2 x Kriegsmarine: Seekrieg und Seemacht und Kriegsmarine am Feind,

Berlin, Verlag "Die Wehrmacht", 1941, Ganzleineneinband mit Schutzumschlag, 220 Seiten, mit Abbildungen.
Kriegsmarine am Feind: Verlag Erich Klinghammer, Berlin 1940. 236 Seiten mit vielen Fotos, mit Widmung von 1.12.41.
Beide Bücher Zustand 2-
508361
65,00

2 x Kriegsmarine: Seekrieg und Seemacht und Kriegsmarine am Feind,

Die beiden vorliegenden Bücher "Seekrieg und Seemacht" und "Kriegsmarine am Feind" aus den Jahren 1940 und 1941 repräsentieren exemplarisch die maritime Propagandaliteratur des Dritten Reiches während der frühen Phase des Zweiten Weltkrieges. Diese Publikationen entstanden in einer Zeit, als die deutsche Kriegsmarine ihre ersten bedeutenden Operationen im Atlantik und in nordeuropäischen Gewässern durchführte.

Verlag Die Wehrmacht, der Herausgeber des ersten Bandes, war der offizielle Verlag der deutschen Wehrmacht und produzierte eine Vielzahl von propagandistischen Schriften, die sowohl für militärisches Personal als auch für die Zivilbevölkerung bestimmt waren. Das Jahr 1941, in dem “Seekrieg und Seemacht” erschien, markierte den Höhepunkt der deutschen U-Boot-Erfolge im Atlantik, was die zeitgenössische Relevanz dieser Publikation unterstreicht.

Das zweite Werk, "Kriegsmarine am Feind", wurde 1940 vom Verlag Erich Klinghammer in Berlin herausgegeben. Klinghammer war ein bedeutender Verleger militärischer und maritimer Literatur während der NS-Zeit. Die persönliche Widmung vom 1. Dezember 1941 verleiht diesem Exemplar eine besondere historische Dimension, da sie genau in die Zeit des deutschen Kriegseintritts gegen die Vereinigten Staaten fällt – nur wenige Tage vor Pearl Harbor am 7. Dezember 1941.

Beide Bücher erschienen in qualitativ hochwertiger Ausstattung mit Ganzleineneinbänden und Schutzumschlägen, was für die damalige Zeit und besonders unter Kriegsbedingungen bemerkenswert ist. Die umfangreiche fotografische Dokumentation in beiden Werken mit insgesamt über 450 Seiten Material zeigt die propagandistische Bedeutung, die das NS-Regime der visuellen Darstellung maritimer Kriegsführung beimaß.

Die Kriegsmarine selbst war 1935 aus der Reichsmarine hervorgegangen, nachdem das nationalsozialistische Deutschland die militärischen Beschränkungen des Versailler Vertrages offen missachtet hatte. Unter Großadmiral Erich Raeder und später Karl Dönitz entwickelte sich die Kriegsmarine zu einer bedeutenden Seestreitmacht, die insbesondere durch ihre U-Boot-Waffe im Atlantik erhebliche Erfolge erzielte, aber auch schwere Schlachtschiffe wie die Bismarck und Tirpitz einsetzte.

Die Publikationen aus den Jahren 1940-1941 spiegeln die maritime Strategie und die ideologische Ausrichtung dieser Phase wider. Sie behandelten Themen wie den Handelskrieg im Atlantik, die Blockade Großbritanniens, Minenkriegsführung und die Rolle der Überwasserkräfte. Die fotografische Dokumentation zeigte typischerweise Besatzungen bei der Arbeit, Waffensysteme, Schiffstypen und gelegentlich auch Kampfhandlungen.

Der Zustand 2- (gut bis sehr gut) dieser Exemplare ist bemerkenswert, da Bücher aus dieser Zeit oft durch Kriegseinwirkungen, häufigen Gebrauch oder Nachkriegszerstörungen beschädigt wurden. Die Erhaltung der Schutzumschläge ist besonders selten, da diese dünneren Papierhüllen häufig verloren gingen oder beschädigt wurden.

Aus historischer Perspektive dokumentieren solche Publikationen nicht nur die militärischen Operationen der Kriegsmarine, sondern auch die Propagandastrukturen des NS-Regimes. Sie dienten der Hebung der Moral an der Heimatfront, der Glorifizierung der Seestreitkräfte und der Rechtfertigung des Seekrieges. Die Darstellung betonte stets Heldentum, technische Überlegenheit und strategische Notwendigkeit, während Verluste und die brutale Realität des Krieges minimiert wurden.

Für Sammler und Historiker bieten solche Werke wichtige Einblicke in die zeitgenössische Selbstdarstellung der deutschen Kriegsmarine und die Propagandamechanismen der NS-Zeit. Sie sind Quellen für das Verständnis der öffentlichen Kriegswahrnehmung und der ideologischen Durchdringung militärischer Themen. Gleichzeitig mahnen sie zur kritischen Auseinandersetzung mit dieser dunklen Epoche deutscher Geschichte.