Bronzene Adlerstatue für Flugzeugführer der Kaiserlichen Marine "Ehrenpreis für erfolgreiche Sieger im Luftkampf" für Leutnant d.R. Holm

Plastische Bronzedarstellung der beiden kämpfenden Adler, wie auch auf dem Ehrenbecher abgebildet. Die 2-teilige Bronze ist montiert auf einem schwarzen 8-eckigen Holzsockel, auf der Vorderseite mit Widmungsplakette  "Dem Sieger im Luftkampf 18. Juli 1918 Leutnant d.R.M.A. Holm". Gesamthöhe 26 cm. Zustand 2. Der Boden mit grünem Filzbelag.
Leutnant d.R. Holm war u.a. auf der Seeflugstation Flandern I stationiert. Seine ersten Flüge dort dienten primär der Aufklärung und U-Boot-Jagd.
Holm erhielt den Ehrenpreis mit Tagesbefehl des Marine-Flugchefs Nr. 221 vom 21. November 1918 für den 1. Luftsieg, "Abzeichen und Ehrenpreise der Fliegertruppe 1913 - 1920", S. 537). 

Extrem selten, eines der ganz wenigen Originale. Dieses Stück ist abgebildet im Fachbuch "Flight badges of the Central Powers 1914-1918, Volume II" von Robert S. Pandis - auf der Rückseite.

Mit dem Tagesbefehl vom 3. Januar 1917 wurde der Ehrenpreis der Marineflieger gestiftet. Bis Kriegsende wurde von den deutschen Marinefliegern ca. 270 Flugzeuge abgeschossen, darüber hinaus 2 Luftschiffe, 1 Zerstörer 3 U-Boote, 4 Schnellboote und noch weitere Fahrzeuge. Die tatsächliche Zahl der verliehenen Ehrenpreise lag aber mit Sicherheit deutlich unter 100 Stück aufgrund der fehlenden finanziellen Mittel.


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28.500,00

Bronzene Adlerstatue für Flugzeugführer der Kaiserlichen Marine "Ehrenpreis für erfolgreiche Sieger im Luftkampf" für Leutnant d.R. Holm

Der Ehrenpreis der Marineflieger, auch als Ehrenpreis für Vernichtung eines feindlichen Flugzeugs bekannt, stellt eine der seltensten und begehrtesten Auszeichnungen der deutschen Marinefliegerkräfte des Ersten Weltkriegs dar. Diese besondere Ehrung wurde durch Tagesbefehl vom 3. Januar 1917 von der Kaiserlichen Marine für ihre Marinefliegerkräfte gestiftet und unterschied sich bewusst von den Auszeichnungen der Heeresfliegertruppe.

Die Kaiserliche Marine hatte während des Ersten Weltkriegs eigene Marinefliegerkräfte aufgebaut, die getrennt vom Heeres-Luftdienst operierten. Diese Einheiten setzten Wasserflugzeuge, Flugboote und Landflugzeuge von Küstenstützpunkten aus für Aufklärungs-, Patrouillen-, Bombardierungs- und Torpedomissionen über der Nordsee, Ostsee und dem Ärmelkanal ein. Als die Marineflieger begannen, bedeutende Kampferfolge zu erzielen, schuf die Marine ihren eigenen Ehrenpreis, der sich vom Ehrenbecher für den Sieger im Luftkampf des Heeres unterschied und die besonderen operativen Anforderungen und Leistungen der Marinefliegerkräfte würdigte.

Der Ehrenpreis wurde an Flugzeugführer und Beobachter der kaiserlichen Marinefliegerkräfte verliehen für den Abschuss eines feindlichen Flugzeugs, die ausreichende Beschädigung eines feindlichen Flugzeugs, sodass es erbeutet werden konnte, oder das Versenken beziehungsweise Beschädigen feindlicher Kriegsschiffe bis zur Aufgabe oder Erbeutung. Typischerweise erfolgte die Verleihung nach dem ersten bestätigten Sieg.

Die physische Gestaltung des Ehrenpreises zeigt eine Bronzeplastik zweier kämpfender Adler, montiert auf einem achteckigen Holzsockel. Die zweifach geteilte Bronzeskulptur spiegelte das Motiv wider, das auch auf dem verwandten Ehrenbecher verwendet wurde. Jedes Exemplar wurde individuell mit dem Namen des Empfängers und den Details seiner Leistung graviert. Die Gesamthöhe betrug etwa 24,7 Zentimeter. Es existierten zwei bekannte Formen der Auszeichnung: die Bronzeadler-Skulptur auf Holzsockel sowie eine silberne oder neusilberne Variante in Becherform (Ehrenbecher), wobei beide das Motiv der kämpfenden Adler trugen.

Zu den dokumentierten Empfängern gehört Oberleutnant zur See Hans Albrecht Wedel, geboren am 30. November 1888 in Berlin. Wedel wurde 1913 Pilot in der Marinefliegerabteilung und am 16. März 1917 zum Staffelführer der Torpedostaffel II der I. Seefliegerabteilung mit Basis in Zeebrügge ernannt. Am 1. Mai 1917 erzielte er zusammen mit seinem Torpedooffizier Leutnant der Marineartillerie d.R. Wulf Krüger einen bedeutenden Sieg durch die Versenkung des britischen Handelsschiffs Gena (2784 BRT) vor Suffolk – den bis dahin größten Erfolg deutscher Torpedoflieger. Seine Einheit versenkte später am 14. Juni 1917 die Kankakee (3718 BRT), das größte von deutschen Marinefliegern im Ersten Weltkrieg versenkte Schiff. Wedel starb am 30. September 1917 in Zeebrügge, als sein Flugzeug bei der Landung Feuer fing. Weitere dokumentierte Empfänger sind Flugzeugführer Leutnant Hermann Becker (verliehen am 26. Juli 1918) und Pilot Otto Heß (verliehen für einen Sieg am 18. Juli 1918, bestätigt am 21. November 1918).

Bis Kriegsende hatten die deutschen Marineflieger etwa 270 Flugzeuge abgeschossen, darüber hinaus 2 Luftschiffe, 1 Zerstörer, 3 U-Boote, 4 Schnellboote und weitere Fahrzeuge vernichtet. Nach dem Ersten Weltkrieg und der Auflösung der Kaiserlichen Marine infolge der deutschen Niederlage und des Versailler Vertrags (1919) wurden keine weiteren Verleihungen vorgenommen. Die Tradition wurde von der Reichsmarine der Weimarer Republik nicht fortgeführt. Das Konzept beeinflusste jedoch spätere Auszeichnungen: Hermann Görings Ehrenpokal der Luftwaffe, gestiftet am 27. Februar 1940, orientierte sich ausdrücklich am Ehrenbecher des Ersten Weltkriegs.

Originale Exemplare sind heute extrem selten, wobei Händler berichten, dass möglicherweise nur fünf bis sechs Exemplare über einen Zeitraum von mehr als 30 Jahren auf dem Markt erschienen sind. 1940 wurde ein Luftwaffen-Schiff nach dem Empfänger dieses spezifischen Exemplars Hans Albrecht Wedel benannt, was die fortdauernde Erinnerung an diese frühen Marineflieger-Asse unterstreicht.

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