Preußen Reiterstatuette als Geschenk Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern an das Westfälische Dragoner-Regiment Nr. 7

Standort Saarbrücken. Datiert 1909. Die Reiterstatuette ein feiner Bronzeguss auf ca. 25 cm hohen grünem Marmorsockel. Grundmaß des Sockels ca. 32.5 x 18.5 cm. Gesamthöhe ca. 60.5 cm. Gewicht geschätzt 20 Kg. Vorne auf dem Sockel die Plakette mit der Inschrift «Den gastlichen Prinz Leopold-Dragonern in dankbarer Erinnerung an den 12.9.1908».
Die Statuette zeigt einen Kesselpauker des (bayerischen) Garde du Corps aus der Zeit König Maximilian I. Joseph († 1825). (Später wurde das Regiment in 1. Kürassier und dann in 1. Schwere Reiter-Regiment umbenannt). Prominent an der Statuette die beiden großen Pauken mit dem prächtigen Behang, darauf das bayerische Wappen unter dem Wappenzelt, seitlich mit den beiden Löwen. Die Schabracke an den Flanken mit der Chiffre «♔MJ», auch der große Helm, seitlich mit den typischen "liegenden Löwen", vorne auf dem Kamm mit der Chiffre «♔MJ».
Der Paukenschlegel rechts fehlt, links der Figur ein Band, möglicherweise hing hier ein Pallasch, der nun fehlt, vorne fehlt ein Band des Zaumzeugs. Zustand 2.

Chef des Dragoner-Regiments Nr. 7 war Prinz Leopolds von Bayern. Die Wahl des Motives (Ein Pauker der bayerischen Garde du Corps) und die Kostbarkeit des Objektes weisen auf den Prinzen selbst als Schenkenden hin. Der Anlass wird ein Besuch des Regiments-Chefs bei "seinem" Regiment gewesen sein. Als Aufstellungsort kann man das Offizierskasino annehmen. 1917 wurde das Regiment auch nach ihm benannt: Dragoner-Regiment General-Feldmarschall Prinz Leopold von Bayern (Westfälisches) Nr. 7. 

Aufgrund des Gewichtes und der Empfindlichkeit des Objektes wird um eine Abholung oder Übergabe auf einer Messe gebeten.

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3.500,00

Preußen Reiterstatuette als Geschenk Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern an das Westfälische Dragoner-Regiment Nr. 7

Diese prächtige Bronzestatuette eines Kesselpaukers stellt ein bemerkenswertes Zeugnis der militärischen Geschenkkultur im Deutschen Kaiserreich dar. Das im Jahre 1909 angefertigte Kunstwerk wurde von Generalfeldmarschall Prinz Leopold von Bayern dem Westfälischen Dragoner-Regiment Nr. 7 überreicht, dessen Chef er war. Die aufwendige Bronzeplastik auf grünem Marmorsockel verkörpert nicht nur künstlerisches Können, sondern auch die tief verwurzelten Traditionen militärischer Ehre und kameradschaftlicher Verbundenheit in der preußischen und bayerischen Armee.

Das Dragoner-Regiment Nr. 7 wurde 1815 als Westfälisches Dragonerregiment aufgestellt und war in Saarbrücken stationiert. Die Dragoner bildeten eine wichtige Waffengattung der Kavallerie, die sowohl beritten als auch abgesessen kämpfen konnte. Das Regiment führte eine stolze Tradition und wurde 1917 zu Ehren seines langjährigen Chefs in “Dragoner-Regiment General-Feldmarschall Prinz Leopold von Bayern (Westfälisches) Nr. 7” umbenannt.

