Kaiserliche Marine Säbel für einen Offizier im Flandernkorps .

Starres Stahlgefäß mit Resten von Brünierung, der Löwenkopfknauf ohne Glasaugen, der Griff mit intakter Drahtwicklung, schmucklose Steckrückenklinge, Herstellermarkierung von "Hörster Solingen", etwas fleckig, mit der besonderen Stahlscheide, diese ist schwarz lackiert und hat eingravierte Beschläge, der Scheidenmund ist so gestaltet, dass die Feder vom Scheiden-Schloß nicht stört, der Arretierstift ist noch vorhanden, zwei bewegliche Trageringe, mit original gebundenem Portepee, Alters- und Gebrauchsspuren, seltenes Stück in guter Erhaltung. Zustand 2-

Beim Flandernkorps waren diverse Marine-Einheiten zusammen gefasst, die Landeinheiten wurden später in Matrosen-Regimenter um-formiert, sie trugen überwiegend Feldgrau. So haben diverse Offiziere den geschwärzten Marine-Offiziers-Säbel mit der Stahlscheide getragen, ähnlich wie die Infanterie-Offiziere geschwärzte Blankwaffen trugen.
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Kaiserliche Marine Säbel für einen Offizier im Flandernkorps .

Der Marineoffizierssäbel des Flandernkorps repräsentiert ein faszinierendes Kapitel deutscher Militärgeschichte des Ersten Weltkriegs. Dieses spezielle Blanke Waffe vereint marinespezifische Traditionen mit den praktischen Anforderungen des Landkrieges in Flandern zwischen 1914 und 1918.

Das Marinekorps Flandern, auch als Flandernkorps bekannt, wurde im Sommer 1914 formiert und bestand aus verschiedenen Marineeinheiten, die für Landoperationen an der Westfront eingesetzt wurden. Diese Verbände umfassten zunächst Matrosen-Divisionen und Marine-Infanterie-Regimenter, die später in reguläre Matrosen-Regimenter umformiert wurden. Die Einheiten trugen überwiegend feldgraue Uniformen statt der traditionellen dunkelblauen Marineuniformen, um sich den Gegebenheiten des Grabenkrieges anzupassen.

Der hier beschriebene Säbel entspricht dem Modell 1889 für Offiziere der Kaiserlichen Marine. Das charakteristische Stahlgefäß mit dem markanten Löwenkopfknauf war das Erkennungszeichen dieser Waffengattung. Der Löwenkopf symbolisierte Stärke und Mut und war typischerweise mit Glasaugen versehen, die bei diesem Exemplar fehlen. Der Griff war traditionell mit Metalldraht umwickelt, was einen sicheren Halt auch unter widrigen Bedingungen gewährleistete.

Die Herstellung durch Hörster in Solingen weist auf die hohe Qualität der Waffe hin. Solingen war und ist das Zentrum deutscher Klingenproduktion, und Hörster gehörte zu den renommierten Herstellern militärischer Blankwaffen. Die Firma belieferte die preußischen und deutschen Streitkräfte über Jahrzehnte mit hochwertigen Säbeln und Degen.

Das besondere Merkmal dieses Säbels ist die geschwärzte Stahlscheide. Während Marineoffiziere in Friedenszeiten und an Bord polierte Stahlscheiden oder Lederscheiden trugen, wurden für den Fronteinsatz geschwärzte Scheiden verwendet. Diese Schwärzung diente der Tarnung im Feld, da reflektierende Oberflächen feindliche Scharfschützen anziehen konnten. Die schwarze Lackierung mit gravierten Beschlägen war eine elegante Lösung, die militärische Notwendigkeit mit der Offizierstradition verband. Diese Praxis war analog zu den geschwärzten Blankwaffen der Infanterieoffiziere.

Die technische Konstruktion der Scheide zeigt durchdachte Details: Der speziell gestaltete Scheidenmund ermöglichte das problemlose Einführen der Klinge, ohne dass die Feder des Scheidenschlosses störte. Der noch vorhandene Arretierstift sicherte die Waffe in der Scheide, während die zwei beweglichen Trageringe die Befestigung am Offiziersgurt ermöglichten.

Das Portepee, die Säbelquaste, war ein wichtiges Rangabzeichen. Offiziere trugen silberne oder goldene Portepees, während Unteroffiziere einfachere Ausführungen hatten. Das original gebundene Portepee an diesem Exemplar unterstreicht seine Authentizität und historische Bedeutung.

Der Einsatz des Flandernkorps konzentrierte sich auf die Küstenregionen Belgiens und Nordfrankreichs. Die Marineeinheiten waren an wichtigen Operationen beteiligt, darunter die Verteidigung von Brügge, Ostende und Zeebrügge. Sie kämpften in den berüchtigten Flandernschlachten, einschließlich der Kämpfe um Ypern. Die Anpassung der Marine an den Landkrieg war eine logistische und taktische Herausforderung, die spezielle Ausrüstung und Ausbildung erforderte.

Gegen Ende des Krieges wurden die Matrosen-Regimenter zu regulären Landstreitkräften, die sich von der Marineverwaltung lösten. Die Offiziere behielten jedoch oft ihre charakteristischen Marinesäbel bei, was ihre Herkunft und Korpsgeist symbolisierte.

Sammler und Militärhistoriker schätzen solche Säbel besonders wegen ihrer Seltenheit. Während reguläre Marineoffizierssäbel relativ häufig sind, sind Exemplare mit der speziellen geschwärzten Stahlscheide für den Fronteinsatz deutlich seltener. Sie dokumentieren die besondere Situation der Marineeinheiten im Landkrieg und die pragmatische Anpassung traditioneller militärischer Ausrüstung an moderne Kriegsführung.

Die Erhaltung solcher historischer Objekte ist von großer Bedeutung für das Verständnis der Militärgeschichte. Sie sind materielle Zeugnisse der Erfahrungen und des Alltags von Offizieren im Ersten Weltkrieg und helfen, die komplexe Geschichte dieser Zeit zu bewahren und zu vermitteln.

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