Preussen Orden Pour le Mérite mit Verleihungsurkunde aus dem Besitz von Generalmajor Wilhelm von Groddeck
Dazu die große Verleihungsurkunde zum Orden Pour le Mérite. Doppelseitiger Urkundenvordruck "Wir Wilhelm..."für den "Generalmajor Wilhelm von Groddeck, Kommandeur der 208. Infanteriedivision", ausgestellt "Großes Hauptquartier" am 9. April 1918 . Mit Blindprägesiegel und eigenhändiger Unterschrift von Kaiser Wilhelm II. Gelocht, Maße 21,3 x 33,1 cm, Zustand 2.
Die Urkunde befindet sich in einem sehr schönen Glasrahmen altsilberner Holzleiste, die Urkunde in das Passepartout lose eingelegt (lässt sich problemlos herausnehmen).
Dazu 2 schöne Reprofotos des Generals, Erinnerungsanzeige zum Tod sowie in Fotokopie der Auszug aus "Geschichte der Ritter des Ordens "pour le mérite" im Weltkrieg.
Wilhelm von Groddeck, geboren in Schwetz, Westpreußen, am 28. April 1861, tritt 1881 als Fahnenjunker in das Feldartillerie Regiment 15 ein, dient danach als Regimentsadjutant im 34. FAR und wird 1896 in den Großen Generalstab kommandiert. 1904 ist er 1. Generalstabsoffizier des III. Armeekorps, später Chef der Kriegsgeschichtlichen Abteilung im Großen Generalstab und erhält 1912 (1913 als Oberst) das Kommando über das FAR 36 in Danzig.
Der im April 1915 zum Generalmajor beförderte Groddeck war nach der Mobilmachung zunächst Generalquartiermeister II im Osten und wurde nach kurzer Verwendung als Kommandeur der 21. Feldartilleriebrigade zum Oberquartiermeister der 4. Armee in Russisch-Polen ernannt.
Am 28. November 1916 ernennt ihn der Kaiser zum Kommandeur der im August neu aufgestellten 208. Infanterie Division, mit der er im November und Dezember 1917 in der Angriffsschlacht von Cambrai große Erfolge erzielt. Bei der großen Offensive im März 1918 durchbricht die 208. ID die feindlichen Stellungen nördlich von St. Quentin und erobert Pontru, Le Berguier und die südlichen Artilleriestellungen. Für diese Leistungen seiner Division und die dabei erbeuteten 23 Geschütze und fünf Tanks erhält Generalmajor von Groddeck von Kaiser Wilhelm am 9. April 1918 den Pour le Mérite verliehen.
Nach Kriegsende hilft Groddeck als Gouverneur von Thorn die Ostgrenze sichern, wird zunächst Kommandeur der 41. ID und schließlich Kommandeur der Reichswehr-Brigade 4 in Magdeburg. Wegen seiner Beteiligung am Kapp-Putsch (die ihn sicher auch um seine Beförderung zum Generalleutnant bringt) wird er im April 1920 verabschiedet, ein Verfahren wegen Hochverrats wird eingestellt. Generalmajor Wilhelm von Groddeck verstirbt am 6. März 1937 auf seinem Altersruhesitz in Wernigerode kurz nach der Vollendung seiner "Lebenserinnerungen" 75-jährig.
Der komplette Nachlass des Generalmajor von Groddeck wurde im Jahr 2016 beim Auktionshaus Hermann Historica München versteigert. Seitdem befand sich dieser Ordenssatz in einer bedeutenden deutschen Privatsammlung.