Prinz Leopold von Bayern (1846-1930) war nicht nur ein hochrangiger Offizier, sondern auch ein Mitglied des bayerischen Königshauses. Er durchlief eine glänzende militärische Karriere und wurde 1905 zum Generalfeldmarschall ernannt. Seine Verbindung zum westfälischen Dragonerregiment als Regimentschef war mehr als nur eine zeremonielle Rolle – sie repräsentierte die enge Bindung zwischen den königlichen und fürstlichen Häusern und ihren Regimentern. Der Besuch des Regiments am 12. September 1908, auf den die Inschrift Bezug nimmt, war ein bedeutendes gesellschaftliches und militärisches Ereignis, bei dem der hohe Gast von seinen “Prinz Leopold-Dragonern” mit militärischen Ehren empfangen wurde.

Besonders bemerkenswert ist die Wahl des Motivs: Die Statuette zeigt keinen preußischen Dragoner, sondern einen Kesselpauker des bayerischen Garde du Corps aus der Zeit König Maximilian I. Joseph von Bayern (reg. 1806-1825). Diese Wahl unterstreicht die bayerische Herkunft des Schenkers und verbindet die preußisch-westfälische mit der bayerischen Militärtradition. Das Garde du Corps, später in 1. Kürassier-Regiment und dann in 1. Schwere Reiter-Regiment umbenannt, war die elitärste Kavallerieeinheit Bayerns.

Die Kesselpauker nahmen in der Kavallerie eine besondere Stellung ein. Sie waren nicht nur Musiker, sondern auch prestigeträchtige Figuren, deren prachtvolle Uniformen und die mit Wappen geschmückten Pauken die Macht und Herrlichkeit des Regiments symbolisierten. Die beiden großen Kesselpauken mit dem prächtigen Behang zeigen das bayerische Wappen unter dem Wappenzelt, flankiert von den beiden bayerischen Löwen. Die Schabracke trägt die Chiffre “MJ” für Maximilian Joseph, ebenso der große Helm mit den charakteristischen “liegenden Löwen” an den Seiten und der Chiffre auf dem Kamm.

Die künstlerische Qualität der Statuette und die Verwendung hochwertiger Materialien – feinster Bronzeguss auf grünem Marmorsockel mit einer Gesamthöhe von über 60 Zentimetern und einem geschätzten Gewicht von 20 Kilogramm – bezeugen, dass es sich um ein bedeutendes und kostspieliges Geschenk handelte. Solche repräsentativen Kunstwerke wurden in der Regel von renommierten Werkstätten oder Künstlern gefertigt, die sich auf militärische Motive spezialisiert hatten.

Die Geschenkkultur in der kaiserlichen Armee war streng reglementiert und hatte große symbolische Bedeutung. Geschenke zwischen Regimentschefs und ihren Einheiten, zwischen befreundeten Offizieren oder anlässlich besonderer Ereignisse waren üblich und festigten die sozialen Bindungen innerhalb der militärischen Hierarchie. Solche Objekte wurden typischerweise im Offizierskasino aufgestellt, wo sie bei gesellschaftlichen Anlässen bewundert werden konnten und als ständige Erinnerung an die Verbundenheit zwischen Regiment und Regimentschef dienten.

Der Anlass für die Überreichung dieser Statuette – der Besuch des Prinzen am 12. September 1908 – war vermutlich ein offizieller Inspektionsbesuch oder eine Truppenparade, wie sie regelmäßig von den Regimentschefs durchgeführt wurden. Die Inschrift “Den gastlichen Prinz Leopold-Dragonern in dankbarer Erinnerung” drückt die Wertschätzung des Prinzen für die Gastfreundschaft aus, die ihm das Regiment erwiesen hatte.

Diese Statuette ist somit nicht nur ein kunsthistorisch wertvolles Objekt, sondern auch ein bedeutendes Zeugnis der militärischen und gesellschaftlichen Kultur des Deutschen Kaiserreichs vor dem Ersten Weltkrieg. Sie verkörpert die Traditionen der Kavallerie, die Verbindungen zwischen den deutschen Fürstenhäusern und ihren Regimentern sowie die Pflege historischer Erinnerung durch die Darstellung eines Motivs aus der napoleonischen Ära.