Bund Deutscher Marine-Vereine ( BDMV )

Mitgliedsabzeichen, an langer Nadel, Zustand 2.
482460
25,00

Bund Deutscher Marine-Vereine ( BDMV )

Das Mitgliedsabzeichen des Bundes Deutscher Marine-Vereine (BDMV) repräsentiert eine bedeutende Organisation in der deutschen Marinegeschichte, die tief in der Tradition der kaiserlichen und republikanischen Seestreitkräfte verwurzelt ist. Diese Art von Abzeichen, typischerweise an einer langen Nadel befestigt, wurde von Mitgliedern zur Kennzeichnung ihrer Zugehörigkeit zum Verband getragen und symbolisiert die enge Verbindung zwischen aktiven und ehemaligen Marineangehörigen sowie marinebegeisterten Bürgern.

Der Bund Deutscher Marine-Vereine entstand aus der langen Tradition deutscher Marinevereine, die ihre Wurzeln im späten 19. Jahrhundert haben. Nach der Gründung der Kaiserlichen Marine unter Kaiser Wilhelm I. und insbesondere während der Flottenausbauära unter Kaiser Wilhelm II. ab den 1890er Jahren entwickelte sich in Deutschland eine ausgeprägte Marinebegeisterung. Der Deutsche Flottenverein, gegründet 1898, war eine der größten Massenorganisationen des Kaiserreichs und förderte die Idee einer starken deutschen Seemacht.

Nach dem Ersten Weltkrieg und dem Untergang der Kaiserlichen Marine entstanden zahlreiche Marinevereine, die ehemalige Marinesoldaten zusammenführten und die Traditionen der deutschen Seefahrt pflegten. Diese Vereine dienten nicht nur der Kameradschaftspflege, sondern auch der sozialen Fürsorge für Veteranen und deren Familien. In der Zeit der Weimarer Republik und später während des Dritten Reiches existierten verschiedene Dachorganisationen, die diese lokalen und regionalen Marinevereine koordinierten.

Nach 1945 und der Neugründung deutscher Seestreitkräfte – zunächst der Bundesmarine 1956 in der Bundesrepublik Deutschland und der Volksmarine in der DDR – entstanden erneut Marinevereine und Traditionsverbände. Der Bund Deutscher Marine-Vereine etablierte sich als Dachorganisation für zahlreiche örtliche Marinevereine in der Bundesrepublik. Seine Aufgaben umfassten die Pflege des maritimen Erbes, die Förderung des Verständnisses für marine Belange in der Öffentlichkeit und die Unterstützung der aktiven Marine.

Die Mitgliedsabzeichen solcher Organisationen hatten eine lange Tradition in deutschen Veteranen- und Traditionsverbänden. Sie dienten mehreren Zwecken: Erstens identifizierten sie den Träger als Mitglied einer bestimmten Organisation, zweitens demonstrierten sie öffentlich die Verbundenheit mit der Marine und maritimen Traditionen, und drittens stellten sie eine Form der Auszeichnung und Anerkennung dar. Die typische Ausführung an einer langen Nadel ermöglichte das Tragen an der Zivilkleidung, insbesondere am Revers von Jacken oder Mäntel.

Die Gestaltung solcher Abzeichen folgte in der Regel maritimen Motiven und Symbolen. Häufig fanden sich Anker, Schiffsdarstellungen, Steuerräder oder maritime Attribute wie gekreuzte Flaggen. Die Farben orientierten sich oft an den traditionellen Marinefarben Blau, Gold und Weiß. Viele Abzeichen trugen das Wappen oder Logo des jeweiligen Vereins sowie den vollen oder abgekürzten Namen der Organisation. Die handwerkliche Ausführung variierte von einfachen geprägten Metallabzeichen bis zu aufwendig gestalteten, emaillierten Versionen.

Der BDMV als Organisation spielte eine wichtige Rolle bei der Bewahrung maritimer Traditionen in der Nachkriegszeit. Er organisierte Gedenkveranstaltungen, unterstützte maritime Museen und Denkmäler, und förderte die Verbindung zwischen Zivilgesellschaft und Marine. Mitglieder waren sowohl ehemalige Marineangehörige verschiedener Epochen als auch zivile Förderer der deutschen Seefahrt und Marine.

Die Bedeutung solcher Abzeichen und ihrer Organisationen liegt in ihrer Funktion als Träger kollektiver Erinnerung und Identität. Sie verbinden verschiedene Generationen von Marineangehörigen und schaffen Kontinuität über politische Systemwechsel hinweg. Gleichzeitig dokumentieren sie die sozialgeschichtliche Entwicklung militärischer Traditionsverbände in Deutschland und deren Umgang mit der komplexen maritimen Geschichte des Landes.

Für Sammler und Historiker sind BDMV-Abzeichen wichtige Zeugnisse der deutschen Marinegeschichte und Vereinskultur. Der Zustand solcher Objekte, wie in Sammlungen häufig angegeben, beeinflusst ihren historischen und materiellen Wert. Ein Zustand 2 deutet typischerweise auf ein gut erhaltenes Stück mit leichten Gebrauchsspuren hin, das seine ursprüngliche Form und Lesbarkeit bewahrt hat.

Diese Abzeichen dokumentieren nicht nur institutionelle Geschichte, sondern auch persönliche Geschichten ihrer Träger – Menschen, die ihre Verbundenheit mit der See und der deutschen Marine über ihre aktive Dienstzeit hinaus zum Ausdruck brachten und pflegten.