SA Nichttragbare Siegermedaille "2. Hallensport-Kampftag d. SA-Gruppe Hessen Frankfurt a.M. 28.5.1938"

Große Medaille aus Aluminium bronziert, Durchmesser 85 mm, rückseitig mit Gravur "2. Sieger im Kugelstossen Kl. A 1". Zustand 2.
238458
200,00

SA Nichttragbare Siegermedaille "2. Hallensport-Kampftag d. SA-Gruppe Hessen Frankfurt a.M. 28.5.1938"

Die vorliegende SA-Sportmedaille aus dem Jahr 1938 repräsentiert ein faszinierendes Kapitel der nationalsozialistischen Körperkultur und der paramilitärischen Organisationsstruktur der Sturmabteilung (SA). Diese bronzierte Aluminiummedaille mit einem Durchmesser von 85 mm wurde anlässlich des 2. Hallensport-Kampftages der SA-Gruppe Hessen am 28. Mai 1938 in Frankfurt am Main verliehen.

Die SA, gegründet 1920/21 als Ordnertruppe der NSDAP, entwickelte sich bis 1933 zu einer der mächtigsten paramilitärischen Organisationen im nationalsozialistischen Deutschland. Nach den Ereignissen des sogenannten “Röhm-Putsches” vom 30. Juni 1934 verlor die SA erheblich an politischer Macht, blieb jedoch als Massenorganisation bestehen und konzentrierte sich zunehmend auf sportliche und vormilitärische Ausbildung.

Die SA-Gruppe Hessen war eine der regionalen Verwaltungseinheiten der SA und umfasste das Gebiet Hessen mit dem Hauptsitz in Frankfurt am Main. Diese Gruppen waren wiederum in Brigaden, Standarten und kleinere Einheiten untergliedert. Nach 1934 verlagerte sich der Schwerpunkt der SA-Aktivitäten verstärkt auf die körperliche Ertüchtigung und Wehrsportausbildung, die als Vorbereitung auf den Wehrdienst verstanden wurde.

Die systematische Organisation von Sportkampftagen war ein wesentlicher Bestandteil der SA-Arbeit in der zweiten Hälfte der 1930er Jahre. Diese Veranstaltungen dienten mehreren Zwecken: Sie sollten die körperliche Fitness der SA-Männer fördern, den Wettbewerbsgeist stärken, die Kameradschaft innerhalb der Einheiten festigen und nicht zuletzt die SA als volksnahe Organisation präsentieren. Die Wettkämpfe umfassten typischerweise leichtathletische Disziplinen wie Kugelstoßen, Weitsprung, Laufen sowie Kraftsportarten.

Die Gravur “2. Sieger im Kugelstossen Kl. A 1” auf der Rückseite der Medaille weist auf eine Klasseneinteilung hin, die vermutlich nach Alter oder Leistungsniveau erfolgte. Das Kugelstoßen war eine besonders beliebte Disziplin bei SA-Sportwettkämpfen, da es Kraft und Technik vereinte und als wehrsportlich relevant galt.

Die Fertigung der Medaille aus bronziertem Aluminium ist charakteristisch für die Mitte bis Ende der 1930er Jahre. Aluminium war ein moderner, leichter Werkstoff, der in Deutschland verstärkt produziert wurde. Die Bronzierung verlieh den kostengünstigen Aluminiummedaillen ein edleres Aussehen. Mit 85 mm Durchmesser handelt es sich um eine überdurchschnittlich große Medaille, was die Bedeutung der Veranstaltung unterstreicht.

Das Jahr 1938 war innenpolitisch ein Jahr der Konsolidierung der NS-Herrschaft und außenpolitisch gekennzeichnet durch die aggressive Expansionspolitik des Deutschen Reiches mit dem “Anschluss” Österreichs im März und der Sudetenkrise im Herbst. Die SA spielte bei diesen Ereignissen eine unterstützende Rolle und profitierte organisatorisch von der territorialen Expansion.

Solche Sportmedaillen waren nicht Teil der offiziellen Auszeichnungsordnung des Deutschen Reiches, sondern wurden von den jeweiligen SA-Gruppen in Eigenregie hergestellt und verliehen. Dies erklärt die große Vielfalt an Designs, Größen und Materialien bei SA-Sportauszeichnungen. Die Medaillen dienten als Anreiz für die Teilnehmer und als Erinnerungsstücke an die Veranstaltungen.

Aus heutiger historischer Perspektive sind solche Objekte wichtige Zeugnisse der Alltagskultur im Nationalsozialismus. Sie dokumentieren die Durchdringung des gesellschaftlichen Lebens durch NS-Organisationen und zeigen, wie Sport und körperliche Ertüchtigung instrumentalisiert wurden, um politische und ideologische Ziele zu verfolgen. Die vormilitärische Ausbildung in der SA diente der Vorbereitung auf den kommenden Krieg, der bereits 1938 von der NS-Führung geplant wurde.

Für Sammler und Historiker sind solche nichttragbaren Medaillen interessante Studienobjekte, da sie Einblicke in die regionale Organisation der SA und die konkreten Aktivitäten auf lokaler Ebene bieten. Die Tatsache, dass es sich um den “2. Hallensport-Kampftag” handelte, deutet darauf hin, dass solche Veranstaltungen regelmäßig stattfanden und fest im Jahreskalender der SA-Gruppe Hessen verankert waren.