NSKK - nichttragbare Teilnehmerplakette - " Motorgruppe Westfalen - 5.Sauerländische Geländefahrt 10.7.1938 " 

Feinzink, 65 x 78 mm, mit 3 Bohrungen, Zustand 2
337359
260,00

NSKK - nichttragbare Teilnehmerplakette - " Motorgruppe Westfalen - 5.Sauerländische Geländefahrt 10.7.1938 " 

Die NSKK-Teilnehmerplakette zur 5. Sauerländischen Geländefahrt vom 10. Juli 1938 repräsentiert ein faszinierendes Zeugnis der motorsportlichen Aktivitäten des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps (NSKK) in der Motorgruppe Westfalen während der späten 1930er Jahre.

Das NSKK wurde am 1. April 1931 als motorisierte Gliederung der NSDAP gegründet und entwickelte sich nach der Machtübernahme 1933 zu einer bedeutenden paramilitärischen Organisation. Unter der Führung von Korpsführer Adolf Hühnlein wuchs das NSKK bis 1939 auf über 500.000 Mitglieder an. Die Hauptaufgabe bestand in der kraftfahrtechnischen Ausbildung und Vorbereitung der deutschen Bevölkerung auf einen möglichen Krieg.

Die organisatorische Struktur des NSKK gliederte sich in verschiedene Motorgruppen, die jeweils größere geografische Regionen umfassten. Die Motorgruppe Westfalen war eine dieser territorialen Einheiten und organisierte zahlreiche motorsportliche Veranstaltungen in ihrer Region. Das Sauerland mit seiner hügeligen, anspruchsvollen Topografie bot ideale Bedingungen für Geländefahrten, die sowohl sportlichen als auch militärischen Ausbildungszwecken dienten.

Geländefahrten waren zentrale Veranstaltungen im NSKK-Kalender. Sie dienten nicht nur der Unterhaltung und dem sportlichen Wettbewerb, sondern vor allem der praktischen Schulung im Umgang mit Kraftfahrzeugen unter schwierigen Bedingungen. Diese Veranstaltungen simulierten Kriegsbedingungen und sollten Fahrer auf den Einsatz in unebenem Gelände vorbereiten. Die Teilnehmer mussten technisches Können, Orientierungsfähigkeit und Durchhaltevermögen unter Beweis stellen.

Die vorliegende nichttragbare Teilnehmerplakette aus Feinzink mit den Maßen 65 x 78 mm wurde speziell für die 5. Auflage dieser Sauerländischen Geländefahrt hergestellt. Die Bezeichnung “nichttragbar” bedeutet, dass diese Plakette nicht als Auszeichnung an der Uniform getragen wurde, sondern als Erinnerungsstück oder zur Montage gedacht war. Die drei Bohrungen deuten darauf hin, dass die Plakette zur Befestigung an einem Fahrzeug, einem Wandbrett oder einem anderen festen Untergrund vorgesehen war.

Das Jahr 1938 markierte eine Phase intensiver NSKK-Aktivitäten. Deutschland bereitete sich auf die bevorstehende militärische Expansion vor, und die motorsportliche Ausbildung gewann zunehmend an Bedeutung. Die Wehrmacht war auf gut ausgebildete Kraftfahrer angewiesen, und das NSKK lieferte einen erheblichen Teil dieser Ausbildung. Veranstaltungen wie die Sauerländische Geländefahrt waren Teil eines größeren Systems der wehrsportlichen Ertüchtigung.

Die Produktion solcher Plaketten erfolgte meist in regionalen Prägeanstalten und Metallwerkstätten. Feinzink war ein beliebtes Material für derartige Auszeichnungen, da es kostengünstig war, sich gut bearbeiten ließ und dennoch eine gewisse Haltbarkeit aufwies. Die Plaketten wurden häufig mit detaillierten Motiven versehen, die typischerweise NSKK-Symbole, Kraftfahrzeuge, Hakenkreuze und geografische Bezüge zum Veranstaltungsort enthielten.

Die Tatsache, dass es sich um die 5. Auflage dieser Veranstaltung handelte, zeigt die Kontinuität und Beliebtheit solcher Motorsportveranstaltungen im Sauerland. Diese regelmäßigen Events stärkten den Korpsgeist innerhalb des NSKK und förderten die lokale Verbundenheit der Mitglieder mit ihrer Motorgruppe.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden das NSKK und alle seine Untergliederungen durch das Kontrollratsgesetz Nr. 2 vom 10. Oktober 1945 als verbrecherische Organisation aufgelöst. Alle Symbole, Uniformen und Auszeichnungen wurden verboten. Heute sind solche Objekte historische Dokumente, die Einblick in die Organisation und Aktivitäten nationalsozialistischer Gliederungen geben.

Aus sammlerischer und historischer Perspektive sind nichttragbare Teilnehmerplaketten wie diese wichtige Zeugnisse der NSKK-Geschichte. Sie dokumentieren die vielfältigen Veranstaltungen, die geografische Organisation und die Bedeutung des Motorsports im nationalsozialistischen Deutschland. Der Erhaltungszustand 2 deutet auf ein gut erhaltenes Exemplar hin, das seine Details und Prägung weitgehend bewahrt hat.

Die wissenschaftliche Aufarbeitung solcher Objekte trägt zum Verständnis der Alltagsgeschichte des Nationalsozialismus bei und zeigt, wie paramilitärische Organisationen durch Sport und Freizeitaktivitäten die Bevölkerung einbanden und auf militärische Zwecke vorbereiteten.