Miniaturkette/Frackkettchen eines tapferen württembergischen Offiziers 1. Weltkrieg
Diese Miniaturkette oder Fräckchenkette repräsentiert die militärischen Auszeichnungen eines württembergischen Offiziers aus dem Ersten Weltkrieg. Solche Miniaturketten wurden zu formellen zivilen Anlässen auf dem Frack getragen und stellten die vollformatigen Orden dar, die der Träger auf seiner Militäruniform trug. Die Kette besteht aus vier miteinander verbundenen Miniaturausführungen, wobei jede einzelne Miniatur die Designelemente der vollformatigen Dekoration in verkleinertem Maßstab reproduziert, typischerweise mit etwa 16 Millimetern Durchmesser.
Die erste Auszeichnung ist der Friedrichs-Orden Ritterkreuz 1. Klasse mit Schwertern. Dieser Orden wurde am 1. Januar 1830 von König Wilhelm I. von Württemberg zum Gedenken an seinen Vater König Friedrich I. gestiftet. Am 3. Januar 1856 wurde der Orden in vier Klassen umstrukturiert, wobei das Ritterkreuz 1. Klasse und die Schwerter am 29. September 1870 hinzugefügt wurden. Die Schwerter kennzeichneten die Verleihung für Kriegsverdienste. Das Ritterkreuz 1. Klasse mit Schwertern wurde für herausragende militärische Dienste und Kriegsverdienste verliehen. Während des Ersten Weltkrieges wurden insgesamt 2.969 dieser Auszeichnungen vergeben, davon 2.810 während des Krieges. Der Zulieferer Eduard Foehr lieferte zwischen 1914 und 1916 allein 348 Stück, was etwa 12 Prozent der Gesamtzahl entspricht.
Die zweite Auszeichnung ist der Militär-Verdienstorden Ritterkreuz. Dieser Orden wurde ursprünglich am 11. Februar 1759 als Militär-Carls-Orden gegründet und am 11. November 1806 von König Friedrich I. von Württemberg in Militärverdienstorden umbenannt. Das Ritterkreuz wurde für Tapferkeit im Kampf oder für 25 Jahre treuen Militärdienst verliehen und ging an württembergische sowie verbündete Offiziere. Während des Ersten Weltkrieges gehörte das Ritterkreuz zu den höchsten Tapferkeitsauszeichnungen; zwischen 1799 und 1919 wurden etwa 3.128 Ritterkreuze verliehen, wobei der Großteil während des Ersten Weltkrieges vergeben wurde. Etwa 2.187 wurden während des Krieges verliehen, fast ausschließlich an Württemberger.
Die dritte Auszeichnung ist das Eiserne Kreuz 1914 2. Klasse. Das Eiserne Kreuz wurde ursprünglich 1813 gestiftet und am 5. August 1914 von Kaiser Wilhelm II. erneuert. Es existierte in drei Klassen: Großkreuz, 1. Klasse und 2. Klasse. Das Eiserne Kreuz 2. Klasse war Voraussetzung für die Verleihung der 1. Klasse und wurde für individuelle Tapferkeitshandlungen im Kampf oder für Handlungen über die normale Pflicht hinaus verliehen. Während des Ersten Weltkrieges wurden etwa 5,2 Millionen Eiserne Kreuze 2. Klasse verliehen, was es zur primären deutschen und preußischen Kampfauszeichnung machte.
Die vierte Auszeichnung ist der Königliche Hausorden von Hohenzollern Kreuz der Ritter mit Schwertern. Dieser Orden wurde am 18. Januar 1851 von König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen gestiftet, die Schwerter wurden am 27. Februar 1864 hinzugefügt. Am 16. November 1916 wurde eine zweite vereinfachte Version eingeführt. Der Orden umfasste mehrere Klassen und zwei Abteilungen: Kreuze und Adler. Das Ritterkreuz mit Schwertern wurde für außergewöhnliche Verdienste vor dem Feind ausschließlich an Offiziere verliehen, die bereits das Eiserne Kreuz 1. Klasse besaßen. Es diente als Zwischenstufe zum Pour le Mérite. Während des Ersten Weltkrieges wurden 8.291 Ritterkreuze mit Schwertern verliehen, was es zu einer sehr bedeutenden und sparsam verliehenen Dekoration machte.
Das Königreich Württemberg war Teil des Deutschen Kaiserreichs (1871–1918), und sein XIII. Armeekorps kämpfte während des gesamten Ersten Weltkrieges. Offiziere trugen die vollformatigen Dekorationen auf ihren Militäruniformen, aber Miniaturen auf formeller ziviler Kleidung bei gesellschaftlichen Anlässen, Veteranentreffen und offiziellen Zeremonien. Nach dem Ersten Weltkrieg, der am 11. November 1918 endete, und dem Sturz der deutschen und württembergischen Monarchien im November 1918 wurden die kaiserlichen Orden abgeschafft. König Wilhelm II. von Württemberg dankte am 29. November 1918 ab. Dennoch trugen Veteranen ihre Miniaturen weiterhin bei Treffen und formellen Anlässen während der Weimarer Republik (1919–1933), und die Auszeichnungen behielten ihre soziale Bedeutung als Symbole des Kriegsdienstes. Während des Dritten Reiches wurden die Auszeichnungen des Ersten Weltkrieges offiziell anerkannt.
Miniaturketten wurden von verschiedenen spezialisierten Herstellern produziert, darunter J. Godet & Sohn Berlin und G.A. Scharffenberg Dresden. Die Miniaturen wurden typischerweise aus Silber, vergoldetem Silber, Gold und Email gefertigt, abhängig vom Orden. Die Hersteller markierten Miniaturen oft mit Herstellerzeichen. Dieses Exemplar ist komplett im originalen zeitgenössischen Etui erhalten, was seine historische Authentizität und seinen Sammlerwert erhöht.