Luftwaffe schweres silbernes Geschenketui des Oberbefehlshabers der Luftwaffe Hermann Göring an den schwedischen Industriellen Birger Dahlerus, Weihnachten 1939

Es handelt sich hierbei um ein persönliches Weihnachtsgeschenk von Generalfeldmarschall Hermann Göring an seinen schwedischen Bekannten Birger Dahlerus als Dank für seine Bemühungen, den drohenden Krieg zwischen Deutschland und England abzuwenden. 
Schweres massiv silbernes Zigarettenetui vergoldet, eine Arbeit des berühmten Prof. Herbert Zeitner, der Lieblingsjuwelier des Oberbefehlshabers der Luftwaffe Hermann Göring. Auf dem Deckel mit der Gravur eines großen Hoheitsadlers der Luftwaffe, im Hintergrund eine strahlende Sonne. Innen ebenfalls vergoldet, auf Deckelinnenseite mit feiner gravierten Faksimile-Widmung in der Handschrift von Hermann Göring "Birger Dahlerus in dankbarer Würdigung der Anstrengungen fr den Frieden ! Hermann Göring Kriegsweihnacht 1939".  Auf der Unterseite mit Juwelierpunzen des Goldschmiedemeisters Prof. Herbert Zeitner "Zeitner Berlin". Maße 7,5 x 12,5 x 1,5 cm, Gewicht 240 Gramm. Komplett im roten Geschenketui, innen mit einem cremefarbenem Seidenbett für das Etui, innen der Deckel mit weißer Seide und Eindruck "Werkstatt H. Zeitner Berlin - Handarbeit.", Maße 12,5 x 15 cm. Im Etui befindet sich noch der handgeschriebene Zetel von Hermann Göring mit der Widmung als Vorlage, welche von Zeitner als Gravur übertragen wurde. (Ausgesprochen selten, normalerweise wurde die Vorlage danach weggeschmissen). Nur ganz leichte Altersspuren, mit schöner Patina, seit 1939 unberührt in sehr gutem Originalzustand.

Dazu eine Ausgabe des Buches von Birger Dahlerus "Der letzte Versuch London - Berlin Sommer 1939" 1973, mit einigen Fotos, darunter Göring gemeinsam mit Dahlerus.

Birger Dahlerus (* 6. Februar 1891 in Stockholm; † 8. März 1957 ebenda) war ein schwedischer Industrieller. Bekannt wurde er als Vermittler Hermann Görings in den letzten Tagen vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges. Dahlerus verfügte über persönliche Kontakte zu Hermann Göring aus seiner Zeit in Schweden sowie zu den führenden Kreisen in England. Mit Billigung Hitlers schaltete Göring im August 1939 Dahlerus ein, um eine Einigung mit London zustande zu bringen. Er traf dafür mit Adolf Hitler, Arthur Chamberlain und Lord Halifax, dem britischen Außenminister, zusammen. In der wichtigen Phase am Vorabend des Kriegsausbruchs verhandelte er mit und versuchte so, den Krieg abzuwenden. Am 31. August suchte er vormittags in Begleitung des britischen Delegationsrates George Ogilvie-Forbes den polnischen Botschafter Józef Lipski auf, um Hitlers letztes Angebot in der Danzigfrage zu erläutern. In den ersten Tagen nach Kriegsausbruch setzte Dahlerus seine Bemühungen fort, stieß aber in London mit dem Angebot, Göring würde nach England zu Verhandlungen kommen, bei der britischen Führung auf Ablehnung. Der Vermittler scheiterte an Polens Verhandlungsverweigerung und an Englands Entschlossenheit, Hitler nun Einhalt zu gebieten. 1946 sagte Dahlerus als Zeuge für Göring beim Nürnberger Prozess aus. Im Juli 1945 veröffentlichte er unter dem Titel „Sista försöket“ („Letzter Versuch“) seine Erinnerungen aus dem Jahre 1939. Sie erschienen 1948 in Deutschland in der Übersetzung von Hellmuth Dix, einem Bruder von Rudolf Dix, der Verteidiger im Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess war.
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Luftwaffe schweres silbernes Geschenketui des Oberbefehlshabers der Luftwaffe Hermann Göring an den schwedischen Industriellen Birger Dahlerus, Weihnachten 1939

Dieses außergewöhnliche Zigarettenetui aus massivem, vergoldetem Silber repräsentiert ein bemerkenswertes Kapitel der Diplomatie unmittelbar vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges. Als persönliches Weihnachtsgeschenk von Generalfeldmarschall Hermann Göring an den schwedischen Industriellen Birger Dahlerus im Dezember 1939 dokumentiert es die verzweifelten, letztlich gescheiterten Bemühungen, den Krieg zwischen Deutschland und Großbritannien abzuwenden.

