Nationalsozialistische Kriegsopferversorgung ( NSKOV ) Adler für die Schirmmütze

Buntmetall, versilbert, das Zentrum lackiert. 1 Splint fehlt, Zustand 2-.
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50,00

Nationalsozialistische Kriegsopferversorgung ( NSKOV ) Adler für die Schirmmütze

Der NSKOV-Adler für die Schirmmütze repräsentiert ein bedeutendes Kapitel der nationalsozialistischen Organisationsstruktur im Deutschen Reich. Die Nationalsozialistische Kriegsopferversorgung (NSKOV) wurde am 27. Januar 1933, kurz nach der Machtübernahme der NSDAP, durch die Zusammenlegung mehrerer bestehender Kriegsopferverbände gegründet. Diese Organisation unterstand direkt dem Reichsarbeitsministerium und später der NS-Volkswohlfahrt.

Die NSKOV hatte die Aufgabe, Kriegsversehrte, Witwen und Waisen aus dem Ersten Weltkrieg zu betreuen und zu versorgen. Bis 1939 wuchs die Mitgliederzahl auf über 900.000 an. Die Organisation gliederte sich in Gaue, Kreise, Ortsgruppen und Stützpunkte, parallel zur NSDAP-Struktur. Der erste Reichsführer der NSKOV war Oberlindober, gefolgt von Hanns Oberlindober, der die Organisation bis 1945 leitete.

Das hier beschriebene Objekt ist ein Adlerabzeichen, das auf der Schirmmütze der NSKOV-Funktionäre getragen wurde. Es besteht aus versilbertem Buntmetall mit lackiertem Zentrum, was typisch für die Uniformabzeichen dieser Zeit war. Die Herstellung erfolgte durch verschiedene Hersteller, wobei Qualität und Ausführung je nach Produzent variierten.

Das Tragewerk von Uniformabzeichen in NS-Organisationen folgte strengen Vorschriften. Der Adler, als zentrales Symbol des nationalsozialistischen Staates, wurde in verschiedenen Ausführungen auf Kopfbedeckungen, Brustabzeichen und Armbinden verwendet. Bei der NSKOV zeigte der Adler typischerweise nach links blickend mit ausgebreiteten Schwingen, oft mit einem Hakenkreuz in den Fängen oder darunter angeordnet.

Die Befestigung erfolgte üblicherweise durch zwei Splinte auf der Rückseite, die durch das Mützengewebe gestochen und umgebogen wurden. Das Fehlen eines Splints bei diesem Exemplar deutet auf langjährige Nutzung oder unsachgemäße Lagerung hin. Solche Beschädigungen sind bei militärischen und paramilitärischen Abzeichen aus dieser Epoche nicht ungewöhnlich.

Die Uniformierung der NSKOV-Mitglieder wurde durch die Dienstanzugordnung geregelt, die verschiedene Uniformtypen für unterschiedliche Anlässe vorsah. Funktionäre trugen eine braune Uniform mit schwarzen Kragenspiegeln und entsprechenden Rangabzeichen. Die Schirmmütze war Teil der Ausgehuniform und des Dienstanzugs für höhere Funktionäre.

Nach Kriegsende 1945 wurde die NSKOV von den Alliierten aufgelöst und verboten. Alle Vermögenswerte wurden beschlagnahmt. In der Bundesrepublik Deutschland übernahmen andere Organisationen die Kriegsopferversorgung, während in der DDR staatliche Strukturen diese Aufgabe erfüllten. Das Sammeln und der Handel mit NSKOV-Devotionalien unterliegen heute den jeweiligen nationalen Gesetzen bezüglich NS-Symbolen.

Aus historischer und sammlerischer Perspektive dokumentieren solche Abzeichen die umfassende Durchdringung der deutschen Gesellschaft durch nationalsozialistische Organisationen. Die NSKOV war eine von zahlreichen Gliederungen, die verschiedene Bevölkerungsgruppen erfassten und in das NS-System integrierten. Die materielle Kultur dieser Organisationen, einschließlich Uniformen und Abzeichen, ist heute wichtiges Quellenmaterial für die Erforschung des Nationalsozialismus.

Die technische Ausführung des Abzeichens mit Versilberung und Lackierung entspricht den Herstellungsstandards der 1930er und frühen 1940er Jahre. Die Materialknappheit während des Krieges führte allerdings zu qualitätsmindernden Ersatzstoffen. Frühe Stücke aus der Zeit vor 1939 zeigen meist bessere Verarbeitung als spätere Kriegsfertigungen.