III. Reich - nichttragbare Teilnehmerplakette " Der Regierungspräsident Koblenz - Hunsrück-Orientierungsfahrt 1937 - Gott mit uns "

Bronze, 92 mm, Zustand 2.
321959
280,00

III. Reich - nichttragbare Teilnehmerplakette " Der Regierungspräsident Koblenz - Hunsrück-Orientierungsfahrt 1937 - Gott mit uns "

Die Hunsrück-Orientierungsfahrt 1937 war eine von vielen sportlich-propagandistischen Veranstaltungen, die während der Zeit des Nationalsozialismus durchgeführt wurden. Diese nichttragbare Teilnehmerplakette aus Bronze mit einem Durchmesser von 92 mm dokumentiert ein regionales Motorsportereignis, das vom Regierungspräsidenten Koblenz organisiert wurde.

Orientierungsfahrten erfreuten sich in den 1930er Jahren großer Beliebtheit und dienten mehreren Zwecken gleichzeitig. Einerseits förderten sie den aufstrebenden Automobilsport und demonstrierten die technische Leistungsfähigkeit der deutschen Kraftfahrzeugindustrie. Andererseits boten sie ausgezeichnete Gelegenheiten zur Darstellung nationalsozialistischer Symbolik und Ideologie. Die Veranstaltungen kombinierten sportliche Herausforderungen mit Heimatverbundenheit und sollten das Gemeinschaftsgefühl stärken.

Der Regierungsbezirk Koblenz umfasste weite Teile des Rheinlandes und angrenzende Gebiete, einschließlich des Hunsrücks, einer Mittelgebirgsregion, die sich durch ihre anspruchsvollen Straßenverhältnisse für solche Orientierungsfahrten besonders eignete. Die Teilnehmer mussten vorgegebene Strecken navigieren, Kontrollpunkte erreichen und dabei ihre Fahrkünste unter Beweis stellen.

Die Inschrift “Gott mit uns” auf der Plakette ist bemerkenswert, da sie eine traditionelle preußisch-deutsche Militärdevise aufgreift, die ursprünglich auf den Koppelschlössern der preußischen und später der deutschen Armee verwendet wurde. Diese Verbindung von traditionellen militärischen Elementen mit zivilen Sportveranstaltungen war typisch für die NS-Zeit, in der eine Militarisierung der Gesellschaft angestrebt wurde.

Nichttragbare Plaketten dieser Art wurden als Erinnerungs- und Auszeichnungsstücke an die Teilnehmer solcher Veranstaltungen ausgegeben. Im Gegensatz zu tragbaren Medaillen oder Ordensspangen waren sie für die Aufbewahrung in Vitrinen oder auf Schreibtischen gedacht. Ihre Größe von 92 mm ermöglichte detaillierte Darstellungen und umfangreiche Inschriften.

Die Verwendung von Bronze als Material war für solche Plaketten üblich und stellte einen Kompromiss zwischen Wertigkeit und Herstellungskosten dar. Bronze ließ sich gut prägen und verlieh den Stücken ein würdiges Aussehen, war aber weniger kostspielig als Silber oder Gold.

Das Jahr 1937 markiert eine Phase intensiver nationalsozialistischer Konsolidierung. Nach der Rheinlandbesetzung 1936 und vor dem Anschluss Österreichs 1938 nutzte das Regime verschiedenste Veranstaltungen zur Demonstration seiner Macht und zur Mobilisierung der Bevölkerung. Motorsportveranstaltungen erhielten besondere Aufmerksamkeit, da sie sowohl die technische Modernität Deutschlands als auch die Wehrhaftigkeit der Bevölkerung symbolisierten.

Die Rolle des Regierungspräsidenten als Veranstalter unterstreicht die enge Verflechtung zwischen staatlicher Verwaltung und Parteiorganisationen im NS-Staat. Regierungspräsidenten waren hohe Verwaltungsbeamte, die gleichzeitig als Träger nationalsozialistischer Politik in ihren Bezirken fungierten.

Solche Plaketten sind heute wichtige zeitgeschichtliche Dokumente, die Einblick in die Alltagskultur und Freizeitgestaltung während des Dritten Reiches geben. Sie zeigen, wie das NS-Regime selbst harmlos erscheinende Sportveranstaltungen für seine Zwecke instrumentalisierte und mit ideologischen Botschaften auflud.

Sammlerstücke dieser Art werden heute unter historisch-dokumentarischen Gesichtspunkten bewertet. Der Erhaltungszustand 2 deutet auf ein gut erhaltenes Exemplar hin, das seine ursprünglichen Details weitgehend bewahrt hat. Für Militaria-Sammler und Historiker sind solche Objekte wertvolle Zeugnisse einer dunklen Epoche deutscher Geschichte, die zur wissenschaftlichen Aufarbeitung und historischen Bildung beitragen.

r