Preußen Einzel Schulterklappe feldgrau für Mannschaften im Schleswig-Holsteinischen Fußartillerie-Regiment Nr. 9

Heimatstandort Ehrenbreitstein, um 1916. Leichte Mottenschäden. Zustand 2-.
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80,00

Preußen Einzel Schulterklappe feldgrau für Mannschaften im Schleswig-Holsteinischen Fußartillerie-Regiment Nr. 9

Die einzelne feldgraue Schulterklappe für Mannschaften des Schleswig-Holsteinischen Fußartillerie-Regiments Nr. 9 repräsentiert ein authentisches Zeugnis der preußischen Militärorganisation im Ersten Weltkrieg. Diese Uniformkomponente, die um 1916 datiert wird, stammt aus einer Einheit mit Heimatstandort Ehrenbreitstein, der imposanten Festung gegenüber von Koblenz am Rhein.

Das Fußartillerie-Regiment Nr. 9 gehörte zu jenen spezialisierten Artillerieformationen, die sich von der berittenen Feldartillerie unterschieden. Die Fußartillerie war traditionell für schwere Geschütze zuständig und operierte in Festungen oder bei Belagerungen. Die Schleswig-Holsteinische Bezeichnung verwies auf die territoriale Herkunft und Tradition des Regiments, wobei die preußische Armee ihre Regimenter häufig nach Provinzen und historischen Territorien benannte.

Die Schulterklappe selbst ist in feldgrau gehalten, jener charakteristischen graugrünen Farbe, die ab 1907/1910 die bunten Uniformen der preußischen Armee ersetzte. Diese Umstellung auf eine weniger auffällige Uniformierung war eine direkte Reaktion auf die veränderte Kriegführung und die zunehmende Bedeutung von Tarnung auf dem modernen Schlachtfeld. Die Einführung erfolgte schrittweise, wobei die vollständige Umstellung bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs noch nicht abgeschlossen war.

Als Mannschaftsschulterklappe unterschied sich dieses Stück deutlich von den Rangabzeichen für Unteroffiziere und Offiziere. Während Unteroffiziere zusätzliche Litzen oder Tressen trugen und Offiziere aufwendig gestickte Schulterstücke mit Metallfäden besaßen, waren die Schulterklappen der einfachen Soldaten relativ schlicht gestaltet. Die Regimentsnummer wurde typischerweise aufgenäht oder aufgestickt, wobei die Farbe der Ziffern je nach Waffengattung variierte. Bei der Artillerie war dies üblicherweise rot, die traditionelle Waffenfarbe dieser Truppengattung.

Der Heimatstandort Ehrenbreitstein war von großer strategischer Bedeutung. Die Festung Ehrenbreitstein, eine der größten erhaltenen Festungen Europas, wurde nach den Befreiungskriegen von den Preußen ab 1817 ausgebaut und diente als wichtiger Militärstützpunkt am Mittelrhein. Die Stationierung eines Fußartillerie-Regiments an diesem Ort war militärisch durchaus sinnvoll, da Festungsartillerie und Fußartillerie eng miteinander verbunden waren.

Die Datierung um 1916 fällt in eine entscheidende Phase des Ersten Weltkriegs. Nach den gescheiterten Offensiven von 1914/15 und der Schlacht um Verdun im Jahr 1916 hatte sich der Krieg zu einem zermürbenden Stellungskrieg entwickelt. Die Artillerie spielte in dieser Form der Kriegführung eine dominante Rolle, und Fußartillerie-Regimenter waren intensiv an den Kämpfen beteiligt, auch wenn sie ursprünglich für andere Aufgaben vorgesehen waren.

Die erwähnten leichten Mottenschäden sind typisch für textile Militaria aus dieser Epoche. Wolle, das Hauptmaterial für Uniformteile, ist besonders anfällig für Mottenbefall. Diese Schäden bestätigen zugleich die Authentizität des Objekts und seine Überlebensgeschichte über mehr als ein Jahrhundert. Der angegebene Zustand 2- (in einem Bewertungssystem von 1 bis 6, wobei 1 den besten Zustand bezeichnet) weist auf ein gut erhaltenes Sammlerstück hin, das trotz kleinerer Beschädigungen seine historische Aussagekraft bewahrt hat.

Schulterklappen waren nicht nur funktionale Uniformbestandteile, sondern auch wichtige Identifikationsmerkmale. Sie ermöglichten die schnelle Erkennung der Truppenzugehörigkeit und des Ranges eines Soldaten. In einer Zeit, in der Kommunikation im Kampf schwierig war, spielten solche visuellen Erkennungszeichen eine wichtige Rolle für die militärische Organisation.

Für Sammler und Historiker bieten solche Einzelstücke wertvolle Einblicke in die materielle Kultur des Ersten Weltkriegs. Sie dokumentieren nicht nur militärische Strukturen und Organisationen, sondern auch Aspekte der Textilproduktion, des Handwerks und der militärischen Bekleidungsvorschriften der wilhelminischen Ära. Jedes Regiment hatte seine spezifischen Kennzeichnungen, und die korrekte Identifizierung solcher Objekte erfordert detailliertes Fachwissen über die preußische Militärorganisation.

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