel wurden in der Regel aus Tuch gefertigt, das in der entsprechenden Gruppenfarbe eingefärbt war. Die Qualität konnte je nach Hersteller und Zeitpunkt der Produktion variieren, besonders in den späteren Jahren, als Materialknappheit zunahm.

Nach der sogenannten “Röhm-Affäre” im Juni 1934, bei der die SA-Führung um Ernst Röhm ausgeschaltet wurde, verlor die SA erheblich an politischer Bedeutung. Obwohl sie formal weiterbestand, wurde ihre Rolle zunehmend marginalisiert, während die SS zur dominierenden Parteiorganisation aufstieg. Die SA existierte bis zum Kriegsende 1945, spielte aber im Zweiten Weltkrieg keine wesentliche militärische Rolle mehr.

Heute sind SA-Uniformteile wie dieser Kragenspiegel wichtige historische Zeugnisse einer dunklen Periode der deutschen Geschichte. Sie dokumentieren die organisatorische Struktur und das Erscheinungsbild einer Organisation, die maßgeblich zur Etablierung und Festigung der NS-Diktatur beitrug. Die wissenschaftliche Beschäftigung mit solchen Objekten ist im Kontext der historischen Forschung und Aufklärung von Bedeutung, muss aber stets mit einer kritischen Reflexion der verbrecherischen Natur des NS-Regimes einhergehen.