Herbert Zeitner, der Schöpfer dieses Etuis, war einer der renommiertesten Goldschmiede und Juweliere im nationalsozialistischen Deutschland. Als Professor und Meister seines Fachs genoss er das besondere Vertrauen Görings, der für seine Vorliebe für Luxus und prunkvolle Geschenke bekannt war. Zeitners Werkstatt in Berlin fertigte zahlreiche repräsentative Stücke für die NS-Elite, wobei die Handarbeit und künstlerische Qualität stets im Vordergrund standen. Die Gravur des Luftwaffen-Hoheitsadlers vor einer strahlenden Sonne auf dem Deckel dieses Etuis ist charakteristisch für die ikonographische Selbstdarstellung der Luftwaffe unter Görings Oberbefehl.

Die Inschrift “Birger Dahlerus in dankbarer Würdigung der Anstrengungen für den Frieden! Hermann Göring Kriegsweihnacht 1939” verweist auf die außergewöhnliche Rolle, die Dahlerus in den dramatischen Augusttagen 1939 spielte. Der schwedische Geschäftsmann hatte seit den 1920er Jahren Verbindungen zu Göring aufgebaut und verfügte gleichzeitig über exzellente Kontakte zu britischen Wirtschafts- und Politikkreisen. Diese einzigartige Position machte ihn zum idealen inoffiziellen Vermittler, als Hitler und Göring im August 1939 noch versuchten, Großbritannien von einem Kriegseintritt zugunsten Polens abzuhalten.

Dahlerus' Friedensmission begann Ende August 1939 mit fieberhaften Reisen zwischen Berlin und London. Er traf mit Adolf Hitler, dem britischen Premierminister Arthur Neville Chamberlain und Außenminister Lord Halifax zusammen. Am 31. August 1939, nur Stunden vor dem deutschen Überfall auf Polen, suchte Dahlerus gemeinsam mit dem britischen Diplomaten George Ogilvie-Forbes den polnischen Botschafter Józef Lipski auf, um Hitlers letzte Vorschläge in der Danzigfrage zu erläutern. Die polnische Regierung lehnte jedoch Verhandlungen unter deutschem Druck ab, und die britische Regierung war nach Monaten deutscher Vertragsbrüche nicht mehr bereit, Hitler zu vertrauen.

Selbst nach Kriegsausbruch am 1. September 1939 setzte Dahlerus seine Bemühungen fort. Er übermittelte ein Angebot Görings, persönlich nach London zu reisen, um Friedensverhandlungen zu führen. Die britische Führung lehnte dies kategorisch ab – das Vertrauen in deutsche Zusagen war endgültig erschöpft. Die “Kriegsweihnacht 1939”, auf die die Inschrift Bezug nimmt, fand damit in einer völlig veränderten Situation statt: Der Krieg im Osten war entschieden, Polen besiegt und geteilt, während im Westen der sogenannte “Sitzkrieg” herrschte.

Das Geschenk kann als Ausdruck von Görings Dankbarkeit verstanden werden, aber auch als Zeugnis seiner eigenen Selbstdarstellung. Göring, der sich gerne als gemäßigter im Vergleich zu anderen NS-Führern inszenierte, mochte tatsächlich an seine Friedensbemühungen geglaubt haben – obwohl diese letztlich nur darauf abzielten, Deutschland freie Hand im Osten zu verschaffen. Die Bewahrung des handgeschriebenen Originalzettels mit der Widmung, der normalerweise nach der Übertragung in die Gravur vernichtet wurde, unterstreicht die persönliche Bedeutung, die Göring diesem Geschenk beimaß.

Nach dem Krieg spielte Dahlerus eine wichtige Rolle als Zeuge im Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess 1946. Er sagte zugunsten Görings aus und versuchte, dessen angebliche Friedensbemühungen zu dokumentieren. Seine 1945 in Schweden veröffentlichten Memoiren “Sista försöket” (Der letzte Versuch) erschienen 1948 in deutscher Übersetzung und liefern eine wichtige, wenn auch subjektive Quelle für die Ereignisse unmittelbar vor Kriegsausbruch.

Aus historischer Perspektive dokumentiert dieses Zigarettenetui die Komplexität der diplomatischen Manöver im Sommer 1939. Es zeigt, dass bis zum letzten Moment Kanäle offengehalten wurden – allerdings mit völlig unterschiedlichen Zielsetzungen der beteiligten Parteien. Für die Geschichtswissenschaft sind solche persönlichen Artefakte von besonderem Wert, da sie die menschliche Dimension hinter den großen politischen Ereignissen sichtbar machen und die Netzwerke informeller Diplomatie dokumentieren, die in offiziellen Akten oft nicht erscheinen